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Lokales Dresdens erste Modulschule wächst
Dresden Lokales Dresdens erste Modulschule wächst
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16:00 10.04.2018
Eines von 108 Modulen schwebt für den Neubau ein.
Eines von 108 Modulen schwebt für den Neubau ein. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Den Begriff „Container“ mag Ronny Witzorky nicht hören. „Module“, korrigiert der Gebietsvertriebsleiter Ost der ALHO Systembau GmbH sofort. Die Coswiger Niederlassung des Unternehmens errichtet gerade einen Modulbau neben dem Schulgebäude am Terrassenufer.

Auf dem Grundstück direkt an der Carolabrücke befindet sich ein Schulgebäude vom Typ „Dresden-Atrium“. Es kann eine vierzügige Grundschule aufnehmen. Aber keine Oberschule und kein Gymnasium. Der Standort soll aber zum zentralen Auslagerungsstandort für Schulen werden, die während einer Sanierung vorübergehend umziehen müssen. Wenn der Erweiterungsbau fertig ist, können vierzügige Oberschulen oder Gymnasien einziehen.

Der Erweiterungsbau soll mit dem Schuljahr 2018/2019 in Betrieb gehen. Das Gymnasium Plauen zieht als erste Schule ein. 2,2 Millionen Euro Investitionskosten fallen für die Stadt an. Hinzu kommt eine Jahresmiete von 580 000 Euro. So hat es der Stadtrat im August 2017 beschlossen.

Die Baugenehmigung gilt für zehn Jahre, erklärte Tino Flügel, Projektleiter des städtischen Hochbauamtes. „Theoretisch kann das Gebäude 50 Jahre stehen“, meinte Witzorky. Modulbauweise habe gegenüber der konventionellen Methodik mehrere Vorteile: „Es geht schneller, die Gebäude können schneller genutzt werden, weil keine Feuchtigkeit beim Bauen entsteht. Die Schalldämmung ist sehr gut, weil durch die Schweißnähte an den Modulen Akustikfugen entstehen“, so der Vertriebsleiter.

13 allgemeine Klassenräume und neun Fachkabinette wird der Neubau beherbergen, der auf einem aufwendigen Fundament errichtet wird. Die Elbe ist nicht weit, Hochwasservorsorge muss groß geschrieben werden, erklärt Flügel. Geheizt wird mit Fernwärme, gekühlt mit offenen Fenstern. „Eine Klimaanlage ist nicht vorgesehen“, so der Projektleiter. Die Wärmedämmung erfülle die strengen Anforderungen.

108 Module, die zwischen 7,25 und 10 Metern lang sind, werden für den Neubau zusammengefügt. Diese werden in Coswig vormontiert und mit Sattelschleppern angeliefert. „Der Vorfertigungsgrad beträgt 70 Prozent. Damit sind wir 70 Prozent schneller als auf einer herkömmlichen Baustelle“, so Witzorky. Die Module bestehen aus Stahlskelette mit nichttragenden Gipskartonstrukturwänden. Der Rohbau erhält eine Verputzung und ein Dach.

Das Coswiger Unternehmen errichtet Bürogebäude, Krankenhäuser, Kindertagesstätten und Schulen. Bald wird es in Dresden weitere Aufträge abarbeiten, wie der Vertriebsleiter verrät. Das Wohnungsunternehmen Vonovia will mit ALHO-Modulen Wohngebäude errichten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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