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Lokales Dresdens Wirtschaft brummt – Mehr Jobs, zuwenig Platz
Dresden Lokales Dresdens Wirtschaft brummt – Mehr Jobs, zuwenig Platz
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06:33 21.04.2019
Private Investoren, Stadt und TU bauen die früheren „Universellen Werke“ an der Zwickauer Straße zum Technologiezentrum um. Quelle: Heiko Weckbrodt
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Dresden

Trotz der dunklen Wolken am globalen Konjunkturhimmel wächst die Dresdner Wirtschaft weiter – bisher zumindest: Rechnet man Behörden-Jobs ein, hat sie im Jahr 2018 rund 7.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 155 Millionen Euro in Erweiterungsvorhaben sowie Neubauten investiert. „Der Wirtschaftsstandort Dresden brummt“, schätzte Chef-Wirtschaftsförderer Robert Franke ein.

Flächen für weitere Großinvestoren à la Bosch fehlen komplett

Dass der Konjunkturmotor hier rund läuft, führt der Amtsleiter auch auf eine aktive Wirtschaftspolitik von Stadt und privaten Akteuren zurück. Dazu zählt er die jüngsten Innovationsförderprogramme der Kommune für junge Technologie-Unternehmen, den VW-Inkubator für Mobilitätsfirmen, die „Juniordoktor“- und „Juniormeister“-Programme für die Nachwuchsgewinnung, den Ausbau des Gewerbehofs an der Freiberger Straße und des Nanozentrums in Klotzsche, aber auch die Innovationskraft der Bestandsunternehmen.

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Robert Franke leitet die städtische Wirtschaftsförderung in Dresden. Quelle: Heiko Weckbrodt

Allerdings hat Franke nur noch wenige Grundstücke für Ansiedlungen parat und Flächen für weitere Großinvestoren à la Bosch schon gar nicht. Damit also die Dresdner Konjunktur nicht wegen Platzmangel eingeht, will er nun rasch neue Technologiezentren und Gewerbegebiete an ansiedlungswillige Firmen und Forschungsbetriebe vermarkten. Ganz oben auf der Tagesordnung stehen der Wissenschaftspark Dresden-Ost und die ehemaligen „Universellen Werke“ an der Zwickauer Straße.

Ein Schwachpunkt bleibt die Verkehrsanbindung

Die „Universelle“ war einst eine Fabrik für Zigaretten- und Verpackungsmaschinen. Seit 2017 baut ein Konsortium aus der Immobilienfirma Immopact, der Technischen Universität (TU), dem Roboterhersteller Kuka und der Stadt die alten Werke schrittweise bis 2022 zu einem Technologiezentrum um.

Für die frühere Fabrik unweit des Uni-Campus seien die ersten Mietverträge unterschrieben, informierte Franke. An der Zwickauer Straße will Professor Hubert Jäger von der TU eine Pilotlinie für eine neue Leichtbau-Technologie einrichten. Worum genau es sich handelt, will derzeit noch keiner verraten.

Blick auf die Universellen Werke vor Sanierungsbeginn

Auf dem traditionellen Industriegelände soll bis 2018 ein Innovationszentrum im Haus E entstehen.

Aber bekannt ist, dass Prof. Jäger intensive Kooperationen mit Südkorea knüpft. Auch will er in den „Universellen Werken“ gerne einen Brüter für Firmen-Ausgründungen aus seinem Leichtbau-Institut einrichten. Weitere Mieter des nun sanierten Trakts E sind das „DLR-Institut für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung“ und ein paar kleinere Softwareschmieden.

Ein Schwachpunkt bleibt die Verkehrsanbindung: Die Zwickauer Straße ist dort eine Holperpiste. Franke will Geld aus seinem Wirtschaftsförder-Etat abzwacken und damit einen Teil der Straße sanieren. „Das wird aber frühestens Ende 2020 oder Mitte 2021“, schätzt er.

Derweil kommt das Endlos-Projekt „Wissenschaftspark Ost“ langsam voran: Die ersten kleineren Flächen an Reicker Straße und Bergander-Ring will Franke in diesem Jahr Unternehmen anbieten. Immer noch fehlt aber das Geld für eine professionelle Erschließung. Zudem ringt die Stadt schon seit Jahren um eine Erlaubnis der Bahn, wieder eine Straßenunterführung unterm Bahndamm in Betrieb zu nehmen. Bisher nämlich fehlt die direkte Verbindung zu den Fraunhofer-Instituten auf der anderen Seite der Eisenbahnstrecke – und solange ist der Wissenschaftspark für junge Tech-Firmen nur halb so attraktiv.

Von Heiko Weckbrodt