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Lokales Dresdens Bibliotheken forcieren den Wandel zum Bildungsort 2.0
Dresden Lokales Dresdens Bibliotheken forcieren den Wandel zum Bildungsort 2.0
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21:51 28.01.2020
Besucher sitzen in der Bibliothek im Dresdner Kulturpalast. Die städtischen Büchereien sollen sich zu Treffpunkten entwickeln. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Direktor Arend Flemming will die städtischen Bibliotheken in Dresden 2020 und in den Folgejahren weiter zum Bildungsort 2.0 umbauen. Geplant sind ambitionierte Video-Streamingdienste, mehr elektronische Angebote, längere Öffnungszeiten und zusätzliche, teils digital basierte Schulbibliotheken.

Neuen Öffnungskonzept „7/10“ kommt an

Die Idee dahinter: Damit Leihbüchereien im Digitalzeitalter nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, müssen sie sich zu Orten mit hohem Erlebniswert wandeln. Zu Räumen, in denen Menschen nicht nur Bücher ausleihen, sondern an denen man sich trifft, lernt und Neues ausprobiert.

Arend Flemming, Direktor der städtischen Bibliotheken Dresden. Quelle: Carola Fritzsche

Rückendeckung bekommt Flemming für diesen Kurs durch Annekatrin Klepsch (Die Linke): Dresden müsse dafür sorgen, dass die Bibliotheken interessant bleiben für die „Generation Neflix“, die mit den digitalen Bequemlichkeiten kommerzieller Streaming-Dienste aufwächst, betonte die Kulturbürgermeisterin.

Eingeschlagen hatten die kommunalen Bibliothekare diesen Kurs bereits, als sich die Jugendbibliothek zur „Medien@age“ wandelte und schließlich in der neuen Zentralbibliothek neuen Typs im Kulturpalast aufging. Auch mit dem neuen Öffnungskonzept „7/10“ hat Flemming gute Erfahrungen gemacht: Seitdem die Pilot-Bibliothek Süd sieben Tage pro Woche jeweils 10 bis 22 Uhr geöffnet habe, seien die Besucherzahlen dort um 55 Prozent gestiegen. Daher will der Direktor bis zum Jahresende eine weitere Stadtteilbibliothek auf überlange Öffnungszeiten umstellen, in Zukunft dann je zwei pro Jahr.

Elektronische Bücher beliebt

Auch an den Schulen stehen Änderungen bevor: In diesem Jahr sollen 13 weitere Schulbibliotheken öffnen, darunter erstmals auch eine an einer Förderschule. Dass sich eine besondere Leseförderung für Kinder und Jugendliche langfristig auszahlt, lasse sich inzwischen auch an den Statistiken ablesen: „In Dresden gab es im vergangenen Jahr drei Prozent mehr Kinder. In die Bibliotheken kamen aber sogar vier Prozent mehr Kinder“, berichtete Flemming. Ähnlich überdurchschnittlich wachse die Zahl der jugendlichen Bibliotheksnutzer. „Unsere Leseförderung macht sich bemerkbar“, ist er überzeugt.

Weiterlesen: So geht es mit den Schulbibliotheken in Dresden weiter

Dabei steht für die Bibliothekare längst nicht mehr nur das klassische Papierbuch im Fokus, sondern auch elektronisch publizierte Literatur. Während die Entleihzahlen insgesamt in den Städtischen Bibliotheken im vergangenen Jahr um nur 0,6 Prozent auf 5,416 Millionen stiegen, legten die elektronischen Bücher um 13 Prozent zu. „Die eBooks gehen regelrecht durch die Decke“, sagte Flemming.

Attraktiver will er die Bibliotheken auch für jene machen, die sich daran gewöhnt haben, Filme, Serien und Musik als Datenströme im Internet zu konsumieren. „Die Welt dreht sich nun mal weiter und die Leute wollen keine Scheiben mehr“, berichtete der Direktor. Deshalb baue er die DVD- und CD-Bestände langsam ab.

Stattdessen gibt es künftig mehr Video- und Musik-Ströme auf dem eigenen Netzportal der Dresdner Bibliotheken: Nachdem registrierte Leser dort bereits über „Naxos“ und „Medici.tv“ klassische und Jazz-Musik gratis abrufen können, will Flemming im März auch das Rock- und Popangebot von „Freegal“ freischalten. Später folgt „Filmfriend“, kündigte der Direktor an.

Konkurrenz will er den kommerziellen Anbietern damit nicht machen: Statt Hollywood Blockbuster gibt es über dieses Portal nur Videoströme mit Literaturverfilmungen und Independent-Filmen zu sehen.

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Von Heiko Weckbrodt

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