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Lokales Dresden zieht die Zügel für Straßenmusiker an
Dresden Lokales Dresden zieht die Zügel für Straßenmusiker an
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14:06 11.01.2017
Wenn diese Damen und Herren loslegen, wird es schmerzhaft für die Ohren.
Wenn diese Damen und Herren loslegen, wird es schmerzhaft für die Ohren.  Quelle: DNN
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Dresden

 In Kürze sollen die Gremien des Stadtrats eine Beschlussvorlage über eine „Neuregelung über die Ausübung von Straßenmusik, Straßenkunst und Straßenmalerei“ zur Beratung erhalten. „Sie wird noch nichtöffentlich verwaltungsintern abgestimmt und kann in Kürze beraten werden“, kündigte Doris Oser an, Referentin von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen).

Ziel der neuen Spielregeln sei es, eine Kontrolle zu ermöglichen, damit Regelverstöße geahndet werden könnten. Innerhalb des sogenannten „26er Rings“ sollen Standorte definiert werden, an denen Straßenmusiker ihrer Profession nachgehen können. Es soll aber auch Tabuzonen geben, so Oser. „Wir wollen einen Ausgleich zwischen den Interessen der Straßenkünstler und der Anlieger und Gewerbetreibenden herstellen.“ Die Künstler hätten ein Interesse daran, ihre Darbietungen möglichst ungehindert aufführen zu können. Die Anlieger wiederum würden sich dadurch teilweise massiv gestört fühlen.

Besonders sensible Bereiche wie die Prager Straße oder der Schlossplatz habe der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften in der Vorlage berücksichtigt, versicherte Oser. Es solle auch ein angemessener Abstand zwischen den einzelnen Auftrittsorten eingehalten werden.

Wer in der Innenstadt auftreten will, wird eine Genehmigung benötigen, wenn der Stadtrat Schmidt-Lamontain folgt. Allerdings müssen die Künstler nicht extra im Rathaus vorsprechen, sie können eine Sondernutzungserlaubnis per Smartphone beantragen. Eine entsprechende App könnte für die bevorstehende Sommersaison zur Verfügung stehen, so Oser. Die Genehmigung könne zu einem Interessenausgleich unter den Straßenkünstlern beitragen. „Jeder hat dann die Chance, an einem lukrativen Standort zu spielen. Auch Künstler, die sich auf der Durchreise befinden.“

Der Stadtrat soll die Neuregelung vor Beginn der neuen „Saison“ beschließen. Das Thema Straßenmusik war virulent geworden, nachdem die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit 2015 die Genehmigungspflicht für Straßenkunst abgeschafft hatte. Seitdem traktieren „Musiker“ aus Osteuropa in regelmäßigen Abständen mit brutaler Lautstärke die Ohren und Nerven von Anwohnern und Anliegern im Zentrum. Die Krawallmacher ließen sich auch von kalten Temperaturen im Dezember nicht abschrecken und beschallten in der Weihnachtszeit die Innenstadt. Sobald die Temperaturen wieder steigen und die Sonne scheint, dürften die Osteuropäer die Gitarren und Trommelkisten wieder auspacken. Das Ordnungsamt hatte mehrfach erklärt, keine Handhabe gegen diese Auswüchse zu haben.

Von Thomas Baumann-Hartwig