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Lokales Dresden wirbt um neue Kameraden für die Freiwillige Feuerwehr
Dresden Lokales Dresden wirbt um neue Kameraden für die Freiwillige Feuerwehr
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15:43 14.08.2019
Freiwillige Kameraden aus Gompitz und Kaitzsch mit neuem Auto und Kampagnenplakat: Uwe Gasch (Gompitz), Philipp Dittlof (Kaitz), Tim Lommatzsch, Laura Hoyk, Henry Lommatzsch (Jugendfeuerwehr Gompitz) und Kay Lommatzsch (Gompitz, v.l.). Quelle: Anja Schneider
Dresden

Es ist spät in der Nacht, als Kay Lommatzschs Beeper sich meldet. Der 41-Jährige weiß, worauf es jetzt ankommt: Schnell in die Klamotten und schnell zum Gerätehaus an der Altnossener Straße. Lommatzsch ist seit 23 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Gompitz aktiv – einer von vielen Ehrenamtlichen, die bei Nacht und Nebel ausrücken, wenn andere Hilfe brauchen. „Man weiß nie worum es geht, einen Unfall auf der Autobahn 17, eine technische Hilfeleistung, einen Brand“, sagt er.

625 Frauen und Männer sind derzeit bei den 21 Stadtteilfeuerwehren in Dresden aktiv. Sie unterstützen in festgelegten Ausrückebereichen die Kameraden der Berufsfeuerwehr. „Wir sind meistens etwas schneller da, weil wir kurze Wege haben und wir haben die Ortskenntnis“, sagt Lommatzsch. Regelmäßig sehen er und seine Kameraden sich vor allem Schulen, Kitas und größere Unternehmen in ihrem Gebiet um und sammeln so unbezahlbares Wissen, das im Ernstfall Leben retten kann.

Freiwillige Kameraden sind im Durchschnitt zu alt

Personell stehe man im Moment ganz gut bei den Freiwilligen Feuerwehren da, sagt Michael Katzsch, Leiter der Stabsstelle im Brand- und Katastrophenschutzamt. Es gebe zwar Stadtteilfeuerwehren, wo Leute gesucht werden. „Pillnitz ist ein klassischer Fall, dort liegt es vor allem daran, dass bezahlbarer Wohnraum im Ausrückebereich fehlt“, sagt Katzsch. Andererseits gebe es Feuerwehren, die haben eine Warteliste, weil derzeit alle Spinde vergeben sind. In Gorbitz ist das zum Beispiel so, auch bei einigen Jugendfeuerwehren.

„Wir haben einen guten Stand“, sagt auch Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). „Wir können aber nicht genug kriegen“, fügt er an. Denn bei den Freiwilligen Feuerwehren ist das Durchschnittsalter relativ hoch. Mit 49 Jahren liegt es deutlich über dem Schnitt der Berufsfeuerwehr. 30 Kameraden scheiden in den nächsten fünf Jahren aus dem aktiven Dienst aus, sagt Sittel. Für sie gelte es Ersatz zu finden.

Kaitz rückte 414 Mal im Jahr aus

Dabei beschreitet die Stadt mehrere Wege. Zum einen sorgt sie für gute Technik. Zwei neue Mannschaftstransportwagen im Wert von je 54 000 Euro hat sie am Mittwoch an die Freiwilligen Feuerwehren Gompitz und Kaitz übergeben. Die Fahrzeuge kommen auch bei der Jugendfeuerwehr zum Einsatz. „Sie ist für uns ganz wichtig, mehr als die Hälfte unserer aktiven Mitglieder gewinnen wir über die Jugendarbeit“, sagt Stabsleiter Katzsch. Bis Ende des Monats läuft zudem eine Kampagne mit 270 City-Light-Plakaten im Stadtgebiet. „112 – sei dabei“ steht auf ihnen.

Ein anderes ist es, die teils großen Unterschiede auszugleichen. So rückte die Freiwillige Feuerwehr Kaitz, die große Teile der Innenstadt abdeckt, 414 Mal im Jahr 2018 aus. Die Gompitzer Kameraden waren dagegen 51 Mal im Einsatz. Man wolle jetzt über die Alarmierung für etwas Entspannung in Kaitz sorgen, sagt Michael Katzsch. „Die Freiwillige Feuerwehr muss ja nicht bei jedem brennenden Papierkorb ausrücken, sondern nur dann, wenn sie wirklich gebraucht wird“, sagt er. Bereits in diesem Jahr sollen die Veränderungen zum Tragen kommen.

Feuerwehrdynastie aus Gompitz

Die Einsätze sind das eine, was eine Stadtteilfeuerwehr gerade am Stadtrand bedeute, etwas anders, meint Feuerwehrmann Lommatzsch dazu. „Wir unterstützen bei Festen, helfen in Schulen und Kitas“, sagt er. Die Feuerwehr sorge für Gemeinschaft. So sei das auch schon gewesen, als sein Großvater und Vater in den Vorgängerwehren von Gompitz aktiv war. Für Lommatzsch war es deshalb auch keine Frage, selbst das Ehrenamt zu ergreifen. Und auch für seine Kinder nicht. Sohn Tim kann mit seinen 16 Jahren und nach bestandener Truppmann-Ausbildung schon bald auf erste Einsätze mitfahren, der 14-jährige Henry ist wie sein Bruder bei der Jugendfeuerwehr. „Und der nächste Sohn ist sechs und brennt darauf, mit neun Jahren in die Jugendfeuerwehr zu kommen“, sagt der fünffache Vater. Und was sagt die Mutter dazu? „Sie ist stolz auf uns“, sagt Lommatzsch.

Von Uwe Hofmann

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