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Lokales Dresden will Winterdienst auf Radwegen ausweiten
Dresden Lokales Dresden will Winterdienst auf Radwegen ausweiten
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07:39 14.11.2019
4000 Tonnen Salz hat die Stadt für den Winterdienst angeschafft. Amtsleiter Robert Franke prüft mit der Schaufel die Qualität. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Dresden im November: Auf dem Altmarkt wird der Striezelmarkt aufgebaut, die Tage werden kürzer, die Bäume kahler und die Menschen haben ihre winterwarme Funktionskleidung längst aus den Kleiderschränken geholt. So ist das alle Jahre. Beim Regiebetrieb Zentrale Dienste bedeutet November aber auch: alles für den Winterdienst vorbereiten. 720 Kilometer des insgesamt 1400 Kilometer großen Straßennetzes müssen von Eisglätte und Schnee befreit werden, sobald der Winter ins Elbtal einzieht.

42 Fahrzeuge stehen bereit

Auf besonders anfälligen Straßen merken es die Winterdienstverantwortlichen immer zuerst, wenn es so weit ist. Deshalb betreiben sie seit einigen Jahren sogenannte Glättemeldeanlagen an Pillnitzer Straße, Radeburger Straße, Unkersdorfer Straße, Königsbrücker Straße, Weißiger Landstraße und Stuttgarter Straße. Wenn es dort glatt wird, gilt auch für das übrige Stadtgebiet, dass der Winterdienst ausrücken muss. 42 Fahrzeuge stehen dafür seit Monatsbeginn bereit. Bisher habe man sie noch nicht gebraucht, sagt Robert Franke, der kommissarische Leiter des Straßen- und Tiefbauamts. 4000 Tonnen Streusalz habe man eingelagert. „Wir sind vorbereitet“, sagt Franke den Satz, den jeder Autofahrer vor Winterbeginn hören will.

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Probleme bei starkem Schneefall oder blitzartig auftretender Glätte

Die großen Bemühungen bei Regiebetrieb, Stadtreinigung und vertraglich gebundenen Firmen bedeuten aber nicht, dass auch im Winter sommerliche Straßenverhältnisse herrschen werden. Insbesondere bei starkem Schneefall oder blitzartig auftretender Glätte komme man an Grenzen, sagt Franke. Dann komme der Winterdienst nur dort zum Einsatz, wo es am nötigsten ist.

Dresden hat dafür die Straßen, auf denen Winterdienst vorgesehen ist, in drei Kategorien eingeteilt. Zur ersten zählen all jene Straßen, auf denen viel Verkehr herrscht. Alle Busstrecken gehören dazu. In der zweiten Kategorie befindet sich das übrige Hauptstraßennetz, das für den Verkehr von geringerer Bedeutung ist. In der dritten Kategorie sind Nebenstraßen aufgeführt, die wegen ihres Gefälles bei Glätte besonders gefährlich werden können oder an wichtigen Einrichtungen wie Krankenhäusern liegen.

Hier gibt es Winterdienst auf Radwegen

Elbradweg: auf Altstädter Elbseite zwischen Steinstraße und Blauem Wunder, auf Neustädter Elbseite zwischen Waldschlößchenbrücke und Molenbrücke

Gebiet West: Fröbelstraße, Coventrystraße südl. Seite, Nossener Brücke

Gebiet Nord: Hermann-Reichelt-Straße, Königsbrücker Landstraße, Flügelwegbrücke

Gebiet Süd: Teplitzer Straße, Dohnaer Straße

Gebiet Ost: Bautzner Landstraße (Ortsausgang Bühlau bis Ortseingang Weißig sowie Radeberger Straße bis An der Prießnitzaue), Weißiger Landstraße (von Bahnhofstraße bis Zum Turmberg), Pappritzer Straße (von Kirschallee bis Straße des Friedens)

Gebiet Mitte: Basteiplatz, Marienbrücke, Budapester Straße, Albertbrücke, Käthe-Kollwitz-Ufer

Radwege, die auf der Fahrbahnverlaufen und in dieser Auflistung nicht enthalten sind, werden trotzdem in der jeweiligen Winterdiensttour mit betreut, das allerdings erst nachdem die Fahrbahn befreit ist. Grund dafür ist, dass die Winterdienstfahrzeuge für die Radwege in den Seitenbereichen ein zweites Mal die Strecke abfahren müssen.

2500 Tonnen Streusalz und 700 Kubikmeter Granulat haben die Winterdienstleute in der kalten Jahreszeit 2018/2019 auf die Straße gebracht. Das Granulat kommt vor allem auf Radwegen, aber auch überall dort zum Einsatz, wo das Trockensalz nicht ausgebracht werden soll. Dazu gehören zum Beispiel Karcherallee und Stübelallee, wo Bäume zu schützen sind, und die Pillnitzer Straße, die durch ein Trinkwasserschutzgebiet verläuft.

150. 000 Euro kostet der Winterdienst auf dem Elberadweg

Knapp 2,9 Millionen Euro hat sich Dresden im vergangenen Jahr den Winterdienst kosten lassen, für das Material fielen weitere 253 .000 Euro an. Für diesen Winter wird mit ähnlichen Summen kalkuliert. 1,5 Millionen Euro seien für die städtischen Betriebe, weitere 1,65 Millionen Euro für externe Firmen und eine halbe Million Euro fürs Material vorgesehen, informiert Franke. Weitere 150 .000 Euro kostet der Winterdienst auf dem Elberadweg im Innenstadtbereich.

Neben Straßen werden auch knapp 270. 000 Quadratmeter auf Gehwegen, Radwegen, Treppen und Überwegen vom Winterdienst betreut. Vor allem um die Radwege gab es zuletzt immer wieder Diskussionen. Zwar habe sich zum Vorjahresprogramm wenig geändert und es bleibe bei 70 Kilometer Radwegen, die geräumt werden sollen, sagt Robert Franke (siehe Kasten). Es werde aber an einem Konzept gearbeitet, den Winterdienst auf Radwegen auszuweiten.

Das müssen Grundstückseigentümer im Winter beachten

In Dresden sind Anlieger im Winter verpflichtet, montags bis sonnabends bis 7 Uhr sowie sonn- und feiertags bis 9 Uhr öffentliche Wege entlang ihrer Grundstücksgrenzen auf einer Breite von 1,50 Meter, bei Bedarf breiter, von Schnee zu beräumen und bei Eisglätte abzustumpfen. Sooft es die Sicherheit erfordert, ist dies tagsüber bis 20 Uhr zu wiederholen.

Der Einsatz von Tausalz oder schmutzenden Stoffen wie Asche ist verboten. Erlaubt sind abstumpfende Materialien wie Sand, Splitt oder salzfreies Granulat. Nur im Ausnahmefall, wenn die Freihaltung anders nicht gewährleistet werden kann, darf Auftausalz an Hydranten, Absperrschiebern und Treppen benutzt werden.

Schnee und Eis dürfen nicht auf die Fahrbahn geschoben werden, sondern nur an den Gehwegrand oder an den Fahrbahnrand, wenn anderswo kein Platz mehr ist. Überall dort, wo viele Menschen die Straße queren (wie an Haltestellen, Fußgängerüberwegen, Kreuzungen und Einmündungen) müssen ausreichend Durchgänge im Schneewall eingerichtet sein. Außerdem sind Straßeneinläufe, Schaltkästen und Hydranten freizuhalten. Gefährliche Eiszapfen an Dächern und Dachrinnen sind zu beseitigen. Außerdem müssen Gefahrenstellen, die etwa durch drohenden Schnee- oder Eisabgang von Dächern oder Überfrierungen nach Rohrbrüchen entstehen, abgesichert werden. Nach der Winterperiode sind die Reste von Streugut zu entfernen.

Von Uwe Hofmann