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Lokales Dresden will Gesundheitskarte für Asylbewerber einführen
Dresden Lokales Dresden will Gesundheitskarte für Asylbewerber einführen
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17:31 06.09.2019
Eine Gesundheitskarte ermöglicht Geflüchteten direkten Zugang zu Ärzten. Bislang müssen Arztbesuche erst vom Sozialamt genehmigt werden. Quelle: Archiv/dpa
Dresden

Die Stadt Dresden will den Arztbesuch für Asylbewerber künftig deutlich vereinfachen. Wie gesetzlich Krankenversicherte sollen Asylsuchende künftig auch mit einer elektronischen Gesundheitskarteeinen Mediziner aufsuchen können. Bisher müssen Betroffene zunächst beim Sozialamt vorsprechen und dort ei­nen Behandlungsschein beantragen. Gerade in akuten Fällen ist das ein besonderes Problem.

Stadtrat entscheidet im Dezember

Für die Einführung der Gesundheitskarte für Asylbewerber hat Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) jetzt eine entsprechende Beschlussvorlage für den Stadtrat präsentiert. Das Papier werde voraussichtlich im Dezember dem Gremium zur Abstimmung vorgelegt. Finden die Pläne dort ei­ne Mehrheit, könnte Dresden als erste Kommune in Sachsen ab Frühjahr des nächsten Jahres die Gesundheitskarte einführen.

„Wir stehen als erste sächsische Kommune in den Startlöchern, die elektronische Gesundheitskarte für Geflüchtete einzuführen. Es war äußerst beschwerlich, alle Detailfragen zu klären. Doch diese Mühe hat sich gelohnt“, sagt Kristin Kaufmann. „Damit senken wir Barrieren im Gesundheitswesen ab und bauen weitere Brücken für die erfolgreiche Integration von Neuzugewanderten in unsere Stadtgesellschaft“, so die Politikerin.

Elektronisches Netzwerk seit Juli aufgebaut

Ein entscheidender Knackpunkt war die Frage, wie Leistungsmissbrauch mit der Karte verhindert werden kann. Neben rechtlichen und formalen Voraussetzungen habe es zudem tech­nischer Vorkehrungen bedurft. Dazu werde seit Ju­li ein neues elektronisches Netzwerk aufgebaut. Gegenwärtig sind nach Angaben der Stadtverwaltung beispielsweise schon 90 Prozent aller Zahnärzte mit dieser neuen Technik ausgestattet.

Der Stadtrat hatte die Verwaltung bereits im Mai 2015 beauftragt, die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte zu prüfen. In der Folge loteten Mitarbeiter der Stadtverwaltung in einer Reihe von Fachgesprächen mit Vertretern der Kassenzahnärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen die Bedingungen für eine Rahmenvereinbarung aus. Inzwischen ist das Pa­pier ausverhandelt und steht vor dem Abschluss, heißt es aus dem Dresdner Rathaus. Mit der Vereinbarung wird die Übernahme der Kosten von Krankenbehandlungen von Asylbewerbern geregelt, die gegenüber der Stadt Anspruch auf Gesundheitsleistungen haben.

Von seko

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