Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresden und die Welt im Jahr 2002
Dresden Lokales Dresden und die Welt im Jahr 2002
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:26 20.02.2019
Land unter: Die Altstadt von Dresden am 17. August 2002. Der Elbpegel hat einen Höchststand von 9,40 Meter erreicht. Quelle: Archiv/DDP
Dresden

16. Januar: Ministerpräsident Kurt Biedenkopf kündigt seinen Rücktritt an. „König Kurt“ erhebt schwere Vorwürfe gegen die Spitze der sächsischen CDU, vor allem gegen deren Chef Georg Milbradt. „Dass ein Parteitag einen geschassten Minister zum Vorsitzenden wählt, ist ein einmaliger Vorgang.“ Biedenkopf war nach einer Reihe von Affären politisch auch in den eigenen Reihen unter Druck geraten. Er werde vom Amt des sächsischen Ministerpräsidenten am 17. April zurücktreten, teilt der 71-Jährige auf einer Pressekonferenz in Dresden mit.

6. März: Matthias „Matz“ Griebel geht in den Ruhestand. Knapp zwölf Jahre leitete er mit Charme, Witz und Charisma das Dresdner Stadtmuseum.

Ein Dresdner Original nimmt Abschied: Stadtmuseumschef Matthias (Matz) Griebel geht in den Ruhestand. Quelle: Flechtner/Archiv

12. April: Auf seiner Deutschlandreise besucht Chinas Staatspräsident Jiang Zemin auch die Meißner Porzellanmanufaktur sowie die Gemäldegalerie Alte Meister. 725 Polizisten sorgen für die Sicherheit des Gastes. Einige Anhänger des verbotenen Kultes Falun Gong protestieren gegen den Besuch des Staatsoberhauptes.

17. April: Das Ende der Ära Biedenkopf: Der Ministerpräsident nimmt offiziell nach fast zwölfjähriger Amtszeit seinen Hut. Einen Tag später wird Georg Milbradt, der von Biedenkopf gefeuerte Ex-Finanzminister, vom Landtag zum neuen Sächsischen Ministerpräsidenten gewählt.

13. Mai: Dresdens Finanzbürgermeister Hanspeter Stihl gibt nach dreijähriger Amtszeit seinen Rücktritt bekannt. Bis zur Wahl eines neuen Finanzdezernenten führt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel die Geschäfte des Kämmerers.

Dauerregen lässt im August die Flüsse und Bäche im Mittelgebirge zu reißenden Strömen anschwellen.

12. August: In Glashütte bricht ein Rückhaltebecken, die Müglitz verwüstet große Teile von Glashütte, Weesenstein und Schlottwitz. Abends läuft die Talsperre Malter über und die Weißeritz überflutet Teile von Tharandt, Freital und Dresden.

13. August: Die Weißeritz hat sich ihr altes Flussbett gesucht, überflutet den Hauptbahnhof, den Wiener Platz und die Prager Straße, den Zwinger und den Theaterplatz. Die Friedrichstadt steht unter Wasser, das Krankenhaus wird evakuiert. In Dresden wird Katastrophenalarm ausgelöst.

Nach der Weißeritz kommt die Elbe: Laubegast, Zschieren, Kleinschachwitz, Pillnitz, Gohlis, Teile von Cossebaude, Niederwartha, Kaditz und Mickten werden überflutet. Der Zwinger steht erneut unter Wasser. Krankenhäuser werden geräumt, der Elbepark geschlossen, das Klärwerk Kaditz überflutet. Von nun an fließen die Abwässer ungeklärt in die Elbe. Die Brücken sind gesperrt und werden nur sporadisch geöffnet, der Verkehr ist so gut wie zum Erliegen gekommen, in zahlreichen Stadtvierteln ist der Strom ausgefallen. Das Wasser steht sogar in der Äußeren Neustadt.

Tausende Helfer aus der Stadt und weiten Teilen Deutschlands sind im Einsatz.Viele Orte um Dresden sind vom Wasser ein- und von der Außenwelt abgeschlossen.

17. August: Gegen 7 Uhr erreicht die Elbe ihren Höchststand. Mit 9,40 Meter wird der Rekord aus dem Jahr 1845 (8,77 Meter) weit übertroffen.

Langsam zieht sich die Elbe zurück. Die Flutschäden werden offenbar: 21 Tote, 40 000 Evakuierte entlang der Elbe, Schäden in Höhe von 200 Millionen Euro.

Es beginnen die Aufräumarbeiten. Tonnen von Müll und Schlamm werden aus den überfluteten Gebäuden und von den Straßen geräumt. Langsam zieht Normalität ein.

18. September: Eröffnung der Altmarkt-Galerie mit einer Verkaufsfläche von etwa 26 000 Quadratmetern und einer Bürofläche von etwa 5000 Quadratmetern. Investition: rund 190 Millionen Euro

Eröffnung der Altmarkt-Galerie mit OB Ingolf Roßberg, Ministerpräsident Georg Milbradt und Bundespräsident Johannes Rau (v.l.). Quelle: Flechtner/DNN

2002 steigen die Dresden Monarchs in die 1. Bundesliga auf, zieht das Deutsche Zentrum für zeitgenössische Musik nach Hellerau, wird der Förderverein Lingnerschloss e.V. gegründet und Hoppes Hoftheater sowie das Museumskino in den Technischen Sammlungen eröffnet.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Der Euro wird als neue Währung der Europäischen Union in den Umlauf gebracht.

6. Januar: Sven Hannawald gewinnt als erster Skispringer alle vier Einzelspringen der Vierschanzentournee.

2. Februar: In Amsterdam heiraten der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und Máxima Zorreguieta.

8. bis 24. Februar: XIX. Olympische Winterspiele im amerikanischen Salt Lake City

26. April: Der 19-jährige ehemalige Schüler Robert Steinhäuser tötet während eines zehnminütigen Amoklaufs am Erfurter Gutenberg-Gymnasium elf Lehrer, eine Referendarin, eine Sekretärin, zwei Schüler, einen Polizeibeamten und danach sich selbst.

Quelle: dpa/Archiv

5. Mai: Jacques Chirac wird als französischer Staatspräsident wiedergewählt.

31. Mai bis 30. Juni: 17. Fußball-WM in Japan und Südkorea: Brasilien gewinnt das Endspiel gegen Deutschland mit 2:0 und wird zum fünften Mal Weltmeister.

13. Juni: Die USA treten einseitig vom ABM-Vertrag (Begrenzung von Raketenabwehrsystemen) zurück.

13. Juni: Erste Ratsversammlung aller afghanischen Stammesführer in Kabul, Afghanistan

1. Juli: Ein russisches Passagierflugzeug vom Typ Tupolew und eine Boeing-Frachtmaschine stoßen über dem Bodensee bei Überlingen zusammen und stürzen ab. Es gibt 71 Tote, darunter 45 Kinder und Jugendliche. Als Ursache wird ein Fehler der schweizerischen Luftüberwachung angegeben.

3. Juli: Steve Fossett umrundet in dreizehneinhalb Tagen in einem Ballon die Welt.

14. Juli: Drei Zuschauer überwältigen in Paris den Franzosen Maxime Brunerie, als dieser bei der Parade zum Nationalfeiertag mit einem Karabiner den Staatspräsidenten Jacques Chirac töten will.

16. Juli:Die republikanische Untergrundorganisation Nordirlands IRA entschuldigt sich erstmals für die zivilen Opfer der eigenen Terroraktionen.

22. September: Bei der Bundestagswahl können SPD und Grüne ihre Regierungsmehrheit knapp behaupten. Die PDS scheitert an der Fünf-Prozent-Klausel, erringt aber zwei Direktmandate.

23. Oktober: Bei einer Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater bringen tschetschenische Rebellen 850 Menschen in ihre Gewalt. Die Geiselnahme, bei der 130 Geiseln sowie alle Entführer sterben, wird drei Tage später beendet.

13. Dezember: Der EU-Gipfel in Kopenhagen beschließt die Aufnahme von zehn neuen Mitgliedern am 1. Mai 2004 („Osterweiterung“).

Gestorben sind 2002 unter anderem die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, die Schauspieler Hildegard Knef, Barbara Valentin, Rod Steiger, Richard Harris, James Coburn und Klaus Löwitsch, der Violinist Helmut Zacharias, die Publizistin Marion Gräfin Dönhoff, der Regisseur Billy Wilder, der Kabarettist Jürgen Hart, der Völkerkundler Thor Heyerdahl, der Fußballer Fritz Walter und der Journalist und Verleger Rudolf Augstein.

Von Monika Löffler

Lokales Bellos im Stadtgebiet - So viele Hunde leben in Dresden

Die Zahl der gemeldeten Hunde in der Stadt steigt. Einen Bedarf für mehr Toiletten oder Sonderzonen sieht die Verwaltung aber nicht.

20.02.2019

Fabian K. hatte illegal Daten im Internet abgegriffen, damit diverse Konten eröffnet und mit diesen Daten Waren im Internet angeboten. Er kassierte das Geld, lieferte aber nicht. Der Staatsanwalt wirft im Betrug in über 500 Fällen vor.

19.02.2019

Nach dem Tod des Dresden-Mäzens vor einem Jahr hat das Gebäude an der Frauenkirche jetzt den Besitzer gewechselt. Das Projekt war für den Nobelpreisträger eine Herzensangelegenheit.

21.02.2019