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Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1975
Dresden Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1975
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07:41 17.10.2018
Dauerbaustelle Residenzschloss: Zwar war schon bald nach dem Krieg mit Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen begonnen worden, aber es ging sehr schleppend voran. Es fehlte Geld und Baumaterial. 1975 beginnt der provisorische Wiederaufbau des Südflügels. Quelle: Gerhard Hentschel
Dresden

In Dresden wird kräftig gebaut, viele Plattenbauten wachsen in die Höhe, so in der Inneren Neustadt, an der Bodenbacher Straße oder an der Florian-Geyer-Straße. Im Gegensatz verkommen immer mehr Altbauten, für deren Sanierung fehlt Geld und Material. Eine Ausnahme ist Dresden-Friedrichstadt: Dort wird mit der Modernisierung historischer Gründerzeithäuser begonnen.

Am 31. Januar wird die Städtepartnerschaft Dresdens mit Brazzaville unterzeichnet.

Am 26. April hat die Oper „Moses und Aaron“ im Großen Haus Premiere. Harry Kupfer, Operndirektor des Dresdner Staatstheaters, inszenierte das Werk von Arnold Schönberg. Die Aufführungen mit dem „Tanz ums goldene Kalb“ werden legendär.

Für die Felsnadel „Barbarine“, dem Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, wird ein Kletterverbot ausgesprochen. Durch Blitzeinschläge in den Gipfelkopf und fortschreitende Erosion waren die oberen Gipfelköpfe zunehmend instabil geworden, so dass bereits 1946 Bergsteiger die Vertiefung mit Beton ausgossen. Aufgrund der weiter fortgesetzten Erosion werden 1964 weitere Arbeiten durchgeführt, der Gipfelkopf untermauert und mit Stahlseilen umspannt. Mit einem umlaufenden Stahlseil wird der gerissene obere Kopf vor dem weiteren Zerfall geschützt. Aber erst 1975 wird das Besteigen des 42,7 Meter hohen freistehenden Felsens verboten. Am 13. Dezember 1978 wird die „Barbarine“ zum Naturdenkmal erklärt

Hansotto Voigt verkauft den „Luisenhof“ an die volkseigene Handelsorganisation für 300 000 DDR-Mark. 1920 hatte seine Familie die Gaststätte erworben. Nach der politischen Wende in der DDR kann Voigt 1990 den Rückkauf des Gasthofes erwirken, muss aber 1994 den Betrieb schließen.

125 Jahre DNN

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Am 28. November rollt der letzte O-Bus durch Dresden. Oberleitungsbusse waren ab 1947 im Einsatz, aber zunächst nur als nur als Provisorium gedacht, hatten dann aber fast 30 Jahre lang Bestand. Aufgrund der Treibstoff- und Ersatzteilknappheit nach dem Krieg konnten die wenigen unzerstörten dieselbetriebenen Busse nicht im Linienbetrieb fahren, so setzte man auf die O-Busse. Ab 1946 bauten die Dresdner Verkehrsbetriebe eine O-Bus-Linie auf, die am 8. November 1947 eingeweiht wurde. Die ständige Überanspruchung der Fahrzeuge, vor allem auf der Grundstraße, führten allerdings zu einem enormen Verschleiß, so wurde der Betrieb peu à peu eingestellt.

1975 wird die Schwebebahn in Loschwitz unter Denkmalschutz gestellt, wird Herbert Blomstedt Chefdirigent der Staatskapelle und wird mit dem Bau des Panoramarestaurants auf der Bastei begonnen.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: In der Bundesrepublik wird das Volljährigkeitsalter von 21 auf 18 Jahre gesenkt. Mit dieser Gesetzesänderung werden somit alle in den Jahren 1954 bis 1956 Geborenen auf einen Schlag volljährig.

1. Januar: Das von der UNO proklamierte internationale „Jahr der Frau“ beginnt unter dem Motto „Gleichberechtigung, Entwicklung, Frieden“.

1. Januar: Die Vettern Josef Wiese und Aloys Coppenrath gründen in Westerkappeln die „Conditorei Coppenrath & Wiese“.

7. Januar: Die OPEC erhöht die Ölpreise um zehn Prozent.

14. Januar: In Cottbus fordert der Absturz einer MiG-21 sieben Todesopfer. Es gilt als das schwerste Unglück mit einem Militärflugzeug in der DDR.

16. Januar:Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß besucht China und wird als erster Politiker der Bundesrepublik von Parteichef Mao Tse-tung empfangen.

11. Februar: Die britischen Conservatives wählen mit Margaret Thatcher erstmals eine Frau zur Parteivorsitzenden.

13. Februar: Der aus den Reihen der Zypern-Türken stammende Politiker Rauf Denktas proklamiert den Türkischen Bundesstaat von Zypern auf der Insel. Bei Zypern-Griechen und der internationalen Politik stößt er damit auf Ablehnung.

27. Februar: Der Berliner CDU-Vorsitzende Peter Lorenz wird von Mitgliedern der linksextremistischen terroristischen Vereinigung „Bewegung 2. Juni“ entführt. Das erste und einzige Mal gibt eine Bundesregierung den Forderungen der Entführer nach und tauscht am 4. März fünf inhaftierte Gesinnungsgenossen der Terroristen gegen Lorenz aus.

4. März: Charles Chaplin wird durch die britische Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen.

18. März: Der Europäische Fond für regionale Entwicklung (EFRE) wird errichtet.

26. März: Österreich erkennt als erstes westliches Land die Staatsbürgerschaft der DDR vertraglich an.

4. April: Bill Gates und Paul Allen gründen das Unternehmen „Microsoft“.

17. April: Phnom Penh, Hauptstadt von Kambodscha, wird von den Roten Khmer unter Pol Pot eingenommen.

24. April: Geiselnahme von Stockholm: Ein RAF-Kommando überfällt die deutsche Botschaft in Stockholm, nimmt dort zwölf Geiseln und ermordet zwei von ihnen. Mit der Aktion soll die Freilassung von 26 Häftlingen der RAF erpresst werden. Die Terroristen werden festgenommen und verurteilt.

30. April: Der Vietnamkrieg endet mit der Einnahme Saigons durch die kommunistischen Streitkräfte. Die Regierung von Südvietnam kapituliert bedingungslos, die letzten US-Amerikaner wurden am Tag zuvor während der Operation „Frequent Wind“ aus der Stadt geholt.

21. Mai: In Stuttgart-Stammheim wird der Prozess gegen die führenden Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Jan Carl Raspe und Gudrun Ensslin eröffnet. Vorgeworfen werden ihnen unter anderem fünf Morde, 54 Mordversuche, Sprengstoffanschläge und Bankdiebstähle.

30. Mai: Gründung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA)

1. Juli: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen tritt in Kraft.

15. Juli: Start der ersten gemeinsamen Raumfahrtmission (Apollo-Sojus-Projekt) der USA und der UdSSR mit einem Treffen im All am 17. Juli

1. August: Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki und Gründung der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa): Am Rande der KSZE finden Gespräche zwischen Bundeskanzler Helmut Schmidt und DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker statt.

8. August: In der Volksrepublik China brechen bei einem schweren Taifun 62 Staudämme. 231 000 Menschen kommen bei den Überschwemmungen und später durch Epidemien und Hungersnöte ums Leben.

10. August: Mit einer Hetzjagd durch die Erfurter Innenstadt beginnen die ersten ausländerfeindlichen Pogrome in Deutschland nach 1945. Opfer der Pogrome sind algerische Vertragsarbeiter, die Ausschreitungen dauern drei Tage.

5. September: Lynette Fromme, Anhängerin von Charles Manson, richtet eine Pistole auf US-Präsident Gerald Ford, kann aber überwältigt werden, ohne dass der Präsident verletzt wird. Es ist das erste Attentat nach der Ermordung von John F. Kennedy, das auf einen amerikanischen Präsidenten versucht wird. Knapp drei Wochen später versucht eine 45-jährige Hausfrau Gerald Ford zu erschießen, was ein Passant verhindert. Beide Frauen werden zu lebenslanger Haft verurteilt.

14. September: Rembrandts Gemälde „Die Nachtwache“ wird im Amsterdamer Rijksmuseum von einem Geistesgestörten mit vielen Messerstichen attackiert

20. November: Mit dem Tod General Francos endet in Spanien eine 36-jährige Diktatur. Als Nachfolger steht schon seit 1969 Prinz Juan Carlos fest. Der wird am 22. November zum König von Spanien proklamiert.

10. Dezember: Jelena Bonner nimmt für ihren Mann Andrej Sacharow in Oslo den Friedensnobelpreis entgegen. Sacharow ist der führende Kopf der Bürger- und Menschenrechtsbewegung in der UdSSR. Die sowjetische Regierung hatte Sacharow die Ausreise verweigert.

Der Mann, über den Willy Brand stolperte: Im Spionageprozess gegen Günter Guillaume und Ehefrau Christel verhängt das OLG Düsseldorf lange Haftstrafen. Quelle: Archiv/dpa

15. Dezember: Der frühere Referent im Bundeskanzleramt, Günter Guillaume, wird vom Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Spionage für die DDR zu 13 Jahren Haft und seine Ehefrau zu acht Jahren verurteilt, die sie auf Grund eines Agentenaustausches zwischen DDR und BRD im Jahr 1981 nicht vollständig verbüßen.

1975 gewinnt Niki Lauda seinen ersten Formel-1-Weltmeistertitel, wird in München der erste Frauenbuchladen Deutschlands eröffnet und kommen Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ und Miloš Formans „Einer flog über das Kuckucksnest“ in die Kinos.

Geboren werden 1975 Fußballer David Beckham, die Schauspielerinnen Angelina Jolie, Drew Barrymore, Charlize Theron und Kate Winslet, Rennfahrer Ralf Schumacher, die Musiker Enrique Iglesias und Lou Bega, Ski-Rennfahrerin Hilde Gerg und Profigolfer Tiger Woods.

Gestorben sind unter anderem die Sängerin und Tänzerin Josephine Baker, die Schauspieler Therese Giehse und Michel Simon, die Publizistin Hannah Arendt, die Regisseure Walter Felsenstein und Paul Verhoeven, der Komponist Dmitri Schostakowitsch, der Reeder Aristoteles Onassis und Rennfahrer Graham Hill.

Von Monika Löffler

Dresdner Eislauf-Freunde müssen eine Woche länger auf die Außeneisbahn an der Energieverbund-Arena warten, weil das Rohrleitungssystem noch nicht wasserfrei ist. Es war Mitte September bei Arbeiten beschädigt worden. Die Trainings-Eishalle ist aber nutzbar.

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Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert kritisiert das Verhalten von Italiens Innenminister Matteo Salvini. Hintergrund ist ein Integrationsprojekt von Domenico Locano, für das der Bürgermeister von Riace 2017 in Dresden ausgezeichnet wurde. Nun droht das Projekt Opfer populistischer Politik zu werden.

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Historischer Moment auf dem Neumarkt in Dresden: Erstmals in der Geschichte des Platzes wachsen dort Bäume. Die Oase ist einer besonderen Aktion zu verdanken.

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