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Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1967
Dresden Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1967
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07:37 19.09.2018
Vis-à-vis zur Käseglocke auf dem Dresdner Postplatz wird 1967 die neue HO-Gaststätte „Am Zwinger“ eröffnet (im Bild links). Im Volksmund wird der Gastronomiebetrieb „Fresswürfel“ genannt. Quelle: DNN-Archiv/W..Beck
Dresden

Am 17. Januar wird im historischen spätbarocken Gewandhaus in der Nähe des Rathauses ein Hotel eröffnet. Das „Ho­tel am Gewandhaus“ gehört zur Interhotel-Kette.

Am 28. April öffnen sich die Türen der HO-Gaststätte „Am Zwinger“ – von den Dresdner wegen seiner Form „Fresswürfel“ genannt. Zum Komplex gehört ein Café, der „rustikale Radeberger Bierkeller“, ein „Selbstbedienungs-Gastronom mit Lochkartensystem“ und ein elegantes Weinrestaurant und Tanzcafé. Mit insgesamt 1416 Plätzen und 380 Mitarbeitern ist der „Fresswürfel“ seinerzeit der größte Gaststättenkomplex in der DDR. Für den dreigeschossige Bau war zuvor in den Jahren 1962 und 1963 die Ruine der So­phienkirche abgerissen worden

Am 5. Juni stirbt der Dresdner Puppenspieler und Gründer des Puppentheaters im Dresdner Zoo, Egon Gäble. Von 1931 bis zu seinem Tod spielte er das „Zookasperle“ für die Besucher des Tierparks.

1967 beginnt der VEB Brückenbau Dresden mit dem Bau der zweiten Carolabrücke. 1971 werden die Bauarbeiten be­endet. Im 7. Mai 1945 hatten die Waffen-SS wegen der vorrückenden Roten Ar­mee zwei Bögen der Brücke gesprengt. 1952 wurden erhaltene Teile demontiert und am 7. März die verbliebenen Bogenträger gesprengt. Die beiden Mittelpfeiler im Strom wurden erst beim Bau der neuen Carolabrücke entfernt

Am 21. Juli verunglücken die Dresdner Bergsteiger Fritz Eske und Günther Kalkbrenner, der Heidenauer Günter Warmuth und Kurt Richter aus Karl-Marx-Stadt tödlich in der Eiger-Nordwand. Sie sind Mitglieder der DDR-Nationalmannschaft Alpinistik und dürfen in die Schweiz reisen. Dort besteigen sie zunächst erfolgreich das Matterhorn. Bei der Durchsteigung der Eiger-Nordwand reißt sie vermutlich ein Steinschlag in die Tiefe.

1967 wird Kurt Masur Chefdirigent der Dresdner Philharmonie und prägte das Konzertorchester nachhaltig. Im gleichen Jahr gründete er die Philharmonischen Chöre und schafft damit die Möglichkeit, die Programmvielfalt des Orchesters we­sentlich zu erweitern.

125 Jahre DNN

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Am 1. Oktober wird im Albertinum die VI. Kunstausstellung der DDR eröffnet. Bis 4. Februar präsentieren 690 Künstler ihre Werke.

Im Advent präsentiert das Dresdner Stadtmuseum seine Weihnachtsausstellung. Die Ausstellungen sind jeweils ei­nem besonderen weihnachtlichen Thema gewidmet – zum Beispiel Spielzeug, Licht, Märchen, erzgebirgischer Holzkunst und anderem.

Deutschland, Europa und die Welt

27. Januar: Die Besatzung der US-amerikanischen Weltraumkapsel „Apollo 1“ stirbt während eines Bodentests. Während des Tests auf dem Startkomplex von Ca­pe Canaveral kommt es zu einem Brand in der Kapsel.

6. März: Swetlana Allilujewa, die einzige Tochter des früheren sowjetischen Staatschefs Josef Stalin, reist in die USA ein und lässt sich dort nieder.

18. März: Tankerunglück der „Torrey Canyon“ vor der Küste von Südengland: Nach dem Untergang des Schiffs kommt es zu einer Umweltkatastrophe, Öl fließt in den Ärmelkanal.

19. April: Im Alter von 91 Jahren stirbt Konrad Adenauer. Er war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und von 1951 bis 1955 zugleich erster Bundesminister des Auswärtigen. Sechs Tage nach seinem Tod findet im Plenarsaal des Deutschen Bundestags ein Staatsakt zu Ehren Adenauers statt. Daran schließt sich das Staatsbegräbnis an, an dem neben Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle und US-Präsident Lyndon Baines Johnson auch Regierungschefs sowie Außenminister und Botschafter aus insgesamt 180 Staaten teilnehmen.

21. April: In Griechenland kommt es zu einem Militärputsch.

22. April: Der VII. Parteitag der SED beschließt die Einführung der Fünf-Tage-Woche in der DDR. Andererseits werden fünf Feiertage gestrichen.

1. Mai: Der Rockstar Elvis Presley heiratet in Las Vegas Priscilla Beaulieu.

22. Mai: Im Brüsseler Kaufhaus „À l’innovation“ bricht ein Feuer aus. Zu der Zeit befinden sich etwa 4000 Menschen in dem Gebäude. Das Kaufhaus brennt bis auf die Grundmauern nieder. Mehr als 300 Menschen kommen ums Leben.

2. Juni: Während eines Staatsbesuchs des Schahs von Persien kommt es in Berlin zu De­monstrationen und zu schweren Ausschreitungen. Der Student Benno Oh­nesorg wird von dem West-Berliner Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen. Am 26. Ju­ni tritt der Regierende Bürgermeister Heinrich Albertz und mit ihm der ge­samte Berliner Senat zurück. Kurras wird im Strafprozess trotz Widerlegung der von ihm behaupteten Notwehrsituation vom Verdacht der fahrlässigen Tö­tung frei­gesprochen. Kurras war, wie sich aber erst Jahrzehnte später herausstellte, von 1955 bis mindestens 1967 inoffizieller Mit­arbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

5. bis 10. Juni: Sechstagekrieg zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien.

27. Juni: In Enfield Town wird von Barclays der erste Geldautomat in Betrieb genommen, der britische Schauspieler Reg Varney hebt als erster Mensch auf diese Weise Geld ab.

4. Juli: Der „Freedom of Information Act“ tritt in den USA in Kraft. Das Gesetz gewährt jedem grundsätzlich das Recht, Auskünfte über Dokumente von staatlichen Behörden zu erhalten.

6. Juli: Beim Zugunglück von Langenweddingen sterben 94 Menschen. Bei dem Unfall auf der Strecke zwischen Magdeburg und Thale stoßen an einem Bahnübergang ein Zug und ein Tanklaster zusammen. Es kommt zu einer Explosion. Das Unglück gilt als das schwerste Bahnunglück der DDR und eines der schwersten in der Geschichte der deutschen Eisenbahn.

12. Juli: In Newark bei New York be­ginnen schwere Rassenunruhen, die sich in der Folge über den ganzen Süden ausbreiten. Bei den fünftägigen Straßenschlachten sterben 26 Menschen, Hunderte werden verletzt.

23. Juli: Rassenunruhen in Detroit, aus­gelöst durch eine Polizeirazzia: Sie dauern fünf Tage, fordern 43 Todesopfern und 1189 Verletzte.

9. Oktober: Ernesto „Che“ Guevara wird von einem Feldwebel der bolivianischen Armee auf Weisung des Präsidenten ohne vorherige Gerichtsverhandlung erschossen. Der frühere Kampfgefährte Castros hatte versucht, in Bolivien eine Guerilla-Organisation aufzubauen.

18. Oktober: Der Zeichentrickfilm „Das Dschungelbuch“ aus den Walt-Disney-Studios kommt in die US-Kinos.

31. Oktober: 900-Jahr-Feier der Wartburg

3. Dezember: erste Herztransplantation durch Dr. Christiaan Barnard in Kapstadt.

1967 veröffentlicht Johannes Maria Simmel sein Buch „Alle Menschen werden Brüder“, wird in West-Berlin die „Kommune 1“ gegründet, in der DDR ein Mindesturlaub von 15 Tagen eingeführt, erfindet Wolfgang Hilberg die Funkuhr, wird die Rockband „Genesis“ gegründet und erreicht die Hippiebewegung mit dem „Summer of Love“ den Höhepunkt.

Geboren werden unter anderem die Fußballspieler und Trainer Matthias Sammer, Jürgen Klopp und Andreas Möller, die Musiker Kurt Cobain und Vanilla Ice, Tennisspieler Boris Becker, die Schauspieler Nicole Kidman, Julia Roberts, Pa­mela Anderson und Jamie Foxx, die Mo­deratoren Kai Pflaume und Wigald Bo­ning, die Leichtathleten Michael Johnson, Colin Jackson, Leroy Burrell und Lars Riedel, der Kabarettist Olaf Schubert und die Skilanglauflegende Bjørn Dæhlie.

Gestorben sind 1967 unter anderem die Tänzerin Dore Hoyer, der Direktor des Dresdner Uni-Klinikums, Eduard Grube, der Physiker Robert Oppenheimer, die Schauspieler Vivien Leigh, Jayne Mansfield, Basil Rathbone, Wolf Albach-Retty, und Paul Henckels, Fotograf Fred Stein, der Schriftsteller Oscar Maria Graf und der Manager der Beatles, Brian Epstein.

Von Monika Löffler

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Der Altmarkt muss 2020 und 2021 grundhaft erneuert werden. Nicht nur die Leitungsnetze sind zu schwach dimensioniert, auch die Drainage ist mangelhaft. Das gefährdet die Tragfähigkeit. Der Striezelmarkt muss 2020 auf den Ferdinandplatz umziehen.

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