Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Mutiges Design versus Funktionalität: Wie soll das neue Kraftwerk in Dresden aussehen?
Dresden Lokales Mutiges Design versus Funktionalität: Wie soll das neue Kraftwerk in Dresden aussehen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:27 24.09.2019
Maschinenhalle mit Schornsteinen in prominenter Nachbarschaft: So soll der Neubau nach Willen der Drewag aussehen. Rechts ragt der Gasometer ins Bild. Quelle: Drewag
Dresden

Da prallten zwei Welten aufeinander. Und Kraftwerks-Experte Rutger Kretschmer von der Stadtwerke Dresden GmbH (Drewag) fragte zwischendurch sichtlich erschüttert: „Aber Sie wollen nicht, dass wir in den Baukörper eingreifen? Das würde unsere Zeitachse durcheinander bringen.“

Doch. Sie wollen. Sie – das sind die Mitglieder der Gestaltungskommission, und sie zeigten sich einigermaßen unzufrieden über das, was die Drewag an Planungen vorgelegt hat: Die Stadtwerke wollen in Reick ein neues Kraftwerk bauen. In unmittelbarer Nähe zum Erlwein-Panometer. Dieses Gebäude ist eine Ikone der Industrie-Architektur.

So sieht der Erlwein-Gasometer aus

Der Erlwein-Gasometer in Dresden Reick (Archivaufnahme). Quelle: Dietrich Flechtner

Das neue Kraftwerk nach den Plänen des Büros Arcus wird es eher nicht. „Es handelt sich um ein mit Technik vollgestopftes Gebäude, an das sehr hohe schallschutztechnische Anforderungen gestellt werden“, erklärte Architekt Frank Höfer seine Idee einer glatten Fassade aus dem Grundmaterial Sichtbeton, das mit Blechtafeln verkleidet werden soll.

Eine Maschinenhalle mit angebauten Büroräumen und zwei Schornsteinen, fasste Jürg Sulzer, Vorsitzender der Gestaltungskommission zusammen. Und wollte wissen, warum sich die vier Motoreneinheiten des künftigen Kraftwerks nicht im Charakter des Gebäudes widerspiegeln würden.

„Das Gebäude darf keine banale Kiste werden.“

„Das Gebäude sollte radikaler werden und nicht hinter der Leistung unserer Vorfahren zurücktreten“, erklärte Kommissionsmitglied Thomas Kaup. Seine Kollegin Mikala Holme Samsoe appellierte an die Drewag: „Seien Sie selbstbewusst! Lassen Sie an der Fassade erkennen, dass sie mit den modernsten Technologien arbeiten!“

Weiterlesen:
Einblicke in die Arbeit der Gestaltungskommission

Kretschmer wirkte konsterniert: „Mit einer kompletten Umplanung des Gebäudes kann ich nicht leben. Wir haben eine Teilbaugenehmigung.“ Im Oktober soll Baubeginn sein, die Fertigstellung der Gebäudehülle sei für April 2020 geplant. Auch eine Veränderung des Dachs, wie sie Kaup vorschlug, sei nicht möglich, so der Kraftwerks-Experte: „Auf dem Dach befinden sich die Lüftungsanlagen. Die Strömungsverhältnisse wurden exakt berechnet.“

Sulzer forderte die Drewag auf, die Grundidee des Kraftwerks nach außen sichtbar werden zu lassen. „Das Gebäude darf keine banale Kiste werden. Setzen Sie in dieser Umgebung ein Zeichen!“ Viel Arbeit für die Architekten bis zum geplanten Baustart.

Weiterlesen:
Wer baut das Kraftwerk? Die Finnen

Die Stadtwerke Dresden GmbH investieren rund 95 Millionen Euro in den Neubau, der 2021 ans Netz gehen soll. Die Gesamtleistung des neuen Kraftwerks soll bei etwa 90 Megawatt liegen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Die Mainzer Künstlerin Nikola Jaensch beseelt Fundstücke: Zeitungsausschnitte, Autographen, Fotos, Briefe, Schnittmusterbögen, Notenblätter, sie stickt Titel, umnäht Papiere. Ihre Arbeiten sind in der galerie drei zu sehen.

24.09.2019

Die Dresdner Marketing-Gesellschaft hatte Paare dazu aufgerufen, sich für eine exklusive Trauung im Kleinen Ballsaal zu bewerben. Aus rund 30 Zusendungen wählte eine Jury Christina und Klaas aus. Beide erwartet nun am 8. Oktober ein königliches Fest – inklusive Liveübertragung.

24.09.2019

Die Sächsische Staatskapelle feierte am Sonntag ihren 471. Gründungstag mit einem Sonderkonzert. Als Dirigent überzeugte Ton Koopman im zweiten Teil des Programms mit Joseph Haydn mühelos. Der Eindruck, den Koopman von Johann David Heinichens Hochzeitskantate „La Gara degli Dei“ von 1719 bot, blieb dagegen zwiespältig.

24.09.2019