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Lokales Was sich die Einwohner wünschen – Dresden soll grüner werden
Dresden Lokales Was sich die Einwohner wünschen – Dresden soll grüner werden
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06:12 13.06.2019
Wenn die Elbe zum Rinnsaal wird, ist die Trockenzeit in Dresden angebrochen. Die Dresdner hoffen auf mehr Schattenspender in ihrer Stadt. Quelle: dpa
Dresden

Jeder zweite Dresdner führt die Ursachen des Klimawandels auf den Menschen zurück. Das hat das städtische Umweltamt mit einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Vom 5. August bis zum 30. September 2017 hatte das Umweltamt an 12 500 zufällig ausgewählte Dresdner Fragebögen verschickt. 4345 Bürger beteiligten sich an der Umfrage. Die Rücklaufquote beträgt 34,7 Prozent, damit kann ein repräsentatives Meinungsbild der Dresdner Bevölkerung vorgelegt werden.

Klimawandel wirkt sich auf das eigene Leben aus

Die Stadtverwaltung hat die Ergebnisse jetzt ausgewertet und einen umfangreichen Bericht veröffentlicht. 64 Prozent der Einwohner denken, dass sich der Klimawandel in irgendeiner Weise auf ihr Leben auswirken wird. 34 Prozent haben dieser Aussage voll und ganz zugestimmt. 30 Prozent glauben, dass dies eher zutrifft. Nur zwei Prozent sehen dies überhaupt nicht so.

61 Prozent der Befragten sind „voll und ganz“ der Auffassung, dass alle ihren persönlichen Lebensstil zugunsten des Klimas umweltfreundlicher gestalten sollten. Weitere 25 Prozent stimmen dieser Aussage überwiegend zu. Nur zwei Prozent der Befragten sehen keine Notwendigkeit darin.

Mieter schwitzen mehr als Hausbesitzer

Grün in der Stadt

Warum zehn Bäume pro Dresdner kein Grund zum Ausruhen sind

Stadtgrün ist die Hoffnung

27 Prozent der Befragten fühlen sich durch langanhaltende sommerliche Hitze beeinträchtigt. Die Befragung hat vor dem Jahrhundertsommer 2018 stattgefunden, so dass laut Umweltamt die Ergebnisse heute vermutlich noch ganz anders aussehen würden. In gut durchgrünten Stadtquartieren empfinden die Einwohner die Hitze deutlich weniger belastend als in stark versiegelten Gebieten mit wenig Grünraum

Zwischen den Eigentumsverhältnissen und der empfundenen Hitzebelastung besteht ein deutlicher Zusammenhang – Mieter einer Wohnung müssen die größte Hitze aushalten. Einfamilienhäuser stehen überwiegend in stärker begrünten Quartieren am Stadtrand, deshalb wirkt sich Hitze für die Besitzer nicht so belastend aus wie für Mieter einer Wohnung.

67 Prozent meiden bei Hitze die Innenstadt

Die größte Belastung bei sommerlicher Hitze empfinden 62 Prozent der Befragten in der Innenstadt. 67 Prozent der Befragten gaben an, bei sommerlicher Hitze das Zentrum zu meiden. 62 Prozent machen einen Bogen um Einkaufsstraßen und 79 Prozent um unbeschattete Plätze. 40 Prozent verzichten auf Fahrten mit Straßenbahn, Bus oder Eisenbahn.

Dafür stehen Freibäder mit 55 Prozent im Sommer hoch im Kurs, gefolgt von öffentlichen Grünflächen mit 51 Prozent und klimatisierten Innenräumen mit 38 Prozent. Beschattete Plätze und Flächen sind mit 78 Prozent der Spitzenreiter.

93 Prozent wollen begrünte Straßen und öffentliche Plätze

Fast 93 Prozent der Befragten sehen in der Begrünung von Straßen und öffentlichen Plätzen die wichtigste Maßnahme zur Hitzereduktion in der unmittelbaren Wohngegend. Baumpflanzungen in Innenhöfen halten 86 Prozent für sehr sinnvoll. 89 Prozent wünschen sich mehr Schattenspender an Haltestellen, 84 Prozent mehr öffentliche Sitzgelegenheiten im Schatten. Mehr klimatisierte Busse und Straßenbahnen fordern 65 Prozent. Den Einbau einer Klimaanlage halten dagegen nur 26 Prozent für sinnvoll.

71 Prozent der Dresdner sind mit dem Angebot an öffentlichen Grünflächen in Wohnungsnähe zufrieden. 73 Prozent beurteilen dieses Angebot in ihrem Stadtteil als positiv. Im Bezug auf das gesamte Stadtgebiet sackt der Wert auf 63 Prozent ab. Die Zufriedenheit hängt mit dem Wohnort zusammen. In Blasewitz sind 90 Prozent der Einwohner mit dem Angebot an Grünflächen am Wohnort zufrieden, im dicht besiedelten Pieschen dagegen nur 39 Prozent. In der Äußeren Neustadt mit der nahe gelegenen Heide liegt der Wert bei 66 Prozent, in Gorbitz bei 67 Prozent, in Leuben bei 57 Prozent und in Plauen-Süd bei 62 Prozent.

Das Umweltamt schlägt eine Umgestaltung der Wohnstruktur und der Grünversorgung durch städtebauliche und städteplanerische Anpassungsmaßnahmen vor, um die Hitzebelastung in der Stadt zu reduzieren. Die Stadt müsse reagieren, vor allem auch unter Beachtung des Bevölkerungswachstums.

„In Hinblick auf Gesundheit und Lebensqualität in der Stadt muss es Ziel der Stadtplanung sein, gesunde Wohn- und Arbeitsbedingungen zu sichern. Die Grünversorgung spielt hierbei eine zentrale Rolle“, heißt es als Fazit der Umfrage.

Den gesamten Auswertungsbericht finden Sie hier.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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