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Lokales Dresden setzt bei Digitalisierung auf eigenes Glasfaser-Netz
Dresden Lokales Dresden setzt bei Digitalisierung auf eigenes Glasfaser-Netz
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16:43 11.07.2019
Mit einem eigenen Netz will die Stadt Dresden die Digitalisierung in der Landeshauptstadt vorantreiben. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Dresden

Um unabhängiger von Telekom und anderen privaten Internet-Anbietern zu werden und den Weg zur digitalen Verwaltung schneller zu ebnen, setzt die Stadt Dresden auf ein eigenes Glasfaser-Datennetz. Bis 2023 wird die Kommune daher knapp 21 Millionen Euro in diesen Ausbau zu einem „Stadtnetz 500+“ und dessen Betrieb investieren. Das hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

60 Kilometer Kabel nötig

Mit dem Geld wollen die Räte die Lücken in den Lichtleiter-Netzen der Drewag-Stadtwerke, der Dresdner Verkehrsbetriebe und der Landeshauptstadt schließen lassen. Bisher umfassen diese schnellen Glasfasernetze rund 500 Kilometer.

Laut einer Grobplanung müssen nun noch etwa 55 bis 60 Kilometer Glasfasern verlegt werden. Dadurch könnte dann die Stadt auch noch jene 400 Schulen, Bibliotheken, Feuerwehrwachen, Sportstätten, Kitas und Museen ans eigene Netz anschließen, die bisher über kommerzielle Anbieter versorgt werden oder gar keinen Internetzugang haben.

„Endlich nimmt die Stadt ihren Mut zusammen, um der Preistreiberei der großen Telekommunikationsunternehmen in Dresden die Stirn zu bieten und mit einer kommunalen Alternative zunächst den Eigenbedarf an schnellen Netzen kostengünstig zu decken“, begrüßte Norbert Engemaier von der linken Stadtrats-Fraktion den Beschluss. „Dass diese Netze auch für kommunale Unternehmen und gegebenenfalls auch Vereine zur Verfügung gestellt werden sollen, macht das Ganze noch besser.“

Datenverkehr verdoppelt

Ein Auslöser war der wachsende Datenverkehr der städtischen Behörden und Töchter: Dessen Volumen verdoppelt sich derzeit alle zwei Jahre. Außerdem will die Bürgermeister-Riege Dresden zu einem Pilotstandort der digitalen Verwaltung, des „E-Gouvernment“ machen. Anderseits sind aber viele Schulen, Kitas und andere Objekte nur per Kupferkabel vernetzt – und Kupfer ist langfristig zu langsam in der Digitalgesellschaft.

Auch hatten Analysen im Rathaus ergeben, dass die Bundesprogramme für schnelles Internet nur die 125 Schulen unter den unerschlossenen Objekten Fördergeld bekommen könnten – und der Betrieb der Anschlüsse dann an private Anbieter vergeben werden müsste. All dies hat in der Gesamtschau zur Idee geführt, ein eigenes Breitbandnetz aufzubauen.

Laut dem nun beschlossenen Konzept soll der städtische Eigenbetrieb für Informationstechnologie (IT) das künftige Stadtnetz betreiben. Die Nutzer sollen dadurch Gigabit-Internetanschlüsse bekommen. Dies sind also Zugänge, die bis zu eine Milliarde Bits beziehungsweise etwa 30 000 A4-Seiten je Sekunde übertragen können. Bisher sind 79 kommunale Gebäude an die städtischen Glasfasern angeschlossen. Ende 2023 sollen es über 500 Objekte sein – daher auch die Bezeichnung „Stadtnetz 500+“.

Von Heiko Weckbrodt

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