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Lokales Dresden sagt der Vermüllung den Kampf an
Dresden Lokales Dresden sagt der Vermüllung den Kampf an
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06:23 31.01.2019
Illegaler Müll taucht gerade in der Äußeren Neustadt an allen Ecken auf. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Das städtische Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft hat im vergangenen Jahr 379 Tonnen illegal abgelagerten Müll eingesammelt. Das teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage der DNN mit. Die Kosten für die Beseitigung der Müllberge lagen bei 168 000 Euro. Schwerpunktgebiete sind den Angaben zufolge die Stadtbezirksämter Neustadt und Prohlis.

2018 wurden laut Stadtverwaltung von Dresdner Bürgern 1889 Ordnungswidrigkeiten zum Thema Müll zur Anzeige gebracht. 1215 betrafen die Thematik Vermüllung, 674 die Straßenverkehrsordnung. Hier ging es vor allem darum, dass Containerstellplätze zugeparkt wurden, so dass die Behälter nicht geleert werden konnten.

Ermittlung der Verursacher schwierig

Während die Ermittlung der Verursacher bei Parkverstößen relativ einfach ist, wird es bei illegalen Müllablagerungen schon schwieriger. „Wir versuchen grundsätzlich, die Verursacher von illegalen Ablagerungen zu ermitteln und eine Ordnungswidrigkeit zur Anzeige zu bringen“, erklärte Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). So seien 2017 Ordnungsgelder in Höhe von 10 000 Euro verhängt worden. Allerdings führe das Ordnungsamt keine Statistik darüber, wie oft die Verursacher von Müllablagerungen ermittelt wurden, erklärte Stadtsprecher Karl Schuricht.

Teils finden sich halbe Wohnungseinrichtungen auf den Straßen wieder. Quelle: Anja Schneider

Der CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns erklärte, viele Bürger würden eine spürbare Zunahme von illegal im öffentlichen Raum abgestellten Sperrmüll wahrnehmen. Die Zahlen der Stadtverwaltung belegen, dass die Ablagerungen auf hohem Niveau stagnieren. 2015 registrierte die Verwaltung 428 Tonnen illegalen Müll, 2016 waren es 377 Tonnen und 2017 394 Tonnen. Im vergangenen Jahr ist dieser Wert wieder leicht gesunken, während sich der finanzielle Aufwand für die Beseitigung immer mehr erhöht: 2015 musste die Verwaltung noch 134 986 Euro ausgeben, jetzt sind es bereits rund 33 000 Euro mehr.

Das Problemviertel Neustadt erstickt anders als andere Stadtteile schier im illegalen Sperrmüll. Dort wurden 2017 genau 57 illegale Müllplätze gemeldet und geräumt, im vergangenen Jahr waren es 191 – beinah das Vierfache. „Da landen alte Kühlschränke und Sofas auf der Straße – das Problem hat zugenommen“, sagt Stadtbezirksamtsleiter André Barth. Das ist besonders ärgerlich, weil die Neustadt ihre auch sonst großen Müllprobleme durch hohen Arbeitsaufwand von Stadtbezirksamt und Stadtreinigung in den Griff bekommen hat.

Müllsorgen auf dem Alaunplatz passé

So ist die Anzahl der Schrotträder rückläufig (2017:85; 2018:74). Ebenso sind die großen Müllsorgen auf dem Alaunplatz passé, seit dort die großen Müllbehälter häufig geleert und Arbeitskräfte – teils verstärkt durch Asylbewerber, insbesondere nach den Wochenende den Platz reinigen. 369 Kubikmeter Müll sind so 2018 zusammengekommen, knapp 40 mehr als noch 2017. „Das hat sich jedoch aus dem langen Sommer ergeben“, meint Barth.

Auch diese Möbel finden sich in der Äußeren Neustadt. Quelle: Anja Schneider

Er setzt sich dafür ein, dass Großraumbehälter wie am Alaunplatz auch auf die Elbwiesen kommen. Nach langer verwaltungsinterner Debatte stünden die Zeichen dafür nicht schlecht, meint Barth. Problem ist vor allem die Prießnitzmündung, wo viele Mütter ihre Kinder spielen lassen, einige aber unsäglich viel Müll und sogar dreckige Windeln hinterlassen. Außerdem will Barth Niederflurcontainer besser kennzeichnen lassen, damit Neustadt-Besucher sie auch als solche erkennen. Die Online-Meldung von Dreckecken im Bezirk hat über die Jahre zugenommen. 420 Meldungen über die Dreck-weg-App sind 2018 eingegangen, 2017 waren es noch 296, 2016 nicht einmal halb so viele. Das betrifft die notorischen Müllablagerungen genauso wie Glasbruch und Hundekot auf Straßen und Gehwegen – auch das klassische Probleme der Neustadt.

Ämterübergreifende Geschichte

In diesem Jahr will die Landeshauptstadt eine ämterübergreifende Kampagne zum Thema Stadtsauberkeit starten, kündigte Ordnungsbürgermeister Sittel an. Dabei soll das Thema illegale Ablagerungen insbesondere an Wertstoffcontainerplätzen ein Schwerpunkt sein. Die Problematik bestehe bundesweit in allen Kommunen und nicht nur in Dresden, so Sittel.

Seit Anfang 2018 lässt die Verwaltung die Art und die Menge der Vermüllung an den 22 am stärksten vermüllten Standplätzen detailliert untersuchen. Die Ergebnisse der Studie sollen im Frühjahr 2019 vorliegen.

Von Thomas Baumann-Hartwig und Uwe Hofmann

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