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Lokales Dresden plant Busbahnhof mit Fahrradparkhaus
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16:46 07.03.2017
Die Stadt will am Wiener Platz West einen Busbahnhof mit Fahrradparkhaus errichten. Quelle: Stadt Dresden
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Dresden

Der Favorit der Stadtverwaltung für einen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) steht fest: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) will an dem seit 1994 geplanten Standort an der Westseite des Wiener Platzes festhalten. Dort soll nicht nur ein Busbahnhof mit mindestens zehn Haltestellen, sondern auch ein Fahrradparkhaus mit mehr als 1000 Plätzen entstehen, wie der Baubürgermeister mitteilte. Teilt der Stadtrat diese Pläne, könnte mit dem Bau 2019 begonnen werden. „Das wäre der frühest mögliche Zeitpunkt.“

Im Haushalt für 2017/2018 sind keine Mittel für den ZOB vorgesehen. Die Kosten für den reinen Busbahnhof schätzt Schmidt-Lamontain auf drei bis vier Millionen Euro. Wie teuer das Fahrradparkhaus werden könnte, stünde noch nicht fest. „Da gibt es erste Vorüberlegungen.“ So müsse überlegt werden, ob in dem Parkhaus auch ein Wartebereich, ein Informationstresen und eine Verkaufsstelle eingerichtet werden sollten. Die Gelder für das Fahrradparkhaus könnten über Fördermittel des Freistaats und städtische Gelder finanziert werden. Die Stadt könnte Mittel einsetzen, die Bauherren zahlen, wenn sie bei ihren Vorhaben nicht die geforderte Anzahl von Parkplätzen errichten können.

Dresden rungt noch immer um einen Fernbusbahnhof. Nun hat die Stadt verschiedene Standorte untersucht. Wir zeigen, was für und was gegen die untersuchten Orte spricht.

Laut Schmidt-Lamontain habe die Vorzugsvariante gegenüber allen anderen möglichen Standorten zwei große Vorteile: Das Grundstück gehöre der Stadt und es entstünde ein städtebaulicher Mehrwert. „Wir können dem Wiener Platz endlich einen Abschluss geben und ihn als Platz zur Geltung bringen.“ In unmittelbarer Nähe entstünde ein großer Simmel-Markt mit weiteren Nutzungen, hinzu käme die räumliche Nähe zum Betriebsgelände des Busdienstleisters Regionalverkehr Dresden und zum Busabstellplatz unter der Brücke Budapester Straße.

Laut Verkehrsplaner Matthias Mohaupt gebe es gegenwärtig 120 Abfahrten und Ankünfte von nationalen Busunternehmen am Interimsstandort Bayrische Straße sowie 50 von internationalen Unternehmen. Bis 2020 werde die Gesamtzahl der Abfahrten und Ankünfte auf 260 steigen. Zwei Drittel der Fahrgäste würden bis zum Hauptbahnhof reisen oder von dort abfahren, ein Drittel bevorzuge den Neustädter Bahnhof. Deshalb werde die Haltestelle an der Hansastraße bis mindestens 2023 bestehen bleiben, erklärte Schmidt-Lamontain.

Die Verwaltung wolle die Fernbushalte nicht in die Peripherie verdrängen, weil das kleinteiligen Verkehr erzeugen würde, so Mohaupt. Dann würden die Reisenden mit dem Auto zu den Haltestellen gebracht. Besser sei ein zentraler Punkt in der Stadt. In den Wiener Platz West seien für Grunderwerb und Planungen bereits 2,7 Millionen Euro geflossen.

Auf der Bayrischen Straße sei die Situation viel schwieriger. Die Straße müsste für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, die Stadt müsste zusätzlich Flächen für viel Geld pachten. „Eine Überdachung bekommen wir trotzdem nicht hin“, erklärte Mohaupt, warum die Verwaltung diesen Standort nicht vorschlage. Der Wiener Platz Ost biete sich ebensowenig an, weil die Zu- und Ausfahrt über vielbefahrene Straßenbahngleise erfolgen müsse.

Für die Gestaltung des Fahrradparkhauses hat die Stadt die Fakultät Bauingenierwesen/Architektur der Hochschule für Technik und Wirtschaft gewonnen, erklärte Schmidt-Lamontain. „Unsere Studenten haben eine Aufgabe mit unmittelbaren Praxisbezug, die sie selbst betrifft. Ich kenne keinen Studenten, der nicht Fahrrad fährt“, erklärte Architekt und Gastdozent Matthias Horst. „In wenigen Wochen werden wir die ersten Entwürfe vorlegen“, kündigte er an.

Hendrik Stalmann-Fischer, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, erklärte, es spreche vieles für die Westseite. „Ein Fahrradparkhaus halten wir für eine charmante Idee“, sagte er. Holger Zastrow, Vorsitzender der Fraktion FDP/Freie Bürger, sagte dagegen, er komme sich vor wie in einem schlechten Film. „Man kann nur fassungslos zusehen, wie die Stadt immer wieder behauptet, eine längst gescheiterte Variante sei die beste.“ Zastrow sprach sich für einen ZOB an der Bayrischen Straße aus.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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