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Lokales Dresden muss wenigstens 300 Kilometer Gehweg dringend ausbauen
Dresden Lokales Dresden muss wenigstens 300 Kilometer Gehweg dringend ausbauen
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17:04 28.02.2019
Am Promenadenring an der Marienstraße wird noch bis Jahresende gearbeitet, an den Endpunkten Post- und Dippoldiswalder Platz sogar noch darüber hinaus. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

An 80 Stellen im Stadtgebiet will Dresden in diesem und nächsten Jahr Gehwege instandsetzen, umgestalten oder neu bauen. 4,3 Millionen Euro will Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) dafür insgesamt ausgeben – in etwa das Doppelte der vorherigen beiden Haushaltsjahre 2017/18. Der Handlungsbedarf ist groß.

Darum geht es

27 Prozent und damit reichlich ein Viertel aller Wege in Dresden werden zu Fuß zurückgelegt. Das ist mehr als mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (22 Prozent) und mit dem Fahrrad (12 Prozent), wie eine Studie der Technischen Universität Dresden aus dem Jahr 2013 zeigt. Insbesondere kürzere Distanzen werden demnach zu einem hohen Anteil zu Fuß zurückgelegt: 77 Prozent aller Wege unter einem und immerhin noch 26 Prozent aller Wege unter drei Kilometer. Gleichzeitig haben viele Gehwege Defizite, weil sie zu schmal sind, schlecht oder nicht gepflastert oder weil sie von Bäumen oder anderen Barrieren so zugestellt sind, dass sie mit Rollstuhl oder Kinderwagen nicht genutzt werden können. Etwa 300 Kilometer Gehwege von insgesamt 2000, die entlang von Straßen verlaufen, hat man im Straßen- und Tiefbauamt deshalb als besonders sanierungsbedürftig eingestuft. „Die 80 Instandhaltungsmaßnahmen konzentrieren sich genau auf diese Gruppe“, sagt Amtsleiter Reinhard Koettnitz. Eine genauere Bedarfseinschätzung wird derzeit im Stadtplanungsamt erarbeitet: Dort arbeitet man seit Anfang 2018 an einem Fußverkehrskonzept. Wichtiger Teil davon ist es, Mängel systematisch zu erfassen. „Damit ist aber keine Zustandsbeschreibung gemeint“, erläutert Amtsleiter Stefan Szuggat. Vielmehr gehe es darum, Aufgaben in Prioritäten einzusortieren: Wo muss in Sachen Barrierefreiheit etwas getan werden? Wo fehlt an einer belebten Straße ein Fußweg? Wo an einer Querung? Es ist viel zu tun.

Darum ist Geld nicht alles

Wieviel sich von den besonders maroden Fußwegkilometern instand setzen lassen, verrät Amtsleiter Koettnitz nicht. Klar ist: Bis die 300 Kilometer ausgebaut sind, wird es sehr lange dauern. Warum wird nicht einfach mehr Geld investiert? „Geld allein hilft nicht weiter“, sagt Schmidt-Lamontain. Vor allem, weil auch vor jedem Gehwegbau – selbst wenn es sich nur um eine Bordsteinabsenkung oder Gehwegvorstreckung handelt – zumeist lange Planungen stecken. Der Aufwand unterscheide sich nicht groß von Straßenbauprojekten, führt Amtsleiter Koettnitz aus. Da müsse der Verlauf von Leitungen und der Zustand der Straßenentwässerung geprüft, der Denkmalschutz konsultiert und der Baumbestand eingeschätzt werden. „Und am Ende steht dann meist ein Kompromiss.“ Zum Beispiel weil sich 2,50 Meter Regelbreite aus Platzmangel nicht realisieren lassen.

An der Seminarstraße im Sanierungsgebiet Friedrichstadt sind auch ordentliche Fußwege entstanden. Der Ausbau muss allerdings noch abgenommen werden. Quelle: Dietrich Flechtner

Hier wird gebaut

Es bleiben also diese 80 Maßnahmen, zu denen noch Gehwegbauten im Zusammenhang mit Straßensanierungen – etwa an der Kesselsdorfer Straße – hinzu kommen. Gebaut wird zum Beispiel an der Bergbahnstraße, der Fiedlerstraße, der Klingerstraße, dem Lahmannring, dem Sternplatz, der Liebknechtstraße. An mancher Stelle, vor allem am Stadtrand, geht es dabei auch um den Neubau eines Fußwegs. So an der Tronitzer Straße. An anderer Stelle werden seit Jahren laufende Instandsetzungsarbeiten fortgesetzt, etwa am Westendring. Einige Vorhaben werden gemeinsam mit der Drewag AG erledigt, zumeist nachdem die Stadtwerke Leitungen erneuert oder neu verlegt haben. So an der Windbergstraße, der Langobardenstraße, der Thomas-Mann-Straße oder der Karl-Marx-Straße. Manches wird über die Städtebauförderung in Sanierungsgebieten finanziert, so etwa die Straßen- und Gehwegsanierung an Institutsgasse und Menageriestraße in Friedrichstadt, die im Juli beziehungsweise noch im April beginnen sollen. In Pieschen soll an Torgauer Straße und Osterbergstraße, wo es laut Stadtplanungsamtsleiter Szuggat vor allem um Gehwegverbreiterungen geht, im Winter 2019/20 gebaut werden.

An der Grundschule Naußlitz soll in wenigen Wochen ein Zebrastreifen über die Saalhausener Straße führen. Quelle: Dietrich Flechtner

Hier entstehen Zebrastreifen

Eine Liste mit reichlich 70 Standortvorschlägen für neue Zebrastreifen hat die alte Stadtratsmehrheit Rot-Grün-Rot dem Straßen- und Tiefbauamt überlassen. Das will nun vier noch in diesem Frühjahr verwirklichen. „Es handelt sich um Standorte, wo sich ohne größeren Aufwand – etwa den Bau einer Beleuchtung oder einer Gehwegvorstreckung – ein Fußgängerüberweg einrichten lässt“, sagt Amtsleiter Koettnitz. Neue Zebrastreifen kommen demnach an die Charlottenstraße bei der Angelikastraße, die Saalhausener Straße bei Düsseldorfer und Koblenzer Straße sowie die Nöthnitzer Straße auf Höhe der Informatik-Fakultät. Die übrigen Vorschläge werden weiter geprüft.

Hier wird flaniert

Gehwege gibt es nicht nur an Straßen. Der Promenadenring – das städtische Prestigeprojekt in Sachen Flaniermeile – ist dafür ein Beispiel. Der Teil zwischen Post- und Dippoldiswalder Platz soll bis Ende dieses Jahres größtenteils fertig werden, sagt Amtsleiter Szuggat. Für die vom Bauauschuss abgelehnten Abschnitte am Dr.-Külz-Ring und dem Pirnaischen Platz dreht man eine planerische Extrarunde. Neue Geh- und Radwege entstehen auch im Südpark, wo insbesondere der neue Nord-Süd-Weg 2019 fertig werden soll, und zwischen Prohlis und Tolkewitz, wo der teils verrohrte Geberbach für rund 19 Millionen Euro ein naturnahes Flussbett und einen begleitenden Weg erhält. Teil des Projekts sind auch neue Wege zu den nahen Kiesgruben. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten am Weißiger Weg beginnen, der Bühlau und Weißig über ein Feld verbindet. Dort sind allerdings noch Grundstücksfragen zu klären.

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