Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresden ist nicht ganz sauber
Dresden Lokales Dresden ist nicht ganz sauber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:15 23.04.2019
Grillreste und anderer Müll sammeln sich regelmäßig auf den Elbwiesen. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Die neue städtische Kampagne mit dem Titel #nichtganzsauber kann in der Landeshauptstadt wörtlich genommen werden – dafür reicht ein Blick auf die Elbwiesen. Erst kürzlich waren diese mit einer großen Sammelaktion vom 10,5 Tonnen Müll befreit worden, doch es dauerte nicht lang und Glasscherben, Grillreste und anderer Unrat sammelten sich auf den Wiesen und dem Elbradweg wieder an.

Dresdner verbrauchen mehr Papier

Dabei verbrauchten die Dresdner laut Abfallbilanz im vergangenen sogar weniger Abfall (176 540 Tonnen) als noch 2017 (179 502 Tonnen). Auch der Dresdner im Einzelnen verbrauchte vergangenes Jahr 320 Kilogramm Müll, acht Kilo weniger als im Vorjahr. 133 Kilo davon sind Restabfall gewesen. Dieser sank insgesamt um etwa 1000 Tonnen auf 73 521 Tonnen. Bei den Wertstoffen, bei denen insgesamt 48 483 Tonnen zusammenkamen, verbrauchten die Dresdner im letzten Jahr rund vier Prozent mehr Papier, Pappe und Kartonagen. Der trockene Sommer bescherte der Stadtreinigung laut Verwaltung 2000 Tonnen weniger Gehölze und Grünschnitt (13 671 Tonnen insgesamt). 328 Tonnen ihrer Kunststoffabfälle gaben die Dresdner auf den Wertstoffhöfen ab, was einem Plus von elf Prozent entspricht.

Anzeige

Der Trend zu weniger Abfall ist auf öffentlichen Flächen nicht zu beobachten. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wurden dort im vergangenen Jahr 414 Tonnen Restabfall, Sperrmüll und Grünabfall entfernt. Das sind 20 Tonnen mehr als 2017. Der ein oder andere scheint auch mit dem Bestellen des Sperrmülls oder der Fahrt zum Wertstoffhof überfordert zu sein: 132 Kühlgeräte, 202 Bildschirme und 718 Reifen sammelte die Stadtreinigung im vergangenen Jahr im Stadtgebiet ein. Dafür sowie für die Entsorgung wurden 179 000 Euro fällig.

Plakate gegen die Vermüllung

Nun will die Stadtverwaltung den Bürger mit 120 Plakaten dazu motivieren, den eigenen Müll auch ordnungsgemäß zu entsorgen. „Gerade erst hat der Dresdner Frühjahrsputz gezeigt, dass sich viele Dresdnerinnen und Dresdner für die Sauberkeit unserer Elbwiesen und unserer Stadt engagieren. Dass wir im vergangenen Jahr wieder ein deutliches Plus illegal abgelagerter Abfälle einsammeln und entsorgen mussten, steht diesem Engagement leider entgegen. Deshalb wollen wir die Dresdner Bürgerschaft während der diesjährigen Freiluftsaison immer wieder mit provokanten Sprüchen daran erinnern, dass die Picknickreste und andere Abfälle nicht ins Gebüsch, sondern in den Papierkorb gehören oder noch besser wieder mit nach Hause genommen werden“, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) zur Kampagne #nichtganzsauber. Bis zum 21. Mai machen vier verschiedene Plakat-Motive auf Vermüllungen und illegale Ablagerungen aufmerksam, aber auch auf liegengelassenen Hundekot, Vandalismus und überfüllte Papierkörbe.

www.nicht-ganz-sauber.de

Von Lisa-Marie Leuteritz