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Lokales Dresden hat zu wenig Spielplätze
Dresden Lokales Dresden hat zu wenig Spielplätze
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11:02 13.07.2018
In Dresden fehlt es an ausreichend Spielplätzen. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Dresden hat in Sachen Spielplätze noch immer riesigen Nachholebedarf. Das geht aus aktuellen Angaben der Stadtverwaltung hervor. Demnach gibt es noch immer deutlich zu wenige Anlagen. Addiert fehlen weit mehr als 20 Hektar Spielfläche für Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichen Altersklassen. Ein Missstand, dem die Dresdner Stadtverwaltung bereits seit Jahren hinterherläuft – und der trotz entsprechender An­kündigungen bis heute nicht behoben ist.

Aktuell hat Dresden 213 kommunale Spielplätze

Bereits vor 15 Jahren hatte die Stadt angekündigt, das Defizit bis 2018 – also jetzt – beseitigen zu wollen. Zwar sind seitdem tatsächlich viele Hunderttausend Euro in neue Spielplätze geflossen. Das ehrgeizige Ziel von einst hat die Verwaltung dennoch klar verfehlt. Aktuell gibt es in Dresden 213 kommunale Spielplätze. Hinzu kommt noch eine große Anzahl Anlagen von den Wohngenossenschaften oder den Wohnungsbaugesellschaften. Immerhin hat sich die Zahl in den vergangenen Jahren tatsächlich schon stark erhöht. Zum Vergleich: In den 1990er Jahren wa­ren es gerade einmal nur etwa 100 städtische Spielplätze.

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Für Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren gibt es dennoch aktuell ein rechnerisches Defizit von viereinhalb Hektar Spielfläche. Das entspricht der Größe von sechs Fußballfeldern. Insgesamt stehen für diese Altersgruppe Spielflächen unter freiem Himmel mit einer Gesamtgröße von 34,4 Hektar zur Verfügung. Noch heftiger ist die Lücke im Jugendbereich. Für die Zwölf- bis 17-Jährigen gibt es ein Defizit von etwas mehr als 18 Hektar – bei einem Bestand von 20,6 Hektar. Bei den Kindern im Alter unter sechs Jahre liegen keine Daten vor. Der Bedarf, so heißt es, soll für dieses Altersklasse vor allem durch den privaten Bereich gedeckt werden.

Noch krasser sind die Zahlen, wenn dabei die Verteilung der Spielplätze im Stadtgebiet berücksichtigt wird – und dabei der Anspruch aufgemacht wird, dass jedes Kind jeden Tag den Spielplatz in annehmbarer Zeit zu Fuß erreichen kann. Um das gewährleisten zu können, müsste die Stadt für die Sechs- bis Elfjährigen noch rund 18 Hektar neu errichten. Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen steht ein Defizit von 24 Hektar im Raum. Praktisch ist es laut Stadtverwaltung aber ohnehin nicht möglich, diesem Anspruch gänzlich gerecht zu werden.

Eine gigantische Herausforderung

Um die Lücke halbwegs zu schließen, sind nach Schätzungen der Mitarbeiter im zuständigen Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft etliche Millionen nötig. Eine grobe Modellrechnung geht derzeit von einem Bedarf von etwas mehr als 15 Millionen Euro aus. In dieser Summe seien aber noch keine Kosten für den An­kauf von Flächen, Beräumungen, die Entsorgung möglicher Altlasten oder ähnlich unvorhergesehene Dinge berücksichtigt.

Angesichts des aktuellen Budgets für Spielanlagen ist das Schließen der Lücke eine gigantische Herausforderung. Der aktuelle Etat ist mit 594.000 Euro zwar inzwischen deutlich höher als noch 2011. Damals standen dem Amt nur 159 000 Euro zur Verfügung. Doch allein der Erhalt der bestehenden Anlagen – laut dem vor mehr als 15 Jahren aufgestellten Spielplatzkonzept das Anliegen mit der höchsten Priorität – frisst einen großen Anteil der jährlichen Summe. In den vergangenen Jahren ist das zur Verfügung gestellte Geld zum Großteil in die Umgestaltung oder die Erneuerung vorhandener Anlagen geflossen – aber „kaum in den Neubau“, wie es in einer Auskunft aus dem Rathaus heißt.

Von Sebastian Kositz