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Lokales Dresden hat den niedrigsten Krankenstand in Sachsen
Dresden Lokales Dresden hat den niedrigsten Krankenstand in Sachsen
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14:40 13.11.2019
Drei von vier Fehltagen bei Suchtproblemen sind in Sachsen auf Alkohol zurückzuführen, zeigt der Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK). Das Rauchen von Zigaretten ist im Freistaat die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. Quelle: Imago/wolterfoto
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Dresden

Der Krankenstand in Dresden ist 2018 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 4,1 Prozent gab es in der Stadt dennoch den niedrigsten Krankenstand im Freistaat (Landesdurchschnitt 4,7 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 41 krankgeschrieben. Zum Vergleich: Dem höchsten Krankenstand in Sachsen gab es mit 5,7 Prozent im Landkreis Bautzen.

Weniger Muskel-Skelett- und psychische Erkrankungen

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für die Landeshauptstadt Dresden zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen sanken um zwölf Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen.

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Einen Anstieg um sechs Prozent gab es bei den Atemwegserkrankungen, sie blieben aber unter dem Landesschnitt. Bronchitis, Mandelentzündungen und Co. führten demnach die Liste der Krankheitsursachen an, beinahe jeder fünfte Ausfalltag in Dresden hatte eine Erkältungskrankheit als Ursache. Einen Rückgang der Ausfallzeiten gab es auch bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Das Minus betrug drei Prozent. „Mit unseren Analysen zum Krankenstand in Dresden setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe“, sagt Cathleen Pinter, Chefin der DAK-Gesundheit in Dresden.

Schwerpunkte: Alkohol, Zigaretten und Computerspiele

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Sucht 4.0 – Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“, wie viele Erwerbstätige im Freistaat mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen haben. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Sachsen aus – flankiert von Analysen der ambulanten und stationären Versorgung.

Eine repräsentative Befragung von 5000 Beschäftigten sowie eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln und Verhaltensweisen.

Das Fazit: Drei von vier Fehltagen bei Suchtproblemen sind in Sachsen auf Alkohol zurückzuführen. 85 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande trinken Alkohol. Laut Studie der DAK-Gesundheit hat bundesweit jeder zehnte Arbeitnehmer einen riskanten Alkoholkonsum. Mit ihrem Trinkverhalten setzen sich bundesweit rund vier Millionen Erwerbstätige Risiken aus, krank oder abhängig zu werden. „Die Zahl der Betroffenen macht uns Sorgen. Der riskante Umgang mit Alkohol bleibt ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat“, sagt Cathleen Pinter. Mit Blick auf die Ergebnisse des Reports bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues präventiv ansetzendes Hilfsangebot bei Alkoholproblemen an.

Rauchen auch während der Arbeitszeit

Erstmals untersucht der Report auch das Thema Gaming und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Demnach spielen rund 59 Prozent der Arbeitnehmer in Sachsen Computerspiele. Bundesweit gelten 6,5 Prozent der Erwerbstätigen als riskante Gamer. Das heißt: sie zeigen ein auffälliges Nutzungsverhalten. Bundesweit spielt jeder vierte riskante Gamer während seiner Arbeitszeit Computerspiele. Bei den Computerspielsüchtigen ist es sogar fast jeder Zweite (47 Prozent). Jeder elfte Mitarbeiter mit riskantem Spielverhalten kam wegen des Spielens zu spät zur Arbeit oder machte deshalb früher Feierabend. Von den Erwerbstätigen mit einer Computerspielsucht war jeder Dritte (34,1 Prozent) abgelenkt oder unkonzentriert.

Das Rauchen von Zigaretten ist laut DAK-Report im Freistaat die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. 15,6 Prozent der Erwerbstätigen sind zigarettenabhängig. Unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil. Bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen raucht fast jeder Vierte (23,7 Prozent). Etwa jeder zweite Raucher raucht auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen.

Die DAK ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands und hat rund 20.000 Versicherte in Dresden.

Von DNN