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Lokales „Dresden hat Problem mit Rassismus“
Dresden Lokales „Dresden hat Problem mit Rassismus“
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21:37 12.03.2018
 Stadtrat beschloss Beitritt zum Städtebündnis gegen Rassismus.   Quelle: D. Flechtner
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Dresden

 „Dresden hat ein Problem mit Rassismus“, erklärte Andrea Hübler von der Opferberatung RAA, die am Donnerstag im Stadtrat auf Antrag der Linken Rederecht erhalten hatte. Dabei ging es um den von der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit initiierten Beitritt zum Unesco-Städtebündnis gegen Rassismus. Hübler schilderte eine Reihe rassistischer Zwischenfälle in Dresden, sprach sich für einen Bündnisbeitritt aus und schloss mit dem Fazit „Rassismus unterscheidet nicht nach Aufenthaltsstatus“.

Die Unesco-Städtekoalition besteht seit 2004. Sie arbeitet mit sechs Regionen (Asien, Afrika, Lateinamerika, arabische Staaten, Kanada und USA) weltweit zusammen. Im europäischen Bündnis (ECCAR) sind aktuell 104 europäische Städte vertreten, schrieben die Initiatoren in der Antragsbegründung. Auch in Dresden würden sich Formen offenen Rassismus’ mehren. Durch die PEGIDA-Bewegung würden Rassismus, Nationalismus und Menschenfeindlichkeit offen und lautstark auf die Straße getragen, hieß es.

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Dresden hat es verdammt nötig diesem Bündnis beizutreten“, sagte Christiane Filius-Jehne, die von den Erfahrungen einer ehemaligen Lehrerin des Benno-Gymnasiums berichtete. Die gebürtige Inderin hatte in einem Brief unter anderem von abfälligen Äußerungen gesprochen („Sie verhandeln ja wie Nutten“), die ihr in Dresden gegegnet seien. Auch OB Dirk Hilbert (FDP) sagte, er sei erschrocken gewesen über den Bericht der Frau, die er daraufhin zu einem Gespräch eingeladen habe. Dennoch gab es in der Debatte auch viel Widerspruch zu der Initiative. Holger Zastrow (FDP) sprach von „Beitrittismus“ und „Symbolpolitik“. Der Kampf gegen Rassismus sei richtig, der Nutzen des Bündnisses aber unklar. Mit den Stimmen von rot-grün-rot wurde dem Beitritt zugestimmt.

Von Ingolf Pleil