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Lokales Dresden erlebte den Sommer der Rekorde
Dresden Lokales Dresden erlebte den Sommer der Rekorde
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14:23 18.09.2018
Sonne satt, hieß es im Sommer 2018 in Dresden. Quelle: dpa
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Dresden

Obwohl bereits meteorologischer Herbst ist, zeigt sich das Wetter diese Woche in Dresden von der besten Seite. Mit Temperaturen von bis zu 30 Grad verabschiedet sich der Sommer typisch für dieses Jahr – sonnig, trocken und warm. Die Vermutung, dass dieser Sommer außergewöhnlich war, bestätigt sich nun durch veröffentlichte Daten der Stadt Dresden: Es ist der wärmste, sonnigste und trockenste Sommer seit 1961. Somit wird auch der Hitzesommer 2003 in den Schatten gestellt.

Die durchschnittliche Temperatur im diesjährigen Sommer betrug 20,5 Grad, bei satten 805 Sonnenstunden und gerade einmal 98 Liter pro Quadratmeter Regen. Dies entspricht lediglich 45 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Auch die einzelnen Sommermonate waren deutlich wärmer und trockener im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten des Referenzzeitraums von 1961 bis 1990. Allerdings haben die Daten der einzelnen Monate keine Rekorde eingefahren – so bleibt zum Beispiel der August 2003 weiterhin mit 9,9 Litern pro Quadratmeter der trockenste Monat.

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Auch liegen mittlerweile genauere Wettermessungen über andere Stadtteile in Dresden vor. Lange Zeit wurden Klimadaten in Dresden-Klotzsche gemessen. Nun bestehen weitere Stationen in Strehlen, Hosterwitz und Neustadt. Dadurch zeigen sich interessante Unterschiede: Während auf der Hochebene in Klotzsche weniger Tage mit besonders hohen Temperaturen gemessen wurden, erlebten die Bewohner der dicht bebauten Neustadt einige heiße Tage und Nächte.

Die Messdaten werden in bestimmte Kategorien eingeordnet: Sommertage (über 25 Grad), heiße Tage (über 30 Grad) und Tropennächte (über 20 Grad). Die Dresdner Neustadt ist jeweils Spitzenreiter in allen Kategorien. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass es in anderen Stadtteilen noch höhere Temperaturen gab, dafür liegen aber keine Daten vor.

Die Beständigkeit dieses Sommers spiegelt die Veränderung der Klimawechsel in Europa wider: Normalerweise entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen den Regionen der Arktis und des Äquators der sogenannte Jetstream – ein Starkwindband, der Mitteleuropa mit Tiefdruckgebieten versorgt. Seit einigen Jahren beobachten Wissenschaftler allerdings einen Temperaturanstieg in der Polarregion. Dadurch nimmt die Intensität des Jetstreams ab und die Wetterwechsel verlangsamen sich beziehungsweise werden beständiger. Langanhaltende Dürre und Hitze können Folgen dieser Entwicklung sein.

Von Nicolas Allié