Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresden beteiligt sich an Internationalen Wochen gegen Rassismus
Dresden Lokales Dresden beteiligt sich an Internationalen Wochen gegen Rassismus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:14 05.03.2019
Das Logo der Internationalen Wochen gegen Rassismus Quelle: Stiftung für die internationalen Wochen gegen Rassismus
Anzeige
Dresden

Mal sind es verachtende Blicke, mal direkte Beleidigungen, mal handfeste Übergriffe – Geflüchtete, ebenso wie integrierte Einwohner mit Migrationshintergrund wird es nicht leicht gemacht, sich in Dresden wohl und sicher zu fühlen. Bereits im November rief deshalb Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Bürger dazu auf, sich an den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2019 zu beteiligen.

Dem Aufruf sind seitdem rund 60 Vereine, Initiativen, demokratische Parteien sowie städtische Institutionen gefolgt: Für die Wochen vom 11. März bis zum 6. April ist so ein Programm mit über 100 Veranstaltungen entstanden, welche unter dem Motto „100% Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“ zusammengefasst sind. Ziel ist es, gemeinsam für eine demokratische, weltoffene Gesellschaft sowie für Menschenwürde einzutreten, sich solidarisch mit den Opfern von Rassismus zu zeigen und gegen Diskriminierung aktiv zu werden.

Anzeige

Kennenlernen und handwerklich aktiv werden

Nina Gbur von der Courage-Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit (NDC) hat das Gefühl, dass es viele Menschen gibt, die sich genau bei diesen Themen einbringen wollen, sagt sie bei der Pressekonferenz zu den Aktionswochen. Dafür veranstaltet die NDC am 25. März einen Kennenlernabend mit Präsentation und Diskussion für alle Interessierten, die sich für Demokratie und gegen Rassismus engagieren wollen. Der Abend mit dem Thema „Antirassistische Bildungsarbeit – Blick hinter die Kulissen“ findet von 18 bis 20 Uhr in den Räumen der NDC an der Könneritzstraße 7 in der dritten Etage statt.

Auch das wöchentliche Montagscafé im Kleinen Haus des Dresdner Staatsschauspiels plant im Rahmen der Aktionswochen etwas besonderes: Unter dem Motto „New Dresden setzt Segel“ soll gemeinsam mit dem Künstler Raul Walch ein Musikpavillon aus Segeltüchern gebaut werden. Ziel ist es, diesen am Ende von Fachleuten abnehmen zu lassen und in der Öffentlichkeit aufstellen zu können. Hinter der Idee steckt die Herausforderung, gemeinsam ein solches Werk zu schaffen, obwohl der Großteil keine Ahnung vom Handwerk hat. Als ein „Konglomerat aus Halbwissenden“ beschreibt Wanja Saatkamp vom Montagscafé ihre Erwartungen an die Aktion, die am 25. März ab 17 Uhr im Kleinen Haus an der Glacisstraße 28 stattfindet.

In Dresden gibts die meisten Veranstaltungen

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus gibt es in Deutschland seit 1994. Die Geschichte beginnt jedoch in den Sechzigern: Damals riefen die Vereinten Nationen den „Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung“ ins Leben. An diesem Tag sollte an die Opfer erinnert werden, die bei einem Protest gegen die staatlich festgelegte Rassentrennung im südafrikanischen Sharpeville blutig niedergeschlagen wurden. Daraus entwickelten sich schließlich die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, zu denen Dresden 2018 im bundesweiten Vergleich die meisten Veranstaltungen anmeldete.

Auszug aus dem Programm

11. März,
18 Uhr: Eröffnungsveranstaltung mit Vortrag von Patrice Poutrus zum Thema „Geschichte des Rassismus unter besonderer Berücksichtigung der Situation in Ostdeutschland“, Plenarsaal im Rathaus

11. März, 19 Uhr: Bella Ciao – Kosmopolitischer Schlagerabend mit Ezé Wendtoin, Kleines Haus, Glacisstraße 28

16. März. 10 bis 16 Uhr: Offener Workshop zu Flucht und Asyl unter dem Motto „Fakten statt Populismus“, ver.di Bezirksverwaltung, Cottaer Straße 2, Anmeldung per E-Mail an bz.swos@verdi.de

19. März, 16 bis 20 Uhr: Konferenz zum Miteinander in der Stadtgesellschaft, veranstaltet von Dresdner Spitzenverbänden der Wohlfahrtspflege, Plenarsaal im Rathaus

5. April, 11 Uhr: Poetry-Slam in der Zentralbibliothek, Vier junge Slammer treten im Dichterwettstreit zum Thema Antirassismus auf, Schloßstraße 2

6. April, 17 Uhr: Öffentliches Gedenken an Jorge Gomondai mit Blumenniederlegung am Jorge-Gomondai-Platz

Weitere Infos und das komplette Programm gibt es unter www.dresden.de/iwgr

Von Lisa-Marie Leuteritz