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Lokales "Kaum ein anderer Standort in Europa besser geeignet als Dresden"
Dresden Lokales "Kaum ein anderer Standort in Europa besser geeignet als Dresden"
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10:57 30.07.2019
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schaut mit einer Datenbrille auf eine vom Krebs befallene Leber. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Dresden

Mediziner, Ingenieure und Programmierer wollen künftig in Dresden neue digitale Instrumente für den Kampf gegen Krebs entwickeln. Dafür richtet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) aus Heidelberg eine 20 Millionen Euro teure Forschungs-Außenstelle mit Präventionszentrum in Dresden ein. Rund 100 Spezialisten wollen dort auch neue Wege in der Krebs-Vorsorge gehen, kündigte DKFZ-Chef Prof. Michael Baumann an.

„Diese Außenstelle wird unseren Wissenschaftsstandort stärken und kann die medizinische Versorgung der Menschen in Sachsen deutlich verbessern“, begrüßte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Entscheidung der Heidelberger. Damit das gelinge, gehe der Freistaat in Vorkasse. So werde Sachsen die 20 Millionen Euro für das neue Gebäude auf dem Uniklinik-Campus übernehmen, außerdem bis 2023 insgesamt 4,5 Millionen Euro Anschubfinanzierung vorschießen. Danach, so hofft Kretschmer, könnte die Bundesregierung einsteigen und 90 Prozent der laufenden Kosten übernehmen. Die sollen sich bei etwa fünf Millionen Euro pro Jahr einpegeln.

Professorin Stefanie Speidel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden führte vor, wie sich Chirurgen vorab in virtuellen OP-Sälen auf Krebs-Operationen vorbereiten können. Quelle: Anja Schneider

Und Eile ist auch geboten, wenn man den Medizinern glauben mag: „Auf uns kommt ein Tsunami der Krebserkrankungen zu“, warnte Professor Baumann. 2030 werde es allein in Deutschland ein Fünftel mehr Krebs-Neuerkrankungen pro Jahr geben als heute: etwa 600 000 statt 500 000 Neuerkrankungen pro Jahr. Mit rund 240.000 Krebstoten pro Jahr ist Krebs die zweithäufigste Todesart in der Bundesrepublik – nach Herz-Kreislauf-Krankheiten. „Noch dramatischer dürfte sich die Lage in den Entwicklungsländern darstellen“, betonte der Onkologe. Dort führen die Überalterung der Gesellschaft, Übergewicht und Raucherei zu steigenden Krebsraten.

„Was hier entsteht, wird um die Welt gehen.“

„Dabei könnten wir 40 Prozent der Krebs-Erkrankungen vermeiden, wenn wir nur alles umsetzen würden, was wir bereits über Krebs wissen“, betonte der Professor. Die Präventions-Devise Nummer 1: weniger rauchen, weniger völlen. Zudem könnten die Ärzte rund 70 Prozent aller Krebs-Todesfälle verhindern, wenn jedes Karzinom noch im Frühstadium erkannt werde. Und es bedürfe es noch viel mehr Forschung, um bessere und personalisierte Therapien zu entwickeln.

Dabei setzen die Krebsforscher auch auf digitale Innovationen. Auf virtuelle OP-Säle zum Beispiel, in denen Chirurgen mit Datenbrillen komplizierte Tumor-Schnitte vorab trainieren können. Künstliche Intelligenzen (KI), die den Operateuren Navigations-Anweisungen während eines unübersichtlichen Eingriffs geben. Oder Nachsorge-Apps für Patienten-Smartphones und andere mobile Helfer

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Kaum ein anderer Standort in Europa sei besser geeignet als Dresden, derartiges zu entwickeln, meint DKFZ-Vorstand Baumann: „Hier gibt es bereits viel Krebsforschung“, betonte er. „Die Stadt hat eine exzellente Uni, eine hervorragende außeruniversitäre Forschung, eine starke Mikroelektronik und andere wichtigen Industrien. Was hier entsteht, wird um die Welt gehen.“

Von Heiko Weckbrot

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