Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Streik in Dresdner Kitas und Behörden am Mittwoch
Dresden Lokales

Dresden: Streik in Kitas und Behörden am Mittwoch

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:50 06.10.2020
Symbolfoto Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Die Gewerkschaft Verdi macht Druck im Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Für Mittwoch sind die Mitarbeiter mehrerer Behörden in Dresden zum Warnstreik aufgerufen. Beschäftigte sollen im Bürgeramt, der Ausländerbehörde und im Amt für Kultur und Denkmalschutz ihre Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Bürger müssten sich darauf einstellen, dass Dienstleistungen am Streiktag nur eingeschränkt zur Verfügung stünden, hieß es.

Eltern in Dresden müssen sich zudem am kommenden Freitag erneut auf eine eingeschränkte Betreuung ihrer Kinder einstellen: Die Bildungsgewerkschaft GEW ruft die Beschäftigten in Kitas und Horteinrichtung zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Bereits am vergangenen Mittwoch wurde an zahlreichen Einrichtungen der Stadt halbtags die Arbeit niedergelegt.

Anzeige

Gewerkschaften kritisieren Lohneinbußen für Kita-Erzieher

Die Gewerkschaften kritisierten zudem die Entscheidung der Stadt, die Arbeitszeit der Erzieher mit einem flexiblen Arbeitsvertrag ab 19. Oktober auf das Mindestmaß von 32 Stunden herabzusetzen. „Dies bedeutet Lohneinbuße von bis zu 20 Prozent“, sagte Sachsens GEW-Vorsitzende Uschi Kruse. Angesichts einer laufenden Tarifrunde und des ohnehin schwierigen Corona-Schutzes in zu großen Gruppen sei dieses Vorgehen eine „‎Ungeheuerlichkeit“. Laut Gewerkschaften sind etwa drei Viertel der mehr als 3500 Beschäftigten im Eigenbetrieb‎ von der Regelung betroffen.

Die Stadt wies darauf hin, dass der Eigenbetrieb bereits vor längerer Zeit die Entscheidung getroffen habe, ausschließlich Teilzeitverträge mit einer Arbeitszeit von 32 Wochenstunden anzubieten. Im Verlauf eines Schuljahres würden die Kinderzahlen in den Einrichtungen um etwa 12 Prozent schwanken. Das führe zu einem unterschiedlichen Personalbedarf, der mit der Teilzeit-Regel besser bedient werden könne. „Dass Lohnsteigerungen und Verbesserungen bei der Arbeitszeit für unsere Kolleginnen und ‎Kollegen nun enorm an Bedeutung gewonnen haben, liegt auf der Hand‎“, erklärte hingegen Kruse von der GEW.

Streik auch bei Sparkassen in Sachsen

Am Montag haben zudem im Zuge der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst rund 120 Beschäftigte der Sparkassen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen während eines Warnstreiks in Annaberg-Buchholz demonstriert. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi war die Kundgebung in der Erzgebirgsstadt der Auftakt für weitere Aktionen.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund ‎und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. ‎Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte ‎Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

dpa