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Dresden Lokales So wollen drei Gorbitzer den Ruf ihres Stadtteils verbessern
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16:33 14.08.2019
Die Gorbitzer Radiomacher Ottmar Schmidt, Martina Garstka und Michael Pietsch (von links) haben das Projekt ins Leben gerufen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wer 2019 Informationen und Nachrichten mit möglichst hoher Reichweite verbreiten will, macht sich für gewöhnlich soziale Medien wie Fa­cebook, Twitter oder Instagram zu Nutze. Nicht so Ottmar Schmidt, Martina Garstka und Michael Pietsch. Im vergangenen Jahr haben die drei Gorbitzer das Projekt „Gorbitzfunk“ ins Leben gerufen. Mit einem eigenen Radiosender möchten sie insbesondere ältere Stadtteilbewohner im Dresdner Westen über Aktuelles aus der Welt, Dresden und vor allem aus Gorbitz auf dem Laufenden halten. Unterstützt werden sie dabei vom Medienkulturzentrum Dresden und dem Verein Alternativ aus Strehlen.

Informationslücken älterer Menschen schließen

„Fast jeder hat zu Hause einen Festnetzanschluss. Beim Internet wird es bei älteren Menschen manchmal schon schwieriger“, erklärt Ottmar Schmidt. Deshalb können Hörer den Gorbitzfunk auch über eine Festnetznummer erreichen und am Telefon hören. „Es gibt viele Senioren in Gorbitz, die im Nachhinein ei­ner Veranstaltung oder eines Termins oft sagen: Davon wusste ich nichts“, berichtet Martina Garstka. Das soll mit Hilfe des neuen Radiosenders in Zukunft nicht mehr passieren. Neben Veranstaltungsankündigungen und Nachrichten aus dem Stadtteil laufen Sendungen mit verschiedenen Schwerpunkten und Namen wie „Öko-Ecke“ oder„Politik-Ecke“.

Isolation und Einsamkeit bekämpfen

Das Radioprojekt trägt den Arbeitstitel „Abgehängt? Das geht überhaupt nicht!“ und will darauf hinweisen, dass Bewohner in Gorbitz durchaus Isolation und Einsamkeit erfahren. Dabei sollen aber nicht nur ältere Menschen angesprochen werden: „Das Projekt soll generationenübergreifend sein“, erklärt Michael Pietsch, der für das technische Know-how zuständig ist. Mitmachen kann deshalb jeder.

Aktuell begrenzt sich die Zahl der Radiomacher auf einen festen Stamm von rund zehn Personen, die Sendungen produzieren und mitarbeiten. Neulinge sind jederzeit herzlich willkommen. „Im Radio muss niemand sein Gesicht zeigen. Diese niedrige Hürde der Beteiligung wollen wir uns zunutze machen“, führt Pietsch fort. Thematisch sind dabei niemandem Grenzen gesetzt. Ottmar Schmidts letzter Beitrag beispielsweise drehte sich um das Leben von Karl Marx und Michael Pietschs letzte Sendung setzte sich mit der Rettung von Bienenbeständen in Deutschland auseinander.

Neben der Verbesserung der Informationsdichte und Kommunikation in Gorbitz verfolgen die Initiatoren ein höher gestecktes Ziel. Ottmar Schmidt und Martina Garstka ärgern sich oft über das Bild von Gorbitz im Kopf von Menschen, die für gewöhnlich keinen Fuß in den Stadtteil setzen. „Gorbitz hat historisch gesehen eine besondere Entwicklung hinter sich und natürlich gibt es hier Indikatoren, die auf ein schwieriges Viertel hinweisen“, sagt Martina Garstka mit Blick auf den beispielsweiseerst im vergangenen Jahr als Kriminalitätsschwerpunkt eingestuften Amalie-Dietrich-Platz. Gorbitz werde außerhalb des Stadtteils nach Auffassung von Schmidt fast ausschließlich mit negativen Bildern assoziiert. Den Gorbitzfunk sieht er als Gegenstück zu diesem Image.

Gegenstück zum eigentlichen Image des Stadtteils

Um wirklich einen Effekt auf das Leben im Stadtteil auszuüben, ist die Anzahl der Hörer noch zu bescheiden: Zwischen 13 und 20 Zuhörer zählt das Radio momentan. Darunter befinden sich allerdings treue Hörerinnen in Brandenburg – eine Zuhörerin lauscht sogar aus dem zentralamerikanischen Nicaragua. Die drei engagierten Gorbitzer Ottmar Schmidt, Martina Garstka und Michael Pietsch wünschen sich in Zukunft nicht nur in Nicaragua, sondern auch in den Köpfen der Dresdner Stadtbewohner ein po­sitiveres Bild des Stadtteils.

Der Sendeplan des „Gorbitzfunks“

Der Radiosender Gorbitzfunk kann über die Webseite www.gorbitzfunk.org oder unter der Rufnummer 0345 / 483 41 18 72 gehört werden. Der aktuelle Sendeplan sieht so aus:

Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 10 Uhr und von 19 bis 20 Uhr: Informationen rund um Gorbitz

Dienstag und Donnerstag von 20 bis 21 Uhr: Seniorenradio

Mittwoch von 20 bis 23 Uhr: Gaming-Night

Freitag von 20 bis 2 Uhr: Oldies-Night

Sonnabend von 22 bis 23 Uhr: Filmmusik

Sonntag: Von 8 bis 10 Uhr Kinderradio „Gorblino“, von 10 bis 11 Uhr Gottesdienst, von 22 bis 24 Uhr Jazznight

Wer das Projekt unterstützen oder mitmachen will, erreicht die Macher per E-Mail an info@gorbitzfunk.org oder telefonisch unter der Nummer 0160/93 80 64 61.

Von Aaron Wörz

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