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Lokales Neustädter bekommen Radlerfurt auf Bautzner Straße
Dresden Lokales Neustädter bekommen Radlerfurt auf Bautzner Straße
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14:48 09.11.2019
Neustädter kommen jetzt über eine mit Ampel gesteuerte Radlerfurt von Glacisstraße in die Alaunstraße. Quelle: Fotos: Dietrich Flechtner
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Dresden

Rot-Gelb-Grün: Seit Donnerstag lotsen neue Ampeln Fußgänger und Radler über die dicht befahrene Bautzner Straße am Albertplatz. Damit gehen die dort seit dem Sommer laufenden Arbeiten zwischen Glacisstraße und Hoyerswerdaer Straße zu Ende. Mit dem Ergebnis ist nicht jeder zufrieden.

Die Baustelle: Schlimmste Stelle im Gleisnetz ist weg

„Eigentlich wollten wir hier schon vor drei Jahren bauen, mussten dann aber noch ein Planfeststellungsverfahren einschieben“, erinnert Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) hatten vor allem wegen der völlig zerschundenen Gleise auf den Ausbau gedrängt, mussten sich aber gedulden.

Grund: Die Überreste des sogenannten Bouché-Parks hatten zwischenzeitlich Denkmalstatus erhalten, der auch auf ein paar Eibenbüsche ausgeweitet wurde, die eigentlich einem Radweg weichen sollten. Nach Umplanungen steht nun dieser Kompromiss: Auf der Nordseite werden Radler auf eigener Spur zwischen Straßenrand und Baumallee in Richtung Albertplatz geführt.

Auf der Gegenseite gibt es nur einen Geh- und Radweg. „Das ist aber an der Stelle gar nicht so schlimm, weil Fußgänger meist auf der anderen Seite des Parks laufen“, meint der Bürgermeister.

Während die DVB-Baustelle schon seit Ende August so weit fertig ist, dass wieder Straßenbahnen verkehren, wird an Geh- und Radwegen, der neuen Radlerfurt von der Glacisstraße in die Alaunstraße und der Kleinen Bautzner Straße bis nächste Woche noch gebaut. Die Stadt zahlt dafür eine Million Euro, die restlichen zwei Millionen Euro Baukosten tragen die Dresdner Verkehrsbetriebe.

Der holprige Radweg in Richtung Albertplatz ist ein Streitfall, das Anwohnerparken rechts davon auf der Kleinen Bautzner Straße auch. Quelle: Dietrich Flechtner

Kritikpunkt 1: Radler bemängeln Holperstrecke

Die Radwege waren kaum freigegeben, da machten Radler auch schon ihrem Unmut Luft. Sie kritisieren vor allem den Radweg in Richtung Albertplatz als Holperstrecke.

Er selbst sei dort am Donnerstag entlanggefahren und habe „einen mittelschweren Schock“ erlitten, stimmt ihnen Verkehrsbürgermeister Schmidt-Lamontain zu. Probleme bereiten vor allem die Wurzelbrücken. Das sind große Betonplatten, die hohl liegen und sich mit dem kleinteiligen Pflaster auf dem Radweg abwechseln. Sie sollen die Bäume am Straßenrand schützen. „Wir haben nicht einen Baum fällen müssen“, betont Schmidt-Lamontain. Aber zwischen Pflaster und Brücken gibt es zu große Sprünge, die Radfahrer durchschütteln. „Da muss die Baufirma nacharbeiten“, zeigt sich der Baubürgermeister kompromisslos. So könne das nicht bleiben.

Das bedeutet, dass sich die Arbeiten auch noch über die bis nächste Woche geplante Bauabnahme hinaus verlängern können – je nachdem, wie schnell das Bauunternehmen reagiert. Am kleinteiligen Pflaster, das wegen der Größe der verbauten Stücke Seifenpflaster heißt und auch auf dem Geh- und Radweg auf der Gegenseite verlegt worden ist, führt laut Schmidt-Lamontain jedoch kein Weg vorbei. Es handele sich um ein Zugeständnis an den Denkmalschutz.

Kritikpunkt 2: Es fehlen Kurzparkplätze

Wenn Rolf Leonhardt aus dem Fenster seiner Kronen-Apotheke blickt, dann sieht er auf die umgestaltete Kleine Bautzner Straße. Die musste schmaler gemacht werden, um Platz für den Radweg zu gewinnen. Dass dabei 14 der bisher 35 Parkplätze weggefallen sind, sei für die Gewerbetreibenden zu verschmerzen. „Aber dass jetzt alle Anwohnerparkplätze sind, geht gar nicht“, findet er.

Zwar können sich Autofahrer dort auch an einer Parkuhr ein Ticket holen, wenn sie einen freien Parkplatz finden. Zu oft seien Parkplätze aber von Autos mit Anwohnerparkschein belegt. „Das ist hier ein Ortszentrum, es gibt hier 70 Gewerbetreibende, da muss es mehr Plätze für das kurzzeitige Parken geben“, meint Leonhardt. Gerade die Kunden seiner Apotheke zum Beispiel seien oft auf das Auto und kurze Wege angewiesen.

Bürgermeister Schmidt-Lamontain kennt diesen Konflikt. In der Theorie sollen die Stellplätze abends und nachts von den Anwohnern und tagsüber von Geschäftskunden genutzt werden. Praktisch stehen die Fahrzeuge von Anwohnern auch mal länger. Das Anwohnerparken dort aber nicht zu erlauben, gehe nicht. Zum einen, weil es ähnliche Probleme auch anderswo in der Neustadt gäbe. „Wenn wir überall dort, wo es derartige Konflikte gibt, darauf reagieren würden, stünde bald das gesamte Anwohnerparken in Frage“, meint Schmidt-Lamontain. Genau dieses bevorrechtigte Parken haben sich aber die Neustädter gewünscht. Außerdem muss die Stadt in jedem Anwohnerparkgebiet für mindestens zwei Drittel der ausgereichten Ausweise einen Stellplatz vorhalten. „Da sind wir in der Neustadt am Limit und können uns ein Abordnen von Anwohnerparkplätzen nicht leisten“, sagt der Bürgermeister.

Das Fazit: Ohne Kompromiss geht es nicht

Bei aller Kritik zieht der Verkehrsbürgermeister eine positive Bilanz. Mit den Radwegen an Bautzner Straße und der Radlerfurt seien zwei wichtige Vorhaben aus dem Radverkehrskonzept erledigt und das Nadelöhr Bautzner Straße am Albertplatz endlich saniert worden – und das, ohne die Straße nennenswert zu verbreitern. Ohne Kompromisse war das nicht zu erreichen. Jetzt kommt es darauf an, wie die neuen, sicheren Querungen für Fußgänger und Radler angenommen werden. An beiden Ampeln kann es etwas dauern, bis man grün erhält, weil sie mit der Ampel vom Albertplatz synchron geschalten sind. „Auf die Weise wollen wir zusätzliche Verzögerungen entlang der Bautzner Straße vermeiden“, sagt Schmidt-Lamontain.

Von Uwe Hofmann

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