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Lokales Investor plant ein riesiges Möbellager für Selbstabholer am Elbepark
Dresden Lokales Investor plant ein riesiges Möbellager für Selbstabholer am Elbepark
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15:24 04.09.2019
Auf der Freifläche an der Lommatzscher Straße (unten rechts im Bild) soll der Neubau errichtet werden. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

„Sie werden mich nicht los. Ich werde wieder kommen und neue Entwürfe vorlegen.“ Kurt Krieger, Eigner der Möbelkette Höffner und des Einkaufszentrums Elbepark, will endlich „in die Pötte kommen“, wie er sagt.

2015 war es, da hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschlossen – für ein Möbel-Selbstabhollager am Elbepark gegenüber von Höffner auf der anderen Seite der Lommatzscher Straße.

Kurt Krieger Quelle: PR

Die Welt des Möbelhandels werde bestimmt von Ikea und Internet, erklärt Krieger den Grund für sein Ansinnen. Der Kunde verlange die Verfügbarkeit der Ware am gleichen Tag des Kaufes. „Er bezahlt seine Sachen im Einrichtungshaus, fährt auf die andere Straßenseite und lädt sie ins Auto ein.“ 180 bis 190 Meter lang soll das Bauwerk entlang der Lommatzscher Straße werden, 280 Meter entlang der Pieschener Allee und 16,50 Meter hoch.

Höchste Anforderungen an den Brandschutz

Es geht um ein nicht nur in seinen Ausmaßen riesiges Projekt direkt am Eingangstor von Dresden. Wobei Krieger meint: „Wir sollten die Gegend nicht hübscher machen als sie ist.“ In der Gestaltungskommission der Landeshauptstadt präsentierte Architekt Reinhard Beier jetzt einen Entwurf mit einer sogenannten „living wall“, einer umlaufenden begrünten Wand. Eine transparente Glasfassade empfehle er nicht, erklärte der Architekt. „Das Gebäude ist vollgepackt mit Regalen, da sind nur Kartons und Paletten zu sehen.“

Die Kommission mochte sich mit dem Entwurf nicht anfreunden und verwies auf frühere Pläne, in denen Holzverkleidungen eine Rolle spielten. Ein für ein solches Gebäude kaum möglicher Baustoff, erklärte Beier, auf einem Möbellager liege naturgemäß eine hohe Brandlast, es würden höchste Anforderungen an den Brandschutz gestellt.

Gegenüber dem Elbepark soll das neue Auslieferungslager entstehen. Über die Gestaltung gibt es eine Debatte. Quelle: Bildwerk

„Diese Größe, Präsenz, Vehemenz – was gibt das Gebäude der Stadt zurück?“, fragte Kommissionsmitglied Ole Flemming. Die Grundsatzfrage löste ein mittelschweres Beben bei Krieger aus, der auch mit 71 Jahren höchst temperamentvoll ist. „Wir ziehen diesen Entwurf zurück und wünschen einen schönen Tag“, erklärte der Unternehmer. „Ich habe 500 Millionen Euro in diese Stadt investiert und bin nicht immer fair behandelt worden.“ Sprach es, packte seine Sachen und verließ den Saal.

Vorhaben solle ein Stadtbaustein sein, der verbinde und vermittele

Jürg Sulzer, Vorsitzender der Gestaltungskommission, gelang es, den Zürnenden zurück an den Tisch zu bringen. Das Vorhaben solle ein Stadtbaustein sein, der verbinde und vermittele, erklärte Sulzer das Ansinnen der Kommission. „Vielleicht können Sie einen Sportplatz auf dem Dach unterbringen oder einen anderen Mehrwert für die Stadt schaffen“, präzisierte Flemming seine Frage.

Krieger zeigte sich versöhnt und will sein Vorhaben weiter qualifizieren. „Ich bin Kummer gewöhnt. Die durchschnittliche Dauer bis zur Realisierung eines Projektes beträgt 15 Jahre“, erklärte er.

„Aus städtebaulicher Sicht ist es schade, diese riesige Struktur an einen Stadteingang zu bauen“, meinte Kommissionsmitglied Thomas Kaup. Und tröstete sich mit dem Gedanken, dass das Lager ja nicht immer an dieser Stelle stehen müsse. „Vielleicht ändern sich in 20 Jahren die Umstände und das Grundstück steht dann für Städtebau zur Verfügung.“

Krieger wird wieder kommen. Eine andere Wahl habe er gar nicht in einer Welt, die von Ikea und Amazon bestimmt werde.

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