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Lokales Nach Eklat im Dresdner Rathaus: Fernsehturmverein trennt sich von Barbara Lässig
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Dresden: Fernsehturmverein schmeißt Barbara Lässig raus

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16:37 08.09.2020
Barbara Lässig Quelle: imago images/Jörn Haufe
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Dresden

Der Fernsehturm Dresden e.V. hat sich von seiner Pressesprecherin Barbara Lässig getrennt. Das teilte Vereinsvorsitzender Eberhard Mittag am Dienstag mit. Der Vereinsvorstand habe die Entscheidung getroffen. Lässig könne gegen den Ausschluss Einspruch einlegen. Dann müssten die Vereinsmitglieder über den Ausschluss abstimmen. Die nächste Mitgliederversammlung ist 26. November geplant.

Der AfD nahestehende Personen sind bei der SPD unerwünscht

Am 1. September war es zu einem Eklat im Rathaus gekommen. Der Vorstand des Fernsehturmvereins hatte das Konzept einer Seilbahn der SPD-Fraktion vorgestellt. Im Vorfeld hatte die SPD-Fraktion dem Vereinsvorstand mitgeteilt, dass die Anwesenheit von Personen unerwünscht sei, die politisch für die AfD tätig sind. Barbara Lässig ist Mitarbeiterin der AfD-Stadtratsfraktion.

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Mittag erklärte, er habe Barbara Lässig mehrfach darum gebeten, nicht bei der Runde mit der SPD zu erscheinen. Barbara Lässig stand aber trotzdem in der Tür – sie wurde vom Sicherheitsdienst im Rathaus aufgefordert, die Räume der SPD-Fraktion zu verlassen.

Quelle: privat

Eklat hat das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht

Dieser Eklat hat das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht. In einem Verein gehe es um die Sache und nicht um Personen, hatte Mittag die Pressesprecherin bereits kritisiert. Barbara Lässig habe engagiert für den Verein gearbeitet. Aber ohne Abstimmung mit dem Vorstand zu handeln, gehe auf Dauer nicht gut, deutete Mittag an, dass es nicht der erste Konflikt zwischen Vorstand und Lässig gewesen sein könnte.

Lässig ruft zur Versöhnung auf

Barbara Lässig hat inzwischen einen offenen Brief an die sächsischen SPD-Spitzenpolitiker Petra Köpping und Martin Dulig geschrieben, in der sie die Gründe für ihren Rausschmiss hinterfragt. „Ja es stimmt, ich arbeite für die AfD-Stadtratsfraktion“, heißt es in dem Schreiben. „Aber bei diesem Termin war ich ausschließlich als Pressesprecherin des Fernsehturmvereins anwesend.“ Wie könne eine Fraktion einem Verein derart fragwürdige Regeln aufzwingen und Vereinsmitglieder ausgrenzen?, fragt Lässig.

Die frühere Stadträtin forderte die SPD-Spitzenpolitiker auf, in der Partei versöhnlichere Wege einzuschlagen und auf die Menschen zuzugehen, auch wenn diese deren politische Meinung nicht teilen würden. „Aus meiner Sicht wird es bedrohlich für die gesamte Gesellschaft, wenn hier nicht abgerüstet wird und wir uns nicht aufeinander zubewegen“, so Lässig. Zu ihrem Ausschluss aus dem Fernsehturmverein äußerte sich die frühere Stadträtin für PDS und FDP nicht.

Von Thomas Baumann-Hartwig