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Dresden Lokales Das hat die Stadt mit dem Wiener Platz vor
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11:55 13.09.2019
Eine Baumreihe könnte Grün vor den Hauptbahnhof bringen. Der Weg gewinnt an Bedeutung, wenn Simmel-Markt und Fernbusbahnhof fertig sind. Quelle: Visualisierung: Stadtverwaltung
Dresden

Der Wiener Platz ist das Eingangstor zur Dresdner Innenstadt. Tausende Bahn- und Fernbusreisende bekommen hier ihren ersten Eindruck von der Stadt. Es ist kein guter. Das soll sich ändern.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) arbeitet an Plänen für eine Aufwertung des Platzes. Diese stehen in Zusammenhang mit einem ganzen Maßnahmepaket für den Wiener Platz, der 2015 wegen einer sich etablierenden offenen Drogenszene in den Blickpunkt geraten war.

Der Ist-Zustand: Unsortiert und verbaut

Das Sichtfeld ist verstellt. Der Weg vom Hauptportal des Hauptbahnhofs zur Prager Straße ist von vielen Einbauten blockiert, Fußgänger müssen im Bogen laufen. Sie können den Platz nicht überschauen. Die Springbrunnen entfalten eine Barrierewirkung. Sie sind zum Teil defekt und bieten keine Sitzgelegenheit. Der Platz sieht unordentlich und unsortiert aus.

Schmidt-Lamontain will den Platz ordnen lassen und hat ein Büro für Landschaftsarchitektur mit den Planungen beauftragt. Zusätzliche Bänke, mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und ein Baumfeld an der Prager Spitze sollen für Aufenthaltsqualität sorgen.

Das Baumfeld vor der Prager Spitze ist schon lange geplant, dafür stehen sogar Mittel zur Verfügung. Quelle: Visualisierung: Stadtverwaltung

Die Sorgenkinder: Die Brunnen und die Lichtschächte

Für die Aufbauten gibt es mehrere Varianten: Brunnen reparieren und Lichtschächte für die Tiefgarage so lassen, wie sie sind – diese Variante ist teuer, weil Brunnentechnik viel Geld kostet. Die Brunnen zu Pflanzbeeten umzugestalten, würde Grün auf den Platz bringen und könnte schnell realisiert werden.

Bleiben die Brunnen und bieten künftig Sitzgelegenheiten? Quelle: Visualisierung: Stadtverwaltung

Oder: Brunnen und Lichthöfe abreißen, damit eine überschaubare Fläche mit Platz für Sitzgelegenheiten entsteht. Ist aber schwierig, sagt der Baubürgermeister, da mit dem Besitzer der Tiefgarage verhandelt werden muss.

Der Zeitrahmen: Im Haushalt steht kein Geld

Vor 2021 wird auf dem Wiener Platz wenig passieren. Im Doppeletat für 2019/2020 steht kein Geld. „Wir müssen für den neuen Doppelhaushalt mit dem Stadtrat klären, ob der Wiener Platz ein Leuchtturmprojekt für die Stadt werden soll.“ Schmidt-Lamontain schätzt, dass die Arbeiten einen einstelligen Millionenbetrag kosten werden.

Das Problem: Deutsche Bahn saniert den Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof braucht ein neues Dach, die Deutsche Bahn will die Arbeiten in drei Bauabschnitten von 2021 bis 2024 erledigen lassen. In dieser Zeit stehen Kräne auf dem Wiener Platz. Das konterkariert die Bestrebungen, den Platz aufzuwerten. Vielleicht lassen sich Umbauarbeiten an Platz und Bahnhof unter einen Hut bringen, hofft der Baubürgermeister.

Die Perspektive: Simmel-Markt und Fernbusbahnhof

Der Wiener Platz wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Die Baugrube für den Simmel-Markt ist schon ausgehoben, die Stadt verhandelt mit Investoren für einen Fernbusbahnhof sowie ein Fahrradparkhaus. Dadurch werden mehr Menschen als jetzt am Hauptbahnhof entlang in Richtung Budapester Straße laufen.

Die Polizei: „Wir stellen kaum noch Drogen fest“

André Marschke, Leiter des Polizeireviers Dresden-Mitte, lobt die Umbaupläne. „Je dunkler und dreckiger ein Platz ist, umso mehr bietet er sich für die Begehung von Straftaten an.“ Das Ziel der Polizei sei es, gesehen zu werden und ansprechbar zu sein. Deshalb gebe es gemeinsame Streifen mit dem gemeindlichen Vollzugsdienst auf Wiener Platz und Prager Straße. „Wir kontrollieren nach wie vor regelmäßig. Drogen stellen wir nicht mehr fest.“

Die Anlieger: Viele Ideen für die Belebung des Platzes

„Wir haben intensive Gespräche mit den Gewerbetreibenden vor Ort geführt. Die Situation hat sich deutlich gebessert“, erklärt Citymanagerin Friederike Wachtel. Die Anlieger wollen bei der Gestaltung mitreden. Mit kulturellen Ereignissen oder Festen könne der Platz belebt werden.

Die Drogenbeauftragte: Streetworker für Erwachsene

Die Debatte über den Wiener Platz hat dazu geführt, dass erstmals sieben Streetworker für Erwachsene in Dresden Konsumenten von Suchtmitteln ansprechen, erklärt Kristin Ferse, Drogenbeauftragte der Landeshauptstadt. Sie war mit einem umfassenden Konzept für den Wiener Platz beauftragt worden – wegen der Drogenproblematik.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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