Dresden - Corona in der Schule: Das müssen Eltern wissen
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Lokales Coronafall in der Schule? Das müssen Eltern in Dresden wissen
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Dresden - Corona in der Schule: Das müssen Eltern wissen

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11:00 03.11.2020
Die Maske ist zum ständigen Begleiter für Schulkinder geworden. Quelle: Marijan Murat/dpa
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Dresden

Die Infektionszahlen in Dresden sind in den vergangenen zwei Wochen deutlich gestiegen – und da waren Ferien. Am Montag hat die Schule wieder begonnen. Viele Eltern sind verunsichert und fragen sich, was sie tun müssen, wenn Coronafälle in der Schule ihrer Kinder auftreten. Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) hat jetzt in einem Elternbrief die Regularien erklärt.

Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) Quelle: DNN-Archiv

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Sind Schulen Corona-Infektionsherde?

Nein. Laut Kaufmann findet eine Übertragung in Dresden zumeist außerhalb der Bildungseinrichtungen im privaten Umfeld statt. Infektionen werden meist in die Einrichtungen eingetragen und selten innerhalb der Einrichtungen weitergegeben, so die Bürgermeisterin.

Was geschieht bei einem Verdachtsfall?

Wenn in einer Kindertagesstätte oder einer Schule ein Coronaverdacht auftritt, muss die betroffene Person in Quarantäne, bis der Fall geklärt ist. Positiv getestete Personen müssen für zehn Tage in häusliche Isolation. Wenn nach dieser Frist 48 Stunden lang keine Symptome auftreten, ist die Person für Kita und Schule wieder zugelassen.

Wer hat ein besonders hohes Ansteckungsrisiko?

Zu Personen der sogenannten Kategorie 1 zählen Menschen, die mindestens 15 Minuten ununterbrochen engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten; die durch die räumliche Nähe zu einer infizierten Person mit hoher Wahrscheinlichkeit den Aerosolen auch bei größerem Abstand ausgesetzt waren oder die sich mehr als eine halbe Stunde in beengter Raumsituation mit dem Infizierten aufgehalten haben. Diese Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko müssen zehn Tage in Quarantäne.

Welche Zeiträume werden berücksichtigt?

Zwei Tage vor den ersten Symptomen und dann für zwölf Tage gilt eine positiv getestete Person als ansteckungsfähig. Damit sind auch die Kontakte vor Auftreten der Symptome relevant.

Wer entscheidet über die Quarantäne?

Das Gesundheitsamt. Je nach Hygienekonzept und dem gelebten Alltag in einer Einrichtung können unterschiedlich viele Personen aufgefordert werden, sich in Quarantäne zu begeben. Ein offenes Konzept in einer Kita verlangt andere Schritte als eine klare Gruppentrennung. Beim Kursunterricht in der Sekundarstufe 2 ist es anders als bei einem klassenbezogenen Unterricht der Klassenstufen 1 bis 10. Deshalb kann eine komplette Jahrgangsstufe von Isolationsmaßnahmen betroffen sein, aber auch nur Schulklassen, Gruppen oder einzelne Personen.

Was passiert nach einem positiven Test?

Zunächst gibt es eine sehr allgemein gehaltene Information des Gesundheitsamtes über das gegebene Kontaktrisiko. Die Leitung der Einrichtung informiert die Eltern, welche Gruppen oder Klassen von etwaigen Maßnahmen betroffen sind und sich in Quarantäne begeben müssen. In diesem Fall wird auch schon der Zeitraum der Absonderung benannt.

Wie informieren Eltern den Arbeitgeber?

Wenn ein Kind als Kontaktperson 1 anzusehen ist, erhalten Eltern einige Tage später den Absonderungsbescheid. Dieser gilt als Nachweis für den Arbeitgeber. Das Gesundheitsamt bittet um Geduld, wegen der Vielzahl der Fälle kann es zu Verzögerungen kommen.

Werden Kontaktpersonen eigentlich getestet?

Bei Symptomen wird der Test in jedem Fall durchgeführt. Bei Symptomfreiheit entscheidet das Gesundheitsamt.

Was ist mit Angehörigen von Kontaktpersonen?

Familienangehörige, Freunde und Bekannte von Kontaktpersonen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko zählen so lange nicht als Kontaktperson, bis die Kontaktperson selbst nicht als infiziert gilt. Heißt: Wenn ein Schüler engen Kontakt zu einem infizierten Mitschüler hatte, muss er in Quarantäne. Die Eltern gelten dagegen nicht als Kontaktperson und müssen sich nicht häuslich absondern. Wenn der Schüler dann aber positiv getestet wird, dann sind die Eltern Kontaktpersonen der Kategorie 1 in Bezug auf ihr Kind.

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Wie verhalten sich erkältete Personen?

Kinder mit Schnupfen, Husten und leichtem Fieber gehören nicht in die Kita oder die Schule. Das war schon immer so, das gilt auch in der Pandemie. Zwei Tage ohne Symptome sollten vergehen, bevor das Kind wieder die Einrichtung besuchen kann.

Weiterlesen: Schnupfen, Husten, Fieber und Co. – Wann Sie und Ihre Kinder in Corona-Zeiten zu Hause bleiben sollten

Wo gibt es Informationen für die Eltern?

Im Internet auf www.dresden.de/corona oder telefonisch unter der Hotline des Gesundheitsamtes: 488 5322. Hier kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Wenn sich bei Kindern oder Eltern Symptome entwickeln, steht der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116 117 zur Verfügung.

Von Thomas Baumann-Hartwig