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Lokales Dresden 1989 und 2019: Das sind die Unterschiede in Fläche und Bevölkerung
Dresden Lokales Dresden 1989 und 2019: Das sind die Unterschiede in Fläche und Bevölkerung
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16:05 02.12.2019
Blick auf Dresden – Die Stadt befindet sich nach einer Stagnationsphase wieder im Wachstum. Quelle: DNN
Dresden

1990 erschien zum letzten Mal ein „Statistisches Jahrbuch des Bezirkes Dresden“. Für die Antwort auf die Frage, wie sich die Landeshauptstadt seit dem Ende der DDR entwickelt hat – nicht nur gefühlt, sondern belegbar – bietet sich ein Blick auf vergleichbare statistische Daten an. Näher betrachtet zeigt sich jedoch, dass es bei bloßer Gegenüberstellung von Zahlen gar nicht so einfach ist mit der Aussage, das ist mehr geworden, das weniger – vor allem aber mit der Interpretation, dies ist besser geworden oder jenes schlechter.

Fest steht: Dresden ist eine wachsende Stadt. Das gilt für die Fläche ebenso wie für die Einwohnerzahl. Seit dem Ende der DDR hat sich das Stadtgebiet um stolze 45 Prozent vergrößert, denn 1999 wurden zahlreiche Gemeinden mit einer Fläche von insgesamt mehr als 100 Quadratkilometern in die sächsische Landeshauptstadt eingemeindet.

Auch in der DDR gab es eine größere Eingemeindung im Jahr 1950. Die fiel aber mit reichlich 42 Quadratkilometern Zuwachs nicht einmal halb so groß aus. Nimmt man allerdings die Eingemeindung der Dresdner Heide und des Hellers reichlich ein halbes Jahr vor DDR-Gründung dazu, halten sich die Flächenzuwächse von 1949 bis zum Ende der DDR und nach der Wende in etwa die Waage.

Vor allem durch Eingemeindungen 1999, aber auch durch eine positive Geburtenentwicklung sowie einen positiven Saldo von Zuzügen und Weggängen ist die Einwohnerzahl seit dem letzten Jahr der DDR um fast 60.000 Menschen gewachsen. Die Bevölkerungsdichte ist im gleichen Zeitraum statistisch gesehen deutlich gesunken. Das liegt jedoch daran, dass die eingemeindeten Gebiete am Stadtrand dünner besiedelt sind als der Stadtkern.

Das dynamische Bevölkerungswachstum begann allerdings erst lange nach den jüngsten Eingemeindungen. In den letzten Jahren der DDR und nach der Wende war die Einwohnerzahl in Dresden (Haupt- oder Nebenwohnung laut Melderegister) rückläufig und sank 1995 sogar unter die Marke von 500.000. Erst mit der großen Eingemeindung zum 1.1.1999 wurde diese wieder überschritten. Mehr Menschen als 1990 wohnten aber erst 2003 wieder in der Stadt, ein Jahr später waren es bereits wieder weniger – mit erneut rückläufiger Tendenz bis 2007. Von da an (512.546) wuchs die Bevölkerung stetig bis auf 566.484 Ende 2018.

Durchweg gab es seitdem sowohl einen Geburtenüberschuss, der in der Spitze bei 1332 im Jahr 2016 lag, sowie einen Überschuss der Zuwanderung. Den Spitzenwert lieferte das Jahr 2015, als 6706 Menschen mehr nach Dresden zogen als die Stadt verließen.

Das jüngste Wachstum ist jedoch zum großen Teil auf den Zuzug von Menschen mit Migrationshintergrund zurückzuführen, der eines verdeckt: Im Jahr 2016 gab es zum ersten Mal einen Rückgang der deutschen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund in absoluten Zahlen. Diese Entwicklung setzte sich 2017 fort. Der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung der Stadt wuchs von nicht einmal zwei Prozent im Jahr 1989 auf über sieben Prozent Ende 2018. Nach jüngsten Zahlen der kommunalen Statistikstelle stieg er bis Mitte 2019 weiter auf 8,1 Prozent.

In der Stadt wohnen heute reichlich 13.000 Frauen mehr als im letzten Jahr der DDR. Waren die Frauen 1989 mit reichlich 53 Prozent noch deutlich in der Mehrheit, hat sich das Verhältnis der Geschlechter statistisch gesehen inzwischen bei etwa 50:50 eingepegelt.

Was auf den ersten Blick auf eine Normalisierung hindeutet, offenbart bei genauerer Betrachtung ein großes Problem: In den Altersgruppen unter 55 Jahren überwiegt die männliche Bevölkerung, bei über 60 Jahren hingegen die weibliche. Das bedeutet, Dresden mangelt es an jungen Frauen. Ursache ist unter anderem, dass nach der Wende viele junge Frauen aus Dresden wegzogen.

Dass der Männerüberschuss darauf zurückzuführen sei, dass vor allem junge Männer als Migranten nach Dresden kommen, kann nicht als alleinige Ursache gelten, wenngleich bei den Ausländern, die nach 2010 nach Dresden gezogen sind und heute noch in der Stadt wohnen, die Männer mit 58,8 Prozent deutlicher in der Überzahl sind als bei zugezogenen Deutschen mit Migrationshintergrund (51 Prozent) bzw. ohne Migrationshintergrund (52 Prozent).

Im Bevölkerungsvergleich deutscher Großstädte belegt Dresden den 12. Platz. Nach der Prognose der Stadtverwaltung wird das Wachstum weitergehen – bis 2030 um etwa 5 Prozent auf 582 600 Einwohner. Die größten Zuwächse werden bei jungen Leuten im Alter von 15 bis 24 Jahren (28 Prozent) und Senioren über 60 (rund 9 Prozent) erwartet.

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Von Holger Grigutsch

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