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Lokales Drei innovative und nachhaltige Baukonzepte in Dresden ausgezeichnet
Dresden Lokales Drei innovative und nachhaltige Baukonzepte in Dresden ausgezeichnet
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14:36 28.05.2019
Zu Hause bei Architekt Gerd Priebe, Bautzner Straße Quelle: Steffen Manig
Dresden

„Nachhaltig in die Zukunft“ lautete das Motto für den Wettbewerb um den Sächsischen Staatspreis für Baukultur 2019. 24 Bewerbungen gab es, am Ende wurden sechs Bauprojekte ausgezeichnet, darunter drei aus Dresden.

Holzhaus mit Dachgärten

Den mit 15 000 Euro dotierten Staatspreis räumte ein Leipziger Projekt ab: das mehrgeschossige Holzhaus der Baugemeinschaft Z8 GbR mit Wohnungen, Gewerberäumen und gemeinschaftlich bewirtschafteten Dachgärten in Leipzig-Lindenau.

Der Umbau und die Sanierung des Dresdner Kulturpalastes, die Erweiterung des Barkhausenbaus der TU Dresden und das Kutscherhaus an der Bautzner Straße in der Dresdner Neustadt wurden von der siebenköpfigen Wettbewerbsjury mit Anerkennungen gewürdigt. Ebenso zwei Chemnitzer Projekte.

Wandelung zum immer offenen Gebäude

„Umbau und Sanierung des Dresdner Kulturpalastes stehen prototypisch für die Ertüchtigung eines nahezu fünf Jahrzehnte alten Bauwerks und dabei eines der bedeutendsten Bauten dieser Epoche der Moderne in den 1960er Jahren“, so Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen, in seiner Laudatio. Mit dem Umbau habe der Kulturpalast nicht nur einen neuen Konzertsaal bekommen, sondern es seien auch Freiräume für die Integration der Stadtbibliothek geschaffen worden. Mit dem Einzug der Bibliothek erfolge die Wandelung zum immer offenen Gebäude, so Furkert weiter.

24 Bewerbungen für den Baukultur-Preis gab es. Den Staatspreis räumte ein Leipziger Bauprojekt ab. Doch es wurden noch fünf weitere Bauprojekte mit Anerkennungen geehrt.

Ein Chamäleon

Beim TU-Erweiterungsbau war die Jury begeistert von den zwei Konzepten, die verfolgt wurden, um ein absolut schwingungsfrei gelagertes Labor für Elektronen-Mikroskopiertechnik in einem Altbaugefüge zu schaffen. „Proportionen und Farben des Altbaus wurden so fortgeschrieben, dass sich das Neue chamäleonartig an den Bestand schmiegt, während das Hightech-Labor wie ein ornamentierter Findling im Hof ruht“, formulierte die Stuttgarter Architekturkritikerin Ursula Baus.

Haus im Haus

Nicht zuletzt kam auch ein kleines, aber innovatives privates Bauprojekt zu Ehren. Das Kutscherhaus des Architekten Gerd Priebe und seiner Frau Katrin Gräf. Die beiden kauften an der Bautzner Straße ein ruinöses altes Haus und machten es auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise wieder bewohnbar: Sie setzten ein Haus ins Haus.

Begehbares Möbel

„Der Einbau im denkmalgeschützten, aber nur mit den Außenmauern erhaltenen Kutscherhaus mit einem komplexen Holzbau als begehbares Möbel unter Einbeziehung gestalterischer, konstruktiver und technischer Sonderlösungen stellt eine innovative und nachhaltige Weiternutzung des historischen Gebäudebestandes dar“, so Architekt und Jurymitglied Martin Boden-Peroche.

„Wir sind wohl das kleinste Bauprojekt von den ganzen Bewerbern, aber sehr besonders und wir freuen uns über die Anerkennung. Natürlich hätten wir auch gerne den Staatspreis gehabt“, gibt Architekt Gerd Priebe unumwunden zu, zollte jedoch gleichzeitig dem Gewinner Anerkennung.

Revitalisierung des Kutscherhauses ist Teil eines größeren Projektes

Gerd Priebe will auch dieses Jahr wieder bei den Tagen der Architektur am 29. und 30. Juni mitmachen und den Fortgang seines Projektes an der Bautzner Straße vorstellen. Denn dort geht es um mehr als um die Revitalisierung des alten Kutscherhauses.

Carbonpavillon jetzt mit innovativen Sitzschalen

Auf dem Gelände soll noch ein großes Einraumgebäude aus Carbonbeton entstehen. Eine Miniversion davon ist auf dem Grundstück schon zu besichtigen. Vergangenes Jahr wurde der Pavillon im Rohbauzustand gezeigt. Jetzt ist er mit frei geformten, dreifach gekrümmten Sitzschalen aus Carbonbeton ausgestattet worden. Und nicht nur das.

Carbon-Pavillon. Die schwarzen Flächen sind mit Carbon-Farbe zum Beheizen der Sitzschalen gestrichen. Quelle: Gerd Priebe

„Auf den Sitzflächen wird eine Carbon-Farbe aufgetragen. Da Carbon ein sehr guter elektrischer Leiter ist, können wir über die Farbe die Sitzschalen anwärmen“, erläutert Priebe. Der kleine Pavillon, der verschiedene Nutzungen erlaube, dient als Vorbereitung auf den Bau der Wohnlinse, die einen Durchmesser von 18 Metern haben soll. Gerd Priebe rechnet mit einem Baubeginn „frühestens 2021“.

Von Catrin Steinbach

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