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Lokales Drei Jahre Haft für Drogendealer
Dresden Lokales Drei Jahre Haft für Drogendealer
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14:03 30.01.2019
Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der Afghane in Dresden Cannabis, Crystal und Ecstasy-Pillen verkauft hatte. Quelle: Volker Hartmann/dpa
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Dresden

Gab sich Kambitz R. noch sehr siegesicher, als die Polizei bei ihm anrückte, um seine Wohnung nach Drogen zu durchsuchen, war er am Dienstag dann doch etwas fassungslos, als er zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt wurde. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der Afghane in Dresden Cannabis, Crystal und Ecstasy-Pillen verkauft hatte – meist in seiner Wohnung in Altreick, in der eine rote Lampe im Fenster brannte, wenn er zu Hause und Stoff vorrätig war.

Zu den Vorwürfen äußerte sich der 22-Jährige nicht. So ist unklar, von wem er die Drogen bezog. Er erzählte nur, dass er kaum die Schule besucht hat, früh arbeiten musste, mit 15 Jahren nach Deutschland kam und seitdem Drogen konsumiere. Mit dem Verkauf besorgte er sich wohl das Geld.

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Besonders perfide: Er – selbst noch sehr jung – verkaufte Drogen auch an Minderjährige. An 14- und 15-Jährige, obwohl er wusste, wie alt die „Käufer“ waren. Den Jugendlichen waren die Folgen des Drogenkonsums noch gar nicht bewusst. Da geht es oft nach dem Motto: Das ist schick, das machen viele und ist nicht so schlimm.

Auch wenn Kambitz R. an die Minderjährigen „nur“ Marihuana verhökerte, macht es die Sache nicht besser. Meist folgen nach den weichen Einstiegsdrogen harte Sachen wie Crystal, gesundheitliche Schäden und oft eine kriminelle Karriere, denn das Zeug ist teuer.

Viele Eltern sind überfordert, wenn sie mitbekommen, was ihre Kinder so treiben. Die Mutter eines 15-Jährigen reagierte prompt und schnell. Sie suchte sich professionelle Hilfe und organisierte einen Therapieplatz. „Ich kann nur allen Eltern raten: Holt Euch Hilfe und kehrt nichts unter den Teppich. Es nützt keinem was, wenn diese Gifte Familien zerstört. Und man sollte überlegen, was man selbst falsch gemacht oder nicht wahrgenommen hat. Mein Kind brauchte Hilfe, ich auch“ erzählte sie am Rande der Verhandlung. „Mein Sohn ist jetzt auf einem guten Weg.“

Von Monika Löffler