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Lokales Doppelmord-Prozess in Dresden: Verteidiger plädiert auf Totschlag
Dresden Lokales Doppelmord-Prozess in Dresden: Verteidiger plädiert auf Totschlag
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13:54 15.05.2020
Laurent F. (56) mit seinem Verteidiger. Quelle: xcitepress
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Dresden

Im Prozess gegen einen Vater wegen Mordes an seinen beiden Kindern und Mordversuchs an deren Mutter hat die Verteidigung am Freitag am Landgericht Dresden auf eine Verurteilung wegen Totschlags plädiert. Sein Mandant habe sich in einer psychischen Ausnahmesituation befunden, die sich in den Tagen vor der Tat weiter zuspitzte, sagte Strafverteidiger Andreas Boine am Freitag. Er sprach von einer „Tat im Affekt“.

Der Angeklagte Laurent F. indes sagte, er werde die Verantwortung für den „Mord“ übernehmen. Das Urteil für den gebürtigen Franzosen will die Schwurgerichtskammer am 26. Mai verkünden.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich

Laut Boine hat sich der „Affekt“ bei F. über Monate aufgebaut und „krisenhaft zugespitzt“. Sein Mandant habe in seiner eigenen Welt gelebt, das Beste für seine Familie haben und bestimmen wollen, was passiert. „Er hat nicht akzeptiert, dass andere über ihn bestimmen.“ Der Verteidiger ist überzeugt, dass F. auch sein eigenes Ende geplant hatte. So habe sich der 56-Jährige von Freunden verabschiedet, von Eigentum getrennt und sogar am Tattat sein Auto verkauft. Ein konkretes Strafmaß beantragte Boine allerdings nicht.

Der seit 1992 in Dresden lebende F. ist wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Demnach hat er seinen fünfjährigen Sohn und seine zweijährige Tochter am Nachmittag des 9. Mai 2019 erwürgt. Die Geschwister erstickten. Als seine Noch-Ehefrau später zu seiner Wohnung kam, habe er versucht, auch sie zu töten. Die 27-Jährige, eine Senegalesin, hatte sich gewehrt und schwer verletzt überlebt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe lebenslang gefordert und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt.

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Von dpa