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Lokales Diskussionsabend mit Jungpolitikern und einer Holocaust-Überlebenden
Dresden Lokales Diskussionsabend mit Jungpolitikern und einer Holocaust-Überlebenden
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16:17 17.05.2019
Holocaust-Überlebende Sandra Nussbaum sprach mit den jungen Polinnen Klaudia Janik (l.) und Julita Brzozowska über ihre Vergangenheit. Quelle: Foto: A. Schneider
Dresden

Was kann die Europapolitik tun, um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten? Ist eine Impfpflicht sinnvoll? Werden dem Brexit weitere Exits folgen? Und was tut die EU eigentlich gegen Massentierhaltung und Tierquälerei? Die Fragen, die über 100 Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und Polen am Donnerstagabend in der Zentralbibliothek jungen Parteivertretern stellten, waren so bunt gemischt, wie die Meinungen der Jungpolitiker selbst.

Vom Fachkräftemangel bis zur Impfpflicht

Das Deutsch-Französische Jugendwerk lud gemeinsam mit dem Verein Europa-Direkt Jugendliche aus besagten Ländern nach Dresden ein, um gemeinsam über die Zukunft Europas zu diskutieren. Auf dem Podium nahmen Jugendvertreter aus den Parteien CDU, SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD Platz und stellten sich den Fragen.

Die rege erste Runde teilten sich der Franzose Nathan Abou vom Mouvement des Jeunes Socialists (deutsch: Bewegung der Jungen Sozialisten), Jonas Dünzel von der Jungen Alternative, Fritz Gnörich von den Jungen Liberalen, Anna Peters von der Grünen Jugend und Malte Steuber von der Organisation Junge Europäische Föderalisten. Zunächst wurden Fragen zum Thema Fachkräftemangel und Impfplicht beantwortet und schnell zeigte sich: Redezeit einzuhalten müssen die jungen Politiker noch lernen.

Längste Debatte zum Thema Umwelt

Beim Thema erneuerbare Energien gingen die Meinungen vor allem zwischen Anna Peters und Jonas Dünzel auseinander. Letzterer sprach sich dafür aus, dass Stromkosten bezahlbar bleiben sollen und Diesel laut Studien weniger umweltschädlich sei als E-Autos. Anna Peters hielt dagegen, dass man sich nicht nur um die Autoindustrie kümmern dürfe, sondern vor allem den öffentlichen Nahverkehr stärken und kostenfrei nutzbar machen solle. Malte Steuber merkte an, wenn man über Klima rede, müsse man unbedingt auch über Europa reden. Denn wenn hierzulande Kraftwerke zurückgebaut werden und in anderen europäischen Ländern neue gebaut würden, wäre nichts gewonnen.

Holocaust-Überlebende richtet Appell an Jugendliche

Nach eineinhalb Stunden Diskussion richtete Holocaustüberlebende Sandra Nussbaum das Schlusswort an die Jugendlichen. Die Familie ihres Vaters wurde in Auschwitz und Birkenau ermordet, sie selbst lebt seit vielen Jahren in Frankreich. Geboren wurde die heute 82-Jährige in Belgien. Im Zweiten Weltkrieg floh sie mit ihren Eltern durch Schnee und Kälte in die Schweiz. „Am Straßenrand saßen erfrorene Menschen. Meine Eltern sagten mir später, sie hätten sich dazugesetzt, wenn ich nicht gewesen wäre“, erzählt sie den jungen Gästen aus ihrem Leben.

Damit will sie die Erinnerung an die damalige Zeit wachhalten. Sie fordert die jungen Menschen auf, zu wählen und sich aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus einzusetzen, um den rechtspopulistischen Strömungen in Europa etwas entgegenzusetzen. Ein junger Gast aus Polen fragte sie zum Schluss, was ihr Traum von Europa wäre und Nussbaum antwortete: „Dass die Mitgliedstaaten im Stande sind, sich die Hand zu reichen“.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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