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Lokales Die Neustadt fordert eine Schwimmhalle
Dresden Lokales Die Neustadt fordert eine Schwimmhalle
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17:52 19.12.2018
Ersatzneubau geplant: die Schwimmhalle in Klotzsche. Quelle: Archiv
Dresden

Interessantes Farbenspiel im Stadtrat: Schwarz-Rot-Grün hat es lange nicht gegeben. Beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept „Zukunft Dresden 2025+“ waren sich jetzt aber CDU, SPD und Grüne einig: Sie stimmten eine einzige kleine Änderung in das 43 Seiten umfassende Papier, das die gesamtstädtische Entwicklung der nächsten fünf Jahre steuern soll. Sehr zum Verdruss der Linken.

„Neubau einer Schwimmhallefür den Stadtbezirk Neustadt, vorzugsweise am Standort Harkortstraße, und Ersatzneubau Schwimmhalle Klotzsche, Vorzugsstandort Königsbrücker Landstraße 100 (Vorzugsstandort)“, lautet der vom Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi eingebrachte Änderungstext, der durchaus das Zeug für eine heftige Debatte beinhaltet. Im Entwurf der Verwaltung war nur vom Ersatzneubau für die betagte Schwimmhalle in Klotzsche die Rede.

„Wir stellen die Schwimmhalle in Klotzsche nicht in Frage“, beteuerte Lichdi, „aber wir wollen mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die Stadtteile Neustadt und Pieschen seit über zehn Jahren auf die versprochene Schwimmhalle warten.“ Das Konzept enthalte eine falsche Vorentscheidung zugunsten nur einen Standorts.

Piraten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (Fraktion Die Linke) gab zu bedenken, dass gerade die Investorensuche für das Sachsenbad läuft. Es sei nicht richtig, das Signal auszusenden, in wenigen Metern Entfernung werde eine neue Schwimmhalle entstehen. „Wer soll denn unter diesen Umständen das Sachsenbad als Gesundheitsbad an den Markt bringen?“

Thomas Blümel (Bürgerfraktion) sah in dem Änderungsantrag den Versuch, zwei neue Bäder festzuschreiben. „Ich kann nur davor warnen, Erwartungen zu wecken, dass mehrere Bäder in Klotzsche, Pieschen und in der Neustadt gebaut werden.“ Holger Zastrow, Vorsitzender der Fraktion FDP/Freie Bürger, fstellte fest: „Es war Konsens, dass das Sachsenbad und Klotzsche kommen. Wieso soll dieser Konsens jetzt aufgekündigt werden?“ Bewohnern der Neustadt könne es durchaus zugemutet werden, sich in die S-Bahn zu setzen und zum Schwimmen nach Klotzsche zu fahren, so Zastrow.

Veit Böhm (CDU) kritisierte, dass die Verwaltung noch kein Bäderkonzept vorgelegt habe. „Wir warten seit Ende 2017 darauf. Es ist nicht das erste Mal, dass die Verwaltung ein Eigenleben führt und Beschlüsse nicht umsetzt.“ Die CDU unterstütze das strategische Ziel, Schwimmflächen in der Harkortstraße zu errichten. „Wir benennen das Problem, dass in Dresden Schwimmflächen fehlen“, erklärte Vincent Drews (SPD) zu dem Änderungsantrag.

„Dann sollen Grüne und CDU doch bitte gleich ehrlich sagen, dass sie das Sachsenbad abreißen oder darin ein Parkhaus bauen wollen“, erklärte Schulte-Wissermann. Anja Apel (Die Linke) sieht den Ersatzneubau für Klotzsche gefährdet. „Seit neun Jahren frage ich immer wieder nach dem Ersatz der Klotzscher Schwimmhalle. Endlich hatten wir einen positiven Beschluss der Bäder GmbH und die Planung ist schon losgegangen. Durch diesen Änderungsantrag geht die Diskussion nun wieder von vorne los.“

Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) hat im Sportausschuss angekündigt, das Bäderkonzept im Februar vorzulegen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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