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Lokales Die Lasterplane als Kraftwerk
Dresden Lokales Die Lasterplane als Kraftwerk
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15:08 26.08.2019
Fraunhofer-Institut IKTS in Dresden. Quelle: Fraunhofer IKTS
Dresden

Spezielle Lkw-Planen könnten künftig Strom aus Licht erzeugen und damit ihre Batterien nachladen oder Kühlsysteme antreiben. Möglich machen sollen dies textile Solarzellen, die Fraunhofer-Ingenieure vom „Institut für Keramische Technologien und Systeme“ (IKTS) in Dresden entwickeln haben.

Die Experten verwendeten dafür Stoffplanen mit Glasfasern. Diese Textilien ebneten sie mit Transferdruck-Methoden gleichmäßig ein. Darauf setzten sie eine kaum zehn Mikrometer (Tausendstel Millimeter) dünne Funktionsschicht, die für die Wandlung von Sonnenlicht in Strom zuständig ist. Zum Schluss laminierten sie eine Schutzschicht auf die Solarzellen. Die elektrischen Kontakte übernehmen leitfähige Polymere im Planenstoff.

Dr. Jonas Sundqvist, Gruppenleiter Dünnschichttechnologien, zeigt Protoypen textiler Solarzellen. Quelle: Fraunhofer IKTS

„Über verschiedene Beschichtungsverfahren können wir Solarzellen direkt auf technischen Textilien herstellen“, betonte Dr. Lars Rebenklau, der am IKTS die Gruppe für Systemintegration leitet. „Das jedoch ist alles andere als leicht“, ergänzte Dr. Jonas Sundqvist, der Gruppenleiter für Dünnschichttechnologien. „Schließlich sind die Anlagen in den textilverarbeitenden Unternehmen mit fünf bis sechs Metern Stoffbreite und Stofflängen von tausend Metern riesig groß. Dazu kommt: Die Textilien müssen während der Beschichtung Temperaturen von etwa 200 Grad Celsius überstehen.“

Bisher ist die Energieausbeute der textilen Solarzellen gering. „Ihre Effizienz liegt momentan bei 0,1 bis 0,3 Prozent“, räumt Rebenklau ein. Die IKTS-Forscher sind aber zuversichtlich, den Wirkungsgrad auf über fünf Prozent steigern zu können.

Das ist zwar immer noch wenig zu den 20 Prozent Energieausbeute, die eine klassische Silizium-Solarzelle erreicht, oder zu den elf Prozent der organischen Solarzellen, die ebenfalls in Dresden entwickelt worden sind. Aber die Wissenschaftler sehen in ihren textilen Stromerzeugern keinen Ersatz für die etablierten Technologien, sondern eher eine Ergänzung – überall dort eben, wo die schweren und starren Silizium-Solarmodule nicht hinpassen.

„Wenn alles funktioniert wie erhofft, könnte die textile Solarzelle in etwa fünf Jahren auf den Markt kommen“, teilte das IKTS mit. „Dann wäre das ursprüngliche Ziel des Projekts Phototex erreicht: Neue Anregungen für den Textilstandort Deutschland zu finden und die Wettbewerbsfähigkeit dieser Industriebranche zu steigern.“

Und wer weiß, vielleicht lässt sich diese Technologie ja künftig auch für Hüte, Anoraks und andere Klamotten einsetzen? Dann wären Smartphone-Besitzer womöglich ein altes Lade-Problem los ...

Von Heiko Weckbrodt

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