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Dresden Lokales Die Karren der Könige und Knechte im Verkehrsmuseum
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16:41 29.08.2019
Original-Modell einer Prunkgondell, die am Festtag 1719 auf der Elbe fuhr. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Durch die Eingangshalle des Johanneums, den ehemaligen Marstall, schallt Pferdewiehern. Dung-Geruch und schmutzige Schuhe bleiben dem Besucher beim bildungsorientierten Lustwandeln durch die neue Ausstellung zur Mobilität im 18. Jahrhundert im Verkehrsmuseum aber erspart, denn vor das Prachtstück im Lichthof werden ausschließlich virtuelle Pferde gespannt. Sie tänzeln auf einer Leinwand vor der 2,5 Tonnen schweren, rot-goldenen Kutsche vom Typ „Grand Carrosse“ – dem gleichen Modell, in dem Kaisertochter Maria Josepha, Gattin von August-Sohn Friedrich II, auf den letzten Kilometern ihrer Brautreise 1719 durchgeschüttelt wurde, erklärt Kuratorin Dana Runge. Der Kurprinz durfte nebenher reiten. Kutschfahrten galten zu dieser Zeit als unmännlich.

Beschwerlicher Prunk

Die Kutsche ist eine Leihgabe aus dem tschechischen Olmütz, wo sie aus dem Besitz des verschuldeten Fürstbischof Ferdinand Julius von Troyer in den des Bistums überging. Gebaut wurde sie 1725 in Paris. Trotz der Krebsfederung und den Samtpolstern war die Fahrt holprig. „Kutschen dieser Art waren nicht für lange Strecken gedacht“, erklärt Runge. „Sie wurden nur für repräsentative Ereignisse wie Hochzeiten oder Paraden genutzt und verblieben häufig im Anschluss an dem jeweiligen Ort.“ So gut erhaltene Exemplare wie das aus Olmütz sind Raritäten, wie sie sich in bedeutenden Museen wie Lissabon und St. Petersburg finden lassen.

Eine Sonderausstellung des Verkehrsmuseums anlässlich der Jahrhunderthochzeit 1719 zwischen der Habsburgerin Maria Josepha und Kurprinz Friedrich August II.

Tauchgang in vergangene Lebenswelten

Die Sonderausstellung des Verkehrsmuseums nimmt die Besucher mit auf eine intermedial erlebbare Reise in die Lebenswelt vor 300 Jahren. Der Fokus liegt auf der Fortbewegung. Besucher können mithilfe von Virtual Reality-Brillen das pompöse Saturnfest besuchen, sich als Baron und Baronesse ablichten oder die Reiseroute des Jahrhundert-Brautpaares nachvollziehen. Was die sieben Fenster der Prunkkutsche bedeuten, warum ein Schlitten Privatsphäre bedeutete, wie man mit Fächern sprechen kann und was Duftfische sind – darauf gibt die Ausstellung bis zum 5. April 2020 auf anschauliche Weise Antworten. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Von Philine Schlick

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