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Lokales Die Dresdner Neustadt hat ein Drogenproblem
Dresden Lokales Die Dresdner Neustadt hat ein Drogenproblem
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16:53 30.04.2019
Im Sommer 2018 gab es teils in täglicher Folge Drogenrazzien in der Neustadt - mit gemischtem Erfolg. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Der Drogenhandel ist in der Neustadt auf dem Vormarsch. Das zeigt ein Blick in die Kriminalitätsstatistik des Reviers Dresden-Nord, die Revierleiter Matthias Imhof am Montagabend vorgestellt hat. 2018 hat die Polizei demnach gegen den stadtweiten Trend im Partyviertel mehr Drogendelikte verzeichnet. 746 Fälle bedeuten eine Zunahme um sechs Prozent. Bedenklich: Auch bei den Rohheitsdelikten gab es einen spürbaren Anstieg.

Entsprechend machen beide Deliktgruppen laut Imhof Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit in der Neustadt aus. Hinzu kommt die Diebstahlskriminalität, die mit knapp 47 Prozent das Gros unter allen Straftaten ausmacht. Anders als bei den anderen beiden Schwerpunkten sind die Fälle aber rückläufig, sie sanken von 3931 auf 3724 Delikte. Den Großteil machen Einbrüche in Geschäfte, Ladendiebstahl und Taschendiebstahl aus.

7935 Straftaten im Stadtbezirk registriert

Insgesamt wurden im Stadtbezirk 7935 Straftaten registriert, ein Rückgang um 8,8 Prozent. Umso bemerkenswerter ist, dass die Rohheitsdelikte noch einmal anstiegen, von 705 auf 741 Fälle. 392 Mal ging es dabei um einfache, 273 Mal und gefährliche Körperverletzung (+8,3 Prozent). „Das ist meist ein Gruppendelikt mit erheblichen Verletzungen“, sagt Revierleiter Imhof. 74 Mal wurde wegen Raub ermittelt. Rohheitsdelikte machten elf Prozent aller Straftaten im Bezirk aus.

Die Polizei versucht dem Phänomen vor allem mit mehr Präsenz zu begegnen. Bei insgesamt 30 Einsätzen gegen Straßenkriminalität, worunter auch Drogenhandel und Taschendiebstahl fällt, kamen 2018 rund 9300 Einsatzstunden zusammen. Aus dem Engagement, das vor allem in die Abendstunden der Freitage und Sonnabende fällt, resultierten 235 Strafverfahren mit 215 Tatverdächtigen. „Wir wollen diese Einsätze auch 2019 fortführen, wissen aber nicht, inwieweit unsere Ressourcen dafür ausreichen“, sagt Imhof. Die Kommunal- und Europawahl mit den zugehörigen Wahlkampfauftritten fordere die Polizei derzeit personell sehr, zur Landtagswahl im Herbst sei ähnliches zu erwarten.

„Dunkelfeld viel größer“

Drogendelikte machen etwa 9,5 Prozent aller Straftaten in der Neustadt aus. „Wir gehen davon aus, dass wir nur einen kleinen Teil ausleuchten können und das Dunkelfeld viel größer ist“, sagt Imhof. Deswegen und weil Drogendelikte Nährboden für viele andere Delikte seien – Stichwort Beschaffungskriminalität – lege die Polizei darauf den Fokus.

Dabei sind zwei Entwicklungen bedenklich: Zum einen werden trotz aller Bemühungen kaum Drogendealer erwischt. Die Fallzahl sank von 72 auf 55. „Obwohl es in der Neustadt eine offene Drogenangebotsszene gibt, gelingt es uns kaum, Tatverdächtigen Drogenhandel nachzuweisen. Da haben wir noch Luft nach oben“, räumt Imhof ein. Zum anderen werden diejenigen, die mit Drogen erwischt werden, immer jünger. Hatten 2016 noch 50 Heranwachsende (18-20 Jahre) Drogen dabei, waren es 2018 schon 150. Die Masse der Drogendelikte machen Cannabis (583), Crystal (83) und Amphetamine (90), aber auch Heroin (15) und Kokain (9) sind vertreten.

Vier gefährliche Orte in der Neustadt

Vier sogenannte gefährliche Orte gibt es in der Neustadt: Albert- und Alaunplatz, Alaunstraße zwischen Böhmischer und Louisenstraße sowie die Kreuzung Görlitzer/Louisen-/Rothenburger Straße. „Wir denken, dass es dabei auch bleiben wird“, sagt Imhof. Seine Beamten haben zudem 2018 fünf Aufenthaltsverbote für die Neustadt ausgesprochen. Derzeit gilt noch eines.

Die Unfallstatistik weist für den Revierbereich einen Rückgang von 3400 auf 3014 Unfälle aus. Allerdings sind die Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen, von 504 auf 558 angestiegen. „Dabei sind Radfahrer ein Schwerpunkt“, sagt Imhof. Sie seien oft unter den Verletzten.

Von Uwe Hofmann

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