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Dresden Lokales Die Brücke am Alberthafen ist zur Hälfte saniert
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18:30 31.07.2019
Die eine Hälfte der Brücke am Alberthafen ist schon fertig, im Vordergrund laufen die Vorbereitungen für die Sanierung der zweiten Brückenhälfte. Links ist das knallige Blau der benachbarten Eisenbahnbrücke zu erkennen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Es ist Halbzeit bei der Brückensanierung am Alberthafen und das sieht man auch. Wer in diesen Tagen einen Blick auf das „Kleine Blaue Wunder“ an der Hafeneinfahrt wirft, der sieht genau eine Brückenhälfte im rostroten Farbton, der sich in den vergangenen Jahrzehnten ausgebildet hat. Die andere ist schon fertig saniert und zeigt ein helles Blau. Arbeiter sind nun in den nächsten vier Wochen damit beschäftigt, ein Gerüst mit weißer Plane über den unsanierten Brückenteil zu ziehen. Dann gehen die Ar­beiten dort weiter.

Diese dauern länger als geplant, weshalb das Bauende inzwischen auf Ende Oktober 2020 verschoben ist. Grund sind vor allem die Buckelbleche, die früher die Fahrbahn der ehemaligen Straßenbrücke gehalten haben. „Sie sind relativ selten“, sagt Dresdens Brückenfachmann An­dreas Gruner. Deswegen habe man sich anders als geplant für deren Erhalt entschieden, als man Fahrbahn und Aufbau abgetragen hatte. „Sie waren in einem unerwartet guten Zustand, werden deshalb genauso aufgearbeitet wie das Stahlfachwerk“, sagt Gruner. Deswegen und weil bei den Stahlstreben mehr zu tun ist als erwartet, kostet die Brückensanierung auch mehr. Auf 3,5 statt der bisher kalkulierten 2,5 Millionen Euro werden die Kosten nun berechnet – 90 Prozent davon zahlt der Freistaat Sachsen.

Brücke stand kurz vor ihrer Sperrung

Die Brücke wird für den Hafenverkehr schon seit längerer Zeit nicht mehr gebraucht, hat aber für den Elberadweg enorme Bedeutung. „Die Umleitung würde hier über Flügelweg, Hamburger und Bremer Straße führen“, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Da das Stahlfachwerk jedoch derart von Rost zerfressen war, drohte die Sperrung der Brücke – deshalb die Sanierung.

Die ist sehr aufwendig, und das nicht nur, weil das Strahlgut wegen der bleihaltigen Farbschichten aufgefangen werden muss und nicht in die Elbe fallen darf. 500 Tonnen Strahlgut wurden bei den Arbeiten auf der ersten Brückenhälfte entsorgt. Zudem mussten zehn Tonnen Stahl ausgetauscht und 8000 Quadratmeter Stahlfläche neu bestrichen werden. Die neuen Stahlteile erkennt man übrigens daran, dass sie verschraubt und nicht genietet sind. Schrauben ließen sich besser statisch berechnen, begründet das An­dreas Gruner. Der Brückenexperte geht davon aus, das auf der zweiten Hälfte des 77 Meter langen Bauwerks die selben Verbrauchswerte zusammenkommen.

Elberadweg wird Brücke in der Brücke

Im Sommer 2020 sollen die Stahlarbeiten beendet sein. Dann bekommt die Hafenbrücke eine neue Geh- und Fahrbahn, die gewissermaßen als Brücke in der Brücke gedacht ist. Dabei wird eine 22 Tonnen schwere Stahlplatte auf die Stahlträger gebracht und auf 200 Quadratmetern asphaltiert. Die einmal freigelegten Buckelbleche bleiben dadurch offen und können links und rechts des 4,50 Meter breiten Wander- und Radwegs, der ein eigenes Geländer innerhalb der Brücke erhält, betrachtet werden.

Die Brücke teilt wichtige Daten mit dem Blauen Wunder, wurde wie die große Schwester zwischen Loschwitz und Blasewitz 1893 von Claus Koepcke in ähnlicher Weise erbaut. Was beide Brücken trennt, ist das Blau. Das wurde bei beiden Stahlbauten nach denkmalfachlicher Untersuchung dem Originalton nachempfunden. Beim Blauen Wunder, wo das neue Blau derzeit an den Geländern des in Sanierung befindlichen Gehwegs aufgetragen wird, ist es etwas dunkler als bei der Brücke über die Hafeneinfahrt. Die Brücke neben dieser – im Gleichklang mit dem „Kleinen Blauen Wunder“ für die Eisenbahn errichtet – zeigt seit ihrer Modernisierung ein sehr viel satteres Blau als ihr Nachbar. „Da hat es vor der Sanierung durch die Deutsche Bahn keine Untersuchungen gegeben“, kommentiert Brückenfachmann Gruner diese Farbenspiele.

Von Uwe Hofmann

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