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Lokales Das dritte in ganz Sachsen: Dresden hat ein neues Krebszentrum
Dresden Lokales Das dritte in ganz Sachsen: Dresden hat ein neues Krebszentrum
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09:43 16.02.2020
Fallmanagerin Cornelia Müller (links) behält für die Patientinnen des neuen Krebszentrums am Dresdner Diakonissenkrankenhaus den Überblick. Maria Maiwald (Mitte) kümmert sich um die Formalitäten und Linda Littig (rechts) ist Fachschwester in der Onkologie. Sie betreut die Patientinnen auf Station. Quelle: Anja Schneider
Dresden

In der Dresdner Krankenhauslandschaft gehört das Diakonissenkrankenhaus eher zu den kleinen Häusern. Doch die Größe tut der medizinischen Expertise keinen Abbruch, im Gegenteil: Mitte Januar erhielt das Diako eine Zertifizierung für die gynäkologische Krebsstation. Diese bildet damit neben den Bereichen Darm, Pankreas, Prostata und Brust das fünfte Tumorzentrum des Krankenhauses. In Sachsen gibt es nur zwei weitere gynäkologische Krebszentren bei insgesamt 77 Krankenhäusern, und zwar an den Universitätskliniken in Dresden und Leipzig.

Hier lesen Sie weiter: 125 Jahre Diakonissenkrankenhaus: Mit sechs Betten fing alles an

„Tumorkonferenzen“ für die Expertise

Doch was ändert sich mit solch einer Zertifizierung? „Nichts“, sagt Maria Maiwald vom Qualitätsmanagement. „Das Zertifikat ist der Abschluss eines langen Prozesses. Die Veränderungen haben im Vorfeld stattgefunden, um dieses Ergebnis zu erzielen“, erklärt sie.

Eine dieser Neuerungen, die inzwischen fest im Behandlungsablauf integriert sind, sind die sogenannten Tumorkonferenzen. Dafür kommen Mediziner aus unterschiedlichsten Bereichen in einem Raum zusammen und schauen sich den Fall einer Patientin an. Manchmal werden auch Experten von auswärts zugeschaltet. Dann wird gemeinsam beraten, wie der Fall behandelt wird und welche nächsten Schritte gegangen werden.

Wenn eine Krebserkrankung diagnostiziert wird, kommen nicht nur medizinische Maßnahmen auf die Patientinnen zu, sondern auch die Bürokratie. Wie funktioniert das jetzt mit der Krankschreibung? Wer versorgt meine Kinder, wenn ich auf Station bin? Kommt für mich eine EU-Rente infrage und kann ich zur Kur, wenn die Behandlung überstanden ist? Um all diese Fragen kümmert sich Cornelia Müller. Sie ist sogenannte Fallmanagerin und nimmt den Patientinnen sämtliche organisatorische Fragen ab. Für jede fertigt sie eine individuelle Mappe an, in der alle Hinweise, Tipps, Ansprechpartner und Kontaktstellen gebündelt sind.

Von der Diagnose bis zum Behandlungsende im Diako

Im Schnitt kümmert sich Cornelia Müller mit ihrem Team bestehend aus verschiedenen Ansprechpartnern pro Jahr um 500 Patientinnen. Müller ist die „Spinne im Netz“, wie Maria Maiwald ihre Rolle beschreibt, denn bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Das können Fälle von Frauen mit Eierstockkrebs sein, aber auch Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Vulvakrebs und Bauchnetzkarzinome werden im gynäkologischen Krebszentrum des Diakos behandelt. Während Gebärmutterkrebs vorwiegend ältere Patientinnen trifft, wird Eierstockkrebs immer wieder auch bei jüngeren Frauen diagnostiziert, sagt Cornelia Müller. Dennoch bleiben das Einzelfälle, ein Trend sei da nicht zu erkennen.

Das Fallmanagement ist im Rahmen der Zertifizierung das „Sahnehäubchen oben drauf“, wie Maria Maiwald sagt. Dieses sei von der Deutschen Krebsgesellschaft, die das Zertifikat ausgestellt hat, besonders gelobt worden. „Die Patienten müssen dadurch nicht quer durch die Stadt geschickt werden, sondern werden bei uns von Diagnose bis Behandlungsende betreut, wenn sie es möchten“, sagt Maiwald. Jeder Patientin ist es freigestellt, wo sie sich behandeln lassen möchte.

Besonders bei kritischen Diagnosen ist das entstandene Netzwerk Gold wert: „Bei fortgeschrittenen Tumorstadien sind nicht selten mehrere Organe betroffen, so dass wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern aus der Viszeralchirurgie und Urologie die Operation planen und durchführen“, erklärt der Leiter des Zentrums und Chefarzt Stefan Ollig. Um die medizinische Koordination kümmert sich Christine Ritzer, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Linda Littig ist als onkologische Fachschwester im Einsatz und bildet ebenso eine wichtige Voraussetzung für die Zertifizierung zum Krebszentrum, genauso wie „Study Nurse“ Dana Raab. Unter anderem berät sie Patientinnen, die für eine Studie infrage kommen könnten.

Dr. Stefan Ollig leitet das Gynäkologische Krebszentrum im Diakonissenkrankenhaus Quelle: Anja Schneider

Alle Zugehörigen mussten sich von den sogenannten Auditoren der Deutschen Krebsgesellschaft genauestens unter die Lupe nehmen lassen. An mehreren Tagen begleiteten sie Ärzte, Schwestern und Kooperationspartner und prüften, ob alle Voraussetzungen für eine Zertifizierung erfüllt werden. Nach erfolgreicher Überprüfung darf sich das Diako nun mit einer weiteren Zertifizierung schmücken.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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