Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Deshalb fehlen Fahrer bei den Dresdner Verkehrsbetrieben
Dresden Lokales Deshalb fehlen Fahrer bei den Dresdner Verkehrsbetrieben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:15 12.07.2019
Wegen der Arbeiten auf dem Albertplatz nimmt die Linie 6 derzeit über Görlitzer Straße, Bischofsweg und Großenhainer Straße einen großen Umweg. Das bedeutet 18 Minuten mehr Fahrzeit und macht den Einsatz von drei zusätzlichen Fahrern nötig. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Es war eine Horrorwoche für die Dresdner Verkehrsbetriebe. 320 Fahrten musste in der letzten Juniwoche ausfallen – weil die Technik vor der großen Hitze kapitulierte und weil Fahrer fehlten. Weil Fahrer fehlten? „Ja, leider“, sagt Lars Seiffert, der als Vorstand bei den DVB für das Personal zuständig ist. „Die Personalsituation ist seit Beginn der Arbeiten auf der Kesselsdorfer Straße sehr angespannt“, sagt er. In der letzten Juniwoche bekamen dies die Dresdner zu spüren.

Mehr als 900 Fahrer für Straßenbahnen und Busse sind bei den Verkehrsbetrieben angestellt, weitere 200 bei einem Subunternehmen. 570 von ihnen müssen pro Tag im Einsatz sein, damit der Linienverkehr regulär läuft – „nicht mehr, nicht weniger“, wie DVB-Vorstand Seiffert betont. Darauf sind die Personalplanungen bei den Verkehrsbetrieben ausgelegt. Zu Engpässen kam es wegen Zusatzaufgaben, von denen die meisten vorher nicht zu kalkulieren waren, wie Seiffert ausführt.

Drei Großbaustellen sind eine zu viel

Gemeint ist zum einen das Baugeschehen in der Stadt, das in diesem Jahr Fahrt aufgenommen hat. So haben allein die Arbeiten an der Oskarstraße zehn Fahrer mehr gebunden als der vergangenen Sonnabend aufgenommene Regelbetrieb. Und das jeden Tag. Dass gleichzeitig an der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße gebaut wird, war so nicht geplant, ist einem gerichtlich verhängten Baustopp in Strehlen zu verdanken.

Weil die Linie 7 wegen der Umleitung über Bahnhof Mitte eine längere Strecke fährt, sind drei Fahrer mehr als üblich im Einsatz. Hinzu kommt der Schienenersatzverkehr in Löbtau. Gleichzeitig wird in Radebeul die Meißner Straße saniert – auch das viel später als ursprünglich mal geplant. „Es ist schön, dass gebaut wird. Aber drei so große Baustellen gleichzeitig haben uns viel abverlangt“, sagt Seiffert.

Wenn dann noch der Krankenstand hochschnellt, bleiben Busse und Straßenbahnen eben manchmal kurzzeitig unbesetzt. „Unsere Leitstelle versucht dann, schnell zu reagieren und Ersatz zu finden. Ausfälle ganz verhindern können wir aber nicht.“

Schülerverkehr und Macken im Verkehrsnetz binden Fahrer

Noch etwas anderes beschäftigt DVB-Vorstand Seiffert: Für den Nahverkehr wichtige Bauprojekte lassen zu lange auf sich warten. Wäre der Zellesche Weg schon heute eine Straßenbahnstrecke, könnten die DVB 27 Fahrer anderswo einsetzen. Zwei Extra-Busse sind auf der Line 64 unterwegs, weil die Kreuzung Stauffenbergallee und Königsbrücker Straße eine Staufalle ist – trotz aller Umbaupläne.

Hinzu kommen Beförderungswünsche, die von Verwaltung und Stadtpolitik meist sehr kurzfristig auf den Plan kommen. So fahren die DVB baubedingt Schülerverkehr mit Straßenbahnen, auch wenn dieser nicht so heißt. Morgens fährt eine Bahn als 13/6 von der Dreikönigsschule in Neustadt zum Schulcampus Tolkewitz. Ab nächstem Schuljahr wird eine weitere Bahn das Gleiche vom Gymnasium Klotzsche zum Campus Pieschen machen, wahrscheinlich als 7/3. Beides bindet jeweils 600 Fahrstunden im Jahr.

Fahrschule platzt aus allen Nähten

Anderes Beispiel: die Quartiersbuslinie 73. Das nur in den Morgenstunden gut gefüllte Shuttle wird täglich von mehr als drei Fahrern durch Pieschen gelenkt. Oder die verlängerte Linie 75. Zwölf Busfahrer mehr bedeutet der vom Stadtrat beschlossene Zehn-Minuten-Takt auf der Linie, der 2021 eingeführt werden soll. „Wir sind ja für eine Angebotsverbesserung, aber wir brauchen mehr Vorlauf“, sagt DVB-Vorstand Seiffert. Arbeitssuchende Busfahrer gebe es schließlich keine mehr, seitdem das Fernbusgeschäft in Deutschland liberalisiert ist.

Die Ausbildung muss es also richten. Doch die Fahrschule platzt schon jetzt aus allen Nähten. 32 Busfahrer und 84 Straßenbahnfahrer werden dieses Jahr von den neun Fahrlehrern im Betriebshof Trachenberge ausgebildet, hinzu kommen acht weitere, die die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft im Fahrdienst absolvieren. „Im nächsten Jahr wollen wir erneut genau so viele ausbilden“, sagt Seiffert. Ziel sei es, mittelfristig trotz altersbedingter Abgänge 100 Fahrer mehr zu beschäftigen.

Von Uwe Hofmann

250 Künstler, 15 Bühnen, skandalöse Schlossgeschichten: Das und noch viel mehr bietet die Dresdner Schlössernacht am 13. Juli rund um die drei Elbschlösser. Eine Postkartenaktion soll die Sanierung des verfallenden Römischen Bades am Schloss Albrechtsberg beflügeln.

11.07.2019

Es sollte eine Riesenfeier im niedersächsichen Rhauderfehn werden, doch daraus wird jetzt nichts: Weil eine Dresdner Firma angeblich Termine nicht einhielt, können unter anderen Otto und Angelo Kelly nicht auftreten.

11.07.2019

Neuer Weg für schnelles Internet in Dresden: Die Stadt investiert 21 Millionen Euro, um von Kitas bis Schulen, von Feuerwehr bis Bibliotheken selbst für Zugänge zum Internet mit Hochgeschwindigkeit zu sorgen.

11.07.2019