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Lokales Deshalb bekommt der Hauptbahnhof Dresden Sicherungsnetze
Dresden Lokales Deshalb bekommt der Hauptbahnhof Dresden Sicherungsnetze
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15:55 09.10.2019
Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach zeigt auf dem Querbahnsteig des Dresdner Hauptbahnhofs, worum es geht: Die Dachmembran der Bahnhofshalle hält nicht, was versprochen wurde und muss ausgetauscht werden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Langsam arbeitet sich Adam Zajac durch die Halle des Dresdner Hauptbahnhofs. Mit Bedacht setzt der 42-Jährige jeden seiner Schritte, schließlich bewegt er sich in 20 Metern Höhe über den Köpfen der auf dem Querbahnsteig herumwieselnden Reisenden. Dort haben Zajac und seine Kollegen in den letzten Wochen ein sogenanntes Plattformnetz unter Teile des Bahnhofdachs gezogen, das sowohl Rissen in der Dachhaut im kommenden Winter vorbeugen als auch später dem Austausch der Membran dienen soll.

Die grünen Plattformnetze werden durch orangene Riemen gehalten – bringen also Farbenspiel unters Bahnhofsdach, lassen aber dennoch viel Licht durch. Quelle: Dietrich Flechtner

Genau diese Membran liefert Gesprächsstoff, seit sie bei der 2006 fertiggestellten und vom britischen Architekten Norman Foster angeleiteten Bahnhofssanierung auf das Dach kam. Licht und leicht wirkt der acht Millimeter dicke und mit Teflon beschichtete Stoff – ein preisgekrönter Effekt. Vor allen in den harten Wintern 2010 und 2011 haben sich in ihm jedoch bis zu 2,50 Meter lange Risse gebildet. „Nur an den Trichtern, die großen Freiflächen haben nur kleinere Schäden, die bei einem Dach mit 32 000 Quadratmetern Fläche immer mal auftreten können“, wie Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach betont.

Winter hat teils tiefe Scharten ins Dach gerissen

Der hat sich nun zu den Reisenden auf dem Querbahnsteig gesellt, sieht sich von unten an, was Zajac und dessen Kollege Max Dudak da oben treiben. Dass jetzt der Membranaustausch angegangen wird, wurde erst nach einem jahrelangen Streit möglich. „Beweissicherung“ nennt die Deutsche Bahn das Verfahren, bei dem es vor allem darum ging, herauszufinden, wessen Schuld die Winterschäden an den Trichtern sind. Von 2011 bis 2017 wurde geprüft, gemessen und diskutiert. Die Schadensursache konnte dennoch nicht klar belegt werden, es kam zu einem Vergleich. „In dieser Zeit haben wir gesichert, wo wir es mussten, jetzt können wir großflächiger arbeiten“, sagt Klaffenbach. Bedeutet: Einige sensible oder besonders anfällige Bereiche werden bis Ende Oktober mit Netzen gesichert und bleiben so, bis eine neue Membran gespannt ist.

Dazu zählen neben dem Querbahnsteig, wo viel Publikumsverkehr herrscht und mit 14 Metern eine besonders breite Stoffbahn verläuft, auch einige andere Bereiche über den Bahnsteigen. Die 22 Trichter wurden bereits gesichert, als die ersten Risse auftauchten. Netze verhindern seither, dass Eis und verpresster Schnee auf Reisende fallen.

Bis spätestens 2022 ist das ganze Dach mit Netzen gesichert

Viele Bahnhofsbesucher werden die Arbeiten noch gar nicht bemerkt haben. Industriekletterer Zajac und seine Kollegen sind meistens nachts unterwegs. „Wir nutzen die Zeiten, in denen keine Züge fahren, um Sperrungen zu vermeiden“, sagt Bahnhofsmanager Klaffenbach. Nur wenige Menschen habe die teilweise Sperrung des Querbahnsteigs in der Nachtzeit betroffen. Bis Ende Oktober werde mehr und mehr aber auch tagsüber gearbeitet.

Das geht, weil in vielen Bereichen die Plattformnetze schon hängen. Sie dienen nicht nur als Sicherung, sondern auch als Arbeitsplattform – so wie es der Name schon vermuten lässt. Zajac und Dudek laufen darauf. Zwischen Membran und Plattformnetz ziehen sie nun noch ein weiteres Sicherungsnetz und eine Plane ein – das aber nicht überall. Das brauche es nur an besonders sensiblen Bereichen, sagt Klaffenbach. „Die Plattformnetze werden nach und nach aber überall hingebracht.“ Nach der ersten Etappe bis Ende des Monats soll es damit im Frühjahr 2020 weitergehen, bis 2021 oder 2022 soll das gesamte Bahnhofsdach derart für den Membranentausch vorbereitet sein.

Auch andere wollen am Dresdner Hauptbahnhof bauen

Wann der dann über die Bühne geht, ist offen. Zum einen wird noch an der Planung gearbeitet, zum anderen über einen geeigneten Bautermin verhandelt. Auch andere wollen im Bahnhofsumfeld bauen, das gelte es zu beachten, sagt Bahnhofsmanager Klaffenbach mit Verweis auf die geplante Stadtwerkezentrale hinter und den Wiener Platz vor dem Hauptbahnhof. Frühestens 2023 soll ein Beginn der Arbeiten möglich sein, die sich dann über drei Jahre hinziehen.

Dabei soll dann eine ähnliche Kunststoffschicht aufgezogen werden, das allerdings in kleineren Stücken. Das soll vor allem Transportschäden verhindern, die bei großen Bahnen mit vielen Falzen wahrscheinlicher sind, sorgt jedoch auch für mehr Schweißnähte. Wichtigste Änderung am Konzept von Norman Foster: Auf die Trichter kommen Glasdeckel, die ein Eindringen von Schnee und Eis verhindern. Zu einer Aussage über die Haltbarkeit des neuen Dachs lässt sich Bahnhofsmanager Klaffenbach dennoch nicht hinreißen. „Klar, wir haben Erfahrungen gesammelt und kennen die Schwachpunkte, aber ewig wird auch dieses Dach nicht halten“, sagt er. Die Kosten werden hauptsächlich von der Deutschen Bahn getragen, die Höhe ist noch unklar.

Von Uwe Hofmann

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