Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Der rettende Triathlet: Luxemburger fliegt Corona-Patienten nach Dresden
Dresden Lokales Der rettende Triathlet: Luxemburger fliegt Corona-Patienten nach Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:32 13.04.2020
Daumen hoch zeigt der Pilot Eric Wagner von der "Luxembourg Air Rescue" nach seiner Landung eines Ambulanzflugzeugs auf dem Flughafen Dresden International. Quelle: Robert Michael/dpa
Anzeige
Dresden/Luxemburg

Er schwimmt, fährt Rad, läuft. Sogar beim legendären Ironman auf Hawaii. Und er fliegt. Rund um den Erdball. Damit rettet er Menschenleben. Eric Wagner ist Pilot bei der Luxembourg Air Rescue (LAR), der luxemburgischen Luftrettung. Zuletzt brachte der 34-Jährige in seinem Ambulanzjet gleich zweimal französische Corona-Patienten nach Dresden.

„Es scheint eine sehr schöne Stadt zu sein, was man so von oben sieht. Und ein Kollege von mir ist Fan von Dynamo Dresden, der schwärmt von der Stadt“, erzählt Wagner.

Anzeige

Die LAR ist ähnlich aufgebaut wie die deutsche DRF Luftrettung oder die ADAC-Luftrettung. Sie fliegt Einsätze für Mitgliedsorganisationen, aber auch Privatkunden. „Wir haben jeweils sechs Jets und Helikopter. Von den 190 Beschäftigten sind 19 Abulanzjet-Piloten und 17 Helikopterpiloten“, sagt Antje Voss, Pressesprecherin der LAR.

Flüge nach Dresden, Hamburg und Bremen

Zu den Kunden der LAR gehört auch Frankreich, deshalb wurden von dort die schwer erkrankten Corona-Patienten ausgeflogen. „Wir haben bislang fünf Transporte nach Dresden geflogen und je zwei nach Hamburg und Bremen“, berichtet Voss.

Eric Wagner sieht sich bei seinen Corona-Einsätzen nicht sonderlich in Gefahr. „Wir Piloten fliegen nur mit Maske und Handschuhen als Schutz. Wir kommen eher nicht mit den Patienten in Kontakt“, sagt der Flugkapitän.

Zu einer Crew in einem Ambulanzjet gehören noch der Co-Pilot, ein Arzt und ein Intensivkrankenpfleger. „Für uns besteht fast keine Gefahr, wenn es sich um Patienten handelt, die beatmet werden müssen. Das ist ein geschlossener Kreislauf“, sagt Wagner, der auch schon Ebola-Patienten flog.

Das tägliche DNN Corona-Update als Newsletter Alle News zum Coronavirus in Dresden täglich gegen 7 Uhr im E-Mail-Postfach
 

Trotz der weltweiten Corona-Pandemie hat der Luxemburger derzeit mehr Zeit. „Die Einsätze sind weniger geworden. Normalerweise fliegen wir ja Rückholeinsätze von Verunfallten. Aber jetzt ist keiner mehr irgendwo auf der Welt im Urlaub. Und auch Organ-Transporte sind gerade nicht so häufig“, sagt Wagner, der während seiner Arbeitszeit daheim in Dauerbereitschaft ist.

Freie Zeit für Triathlon-Training

Die zur Verfügung stehende freie Zeit nutzt er zum Triathlon-Training. „Eigentlich sollte mein Start beim Ironman auf Hawaii vor zwei Jahren eine Einmaligkeit sein. Aber Platz 90 sehe ich durchaus verbesserungswürdig an. Ich hoffe, dass ich mich für 2021 wieder qualifizieren kann. Triathlon ist wie eine gesunde Sucht“, berichtet der frühere Leistungsschwimmer, der auch zur luxemburgischen Nationalmannschaft gehörte.

Die 20 bis 25 Stunden Training pro Woche sind auch gut für seinen Job. „Du lernst dabei Disziplin und Organisation und bist fit. Auch nach einem 14-stündigen Arbeitstag solltest du keine große Müdigkeit zeigen, wenn es noch einen Einsatz gibt“, sagt Wagner.

Ob es ihn demnächst wieder nach Dresden verschlägt, weiß der verheiratete Pilot nicht. „Das ist das spannende an unserem Job. Wir wissen meist morgens noch nicht, ob wir abends in Dresden, Tokio oder sonstwo sind. Ich kann mir keine bessere Anstellung als bei der Luftrettung vorstellen“, betont Wagner.

Lesen Sie auch:

Von RND/dpa

Anzeige