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Lokales Der Wolf lässt sich in der Dresdner Heide nieder
Dresden Lokales Der Wolf lässt sich in der Dresdner Heide nieder
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07:51 23.10.2019
Wölfe fühlen sich in der Dresdner Heide zunehmend zuhause – hier handelt es sich um ein Symbolbild. Quelle: dpa
Dresden

Dresden ist auf den Wolf gekommen – beziehungsweise der Wolf auf Dresden. Wie diese Woche bekannt wurde, hat sich offenbar ein Rudel in der Dresdner Heide niedergelassen. Als Beleg dient die Aufnahme einer automatischen Wildkamera Mitte August. Auf dem Foto sind vier Wolfswelpen zu sehen. Der genaue Ort wird zum Schutz der Tiere nicht bekanntgegeben, teilte die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie auf DNN-Anfrage mit.

Bereits in der Vergangenheit sind rund um Dresden immer mal wieder Wölfe oder Spuren der Tiere aufgetaucht. Anfang 2017 wurde ein weibliches Tier auf der Radeberger Landstraße überfahren und getötet. Im gleichen Jahr tappte ein Wolf in Weixdorf in eine Fotofalle. Zahlreiche von Bürgern gemeldete Sichtungen konnten meist nicht zuverlässig bestätigt werden. Auch ein im Juli diesen Jahres getötetes Schaf in Schönfeld-Weißig konnte nicht eindeutig dem Wolf zugeordnet werden.

Von einer dauerhaften Ansiedlung der Tiere in Dresden gingen die Experten lange Zeit nicht aus. Zu klein und zu laut sei die Dresdner Heide mit der viel befahrenen Radeberger Landstraße. Doch das hat sich nun geändert. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

1. Was passiert jetzt mit dem Rudel?

Die Tiere werden von den Experten der Fachstelle Wolf und allen am Wolfsmonitoring Beteiligten genau überwacht. Offen sind noch einige Fragen, die sich erst durch weiterführende Beobachtung klären lassen, etwa: Woher stammen die Elterntiere? Wie lange sind sie schon in der Gegend?

„Das aktive Monitoring vor Ort bedeutet die Suche nach Hinweisen wie Spuren und Kot sowie das Installieren von automatischen Wildkameras“, erläutert Vanessa Ludwig, Sprecherin der Fachstelle Wolf. Aus dem Kot ließen sich beispielsweise genetische Informationen gewinnen. Das Sammeln und Auswerten wird einige Monate dauern.

2. Was müssen Anwohner und Besucher der Dresdner Heide beachten?

„Die Anwesenheit von Wölfen bedeutet im Wesentlichen keine Veränderung für Spaziergänger, Pilzesucher, Radfahrer oder andere Erholungssuchende“, so Ludwig. Von wilden Wölfen geht in der Regel keine Gefährdung aus. Sie machen sich eher unsichtbar und meiden die Begegnung mit Menschen. Wichtig sei, die Tiere nicht anzufüttern. Sonst verlieren sie ihre Scheu vor Menschen und werden unter Umständen aufdringlich, sobald die Fütterung aufhört. Hunde sind in Wolfsgebieten möglichst an der Leine zu führen.

3. Was kann ich tun, wenn ich auf einen Wolf treffe?

„Wölfe sind, wie auch Wildschweine, große wehrhafte Wildtiere denen man mit Respekt begegnen sollte“, so Ludwig. Eine Begegnung mit einem Wolf ist nicht ganz auszuschließen, aber doch absolut selten. Wahrscheinlicher ist eine zufällige Beobachtung vom Auto aus.

„Wenn sie den Menschen wahrnehmen, fliehen die Wölfe meist nicht panisch, sondern orientieren sich zunächst einen Augenblick lang und ziehen sich dann zurück“, berichtet Ludwig. Deshalb gilt: ruhig bleiben, das Tier durch Ansprache auf sich aufmerksam machen. Nähert sich der Wolf trotzdem – etwa aus Interesse an einem mitgeführten Hund oder weil es sich um ein unerfahrenes, neugieriges Jungtier handelt – hilft lautes Klatschen und Rufen, um das Tier einzuschüchtern.

Im Anschluss sollte die Sichtung gemeldet werden. Die Telefonnummer 0800/5550666 ist rund um die Uhr besetzt.

Weitere Infos:
FAQ - Begegnungen mit einem Wolf

Von Franziska Kästner

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