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Lokales Der Wahlkreis 41: Wirtschaftskraft und Wohlbefinden
Dresden Lokales Der Wahlkreis 41: Wirtschaftskraft und Wohlbefinden
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08:11 17.08.2019
Im Dresdner Norden schlägt das wirtschaftliche Herz der Stadt. Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

Der Wahlkreis 41 erstreckt sich praktisch über die gesamte östliche Seite Dresdens. Vor allem im nördlichen Teil schlägt das wirtschaftliche Herz der Stadt. Hier sind mit den Halbleiterkonzernen Infineon und Globalfoundries die größten Arbeitgeber der Privatwirtschaft angesiedelt, mehrere tausend Mitarbeiter stehen hier in Lohn und Brot.

Der Wahlkreis 41 erstreckt sich praktisch über die gesamte östliche Seite der Landeshauptstadt. Quelle: Holger Grigutsch

Über Jahrzehnte hat der Freistaat diese Unternehmen mit hohen Millionensummen beim Aufbau ihrer Produktionskapazitäten unterstützt. Das hat eine Sogwirkung entfacht, Dresden gilt heute als eines der wenigen europäischen Cluster der Halbleiterbranche, die weltweit von Bedeutung sind.

Neuer Baustein mit Bosch

Mit der Ansiedlung des Bosch-Halbleiterwerks kommt derzeit ein neuer Baustein mit einer Milliardeninvestition hinzu. Das zieht meist auch eher jüngere Arbeitskräfte an, die sich in der Nähe des Arbeitsplatzes niederlassen wollen und Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen entwickeln. Seit Jahren machen die engagierte Einwohner in Klotzsche mit ihrem Einsatz für den Ausbau der Schulen von sich reden. Nach jahrelangem Bangen steht nun die Sanierung das Gymnasiums Klotzsche an. Auch dies geschieht mit großer finanzieller Unterstützung des Freistaats.

Strukturdaten

Zum Wahlkreisgehören die Stadtteile Äußere Neustadt, Radeberger Vorstadt, Albertstadt, Klotzsche, Hellerau/Wilschdorf/Rähnitz, Flughafen, Hellerberge/Waldpark Klotzsche, Weixdorf, Langebrück/Schönborn, Dresdner Heide, Weißig, Gönnsdorf/Pappritz, Schönfeld/Schullwitz,

75 047 Menschenleben in dem Wahlkreis, davon sind 36871 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 49,1 Prozent.

Der Ausländeranteil liegt bei insgesamt 5 Prozent. 13 Prozent der Einwohner (9747) sind 18 bis 29 Jahre alt. 23 Prozent der Einwohner sind älter als 60 Jahre.

38 104 Wohnungenstehen im Wahlkreis zur Verfügung, es gibt zudem 9985 Eigenheime (Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern).

31 669 Beschäftigtegibt es im Wahlkreis. Das entspricht einem Anteil von 55,1 Prozent an der Bevölkerungsgruppe der 15 bis 64-Jährigen.

Arbeitslossind 1637 Personen im Wahlkreis, darunter sind 97 Jugendliche. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger gibt die Kommunale Statistikstelle der Stadt mit 2399 Personen an.

Haushalte mit Kindern gibt es 8729, zwei und mehr Kinder haben davon 4400 Haushalte. 1655 Haushalte sind alleinerziehend.

Zwar wird in der Kommunalen Bürgerumfrage der Stadtbezirk Loschwitz, der nicht zum Wahlkreis gehört mit Schönfeld-Weißig gemeinsam dargestellt, aber der Tenor bleibt: Dieser Bereich sowie der Stadtbezirk Klotzsche und die nördlichen Ortschaften gehören zu den drei einkommensstärksten Regionen der Stadt. Folgerichtig wird in diesen Regionen der Stadt und damit praktisch im gesamten Wahlkreis 41 die persönliche wirtschaftliche Lage vom größten Anteil der Menschen mit gut oder sehr gut bewertet. Bestnoten im Stadtvergleich gibt es beim Sicherheitsgefühl wiederum im Bereich Loschwitz und Schönfeld-Weißig, Klotzsche und die nördlichen Ortschaften rangieren hier nur geringfügig dahinter.

Unzufrieden mit Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln

Während die Einschätzung der Kinderbetreuungsangebote im Wahlkreis noch relativ einhellig positiv ausfällt, sind die Unterschiede bei der Schulsituation gravierender. Loschwitz und Schönfeld-Weißig kommen in den 17 in der Bürgerumfrage zugrundegelegten Stadträume auf Platz zwei, die Region Klotzsche und die nördlichen Ortschaften (Langebrück/Schönborn, Weixdorf) bekommt dagegen deutlich schlechtere Noten und landete zum Zeitpunkt der Bürgerumfrage nur auf dem viertletzten Platz. Praktisch ganz am Ende rangiert der Wahlkreis bei der Frage nach der Zufriedenheit mit dem zur Verfügung stehenden Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Ortsvorsteherin von Schönfeld-Weißig, Daniela Walter, weist darauf hin, dass durch die Fokussierung der Landespolitik auf Innenstadtentwicklung und Umlandförderung jenseits der Stadtgrenze Ortschaften seit vielen Jahren nicht mehr im Fokus planerischer Entwicklungsperspektiven seien. Dies treffe auch auf Schönfeld-Weißig zu. Walter erwartet deshalb entsprechende Unterstützung bei Erarbeitung und Umsetzung entsprechender Ortsentwicklungskonzeptionen, die ÖPNV, Tourismus, Wohnen oder Soziales berücksichtigen.

Unabhängige juristische Vertretung ermöglichen

Der Wahlkreisabgeordnete sollte sich für die konsequente Umsetzung des auch mit dem Freistaat ausgehandelten Eingemeindungsvertrags einsetzen. Davon müsse auch die von der Stadt spätestens bis 2034 angestrebte Auflösung der Ortschaft abhängig gemacht werden. Beim Übergang zu neuen Strukturen müssten die Bürger und Gremien der Ortschaft einbezogen werden.

Außerdem müsse der Ortschaft eine unabhängige juristische Vertretung ermöglicht werden. Bislang würde bei einem Streit zwischen Landeshauptstadt und Ortschaft das Rechtsamt der Stadt Dresden beide Seiten vertreten. Schließlich verweist Walter auf ein Dilemma. Häufig seien in der Vergangenheit verschiedene Projekte wie die Sanierung von Teichen oder Bachläufen vom Freistaat gefördert worden. Für die Pflege des Zustands fehle bislang dann aber häufig das Geld.

Die Direktkandidaten im Wahlkreis 41 – Dresden 1

CDU: Christian Hartmann, Polizeibeamter, Landtagsabgeordneter, geboren 1974 in Calbe/Saale, wohnhaft in Dresden

Linke: Sarah Buddeberg, Theaterwissenschaftlerin, Landtagsabgeordnete, geboren 1982 in Hagen, wohnhaft in Dresden

SPD: Emiliano Chaimite, Krankenpfleger, geboren 1966 in Quelimane, wohnhaft in Dresden

AfD: Karin Wilke, Grafikdesignerin, Landtagsabgeordnete, geboren 1953 in Berlin, wohnhaft in Dresden

Bündnis 90/Die Grünen: Valentin Lippmann, Politikwissenschaftler, Landtagsabgeordneter, geboren 1991 in Dresden, wohnhaft in Dresden

FDP: Torsten Günther, Kaufmann, geboren 1977 in Dresden, wohnhaft in Dresden

Die Partei: Sören Hinze, Discjockey, geboren 1992 in Berlin, wohnhaft in Dresden

Quelle: Kreiswahlleitung Dresden

Von Ingolf Pleil

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