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Lokales Was muss Dresden zahlen? Der Poker um die Drewag-Anteile
Dresden Lokales Was muss Dresden zahlen? Der Poker um die Drewag-Anteile
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07:56 12.06.2019
In Reick betreiben die Dresdner Stadtwerke einen Innovationstandort. Quelle: Oliver Killig
Dresden

Nach vielen Jahren einvernehmlicher Partnerschaft wird es jetzt konfrontativ: Seit klar ist, dass die Landeshauptstadt Dresden die Dresdner Stadtwerke GmbH (Drewag) zu 100 Prozent in ihren Besitz bringen will, gibt es Streit.

Das Pokern hat längst begonnen

Zehn Prozent an der Drewag gehören der Beteiligungs- und Fachberatungsgesellschaft Thüga AG mit Sitz in München, das Pokern um den Preis der Anteile hat längst begonnen. Auch wenn der Stadtrat erst in der vergangenen Woche den Rückkauf der Drewag-Anteile beschlossen hat, hinter den Kulissen laufen längst die Vorbereitungen für das Geschäft.

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Schon im September 2018 hat der Aufsichtsrat des Stadtkonzerns Technische Werke Dresden (TWD), zu dem die Drewag-Stadtwerke gehören, ein Bewertungsgutachten für das Versorgungsunternehmen auf den Weg gebracht. Als Gesprächsgrundlage gewissermaßen, um mögliche Handlungsoptionen im Frühjahr 2019 beurteilen und ergebnisoffen diskutieren zu können, wie Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) damals erklärte.

Im Gegenzug, so heißt es, soll die Thüga dem Wirtschaftsplan der Drewag für das Jahr 2019 ihre Zustimmung versagt haben. Es sei das erste Mal gewesen, dass der Minderheitsgesellschafter den wirtschaftlichen Zielvorgaben nicht zustimmte.

„Wir haben mit einem Wert der Anteile von 80 bis 100 Millionen Eu­ro gerechnet“, erklärte ein TWD-Aufsichtsratsmitglied gegenüber den DNN. Doch die Gutachter, eine renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Hamburg, seien auf einen deutlich höheren Wert gekommen: 174 Millionen Eu­ro sollen aufgerufen worden sein.

Gewinnerwartungen der Drewag zu niedrig?

Dabei hätten die Wirtschaftsprüfer nicht nur die Zinsentwicklung anders bewertet als die Drewag-Geschäftsführung, sie seien auch von einer geänderten Geschäftspolitik des städtischen Versorgungsunternehmens ausgegangen. „Das entbehrt aber der Grundlage. Diese Annahme funktioniert nicht“, sagt das Aufsichtsratsmitglied.

Die Stadt und damit die TWD werden das Gutachten nicht akzeptieren, heißt es, sondern ein Schiedsgutachten beantragen. Die Wirtschaftsprüferkammer muss in diesem Fall einen neuen Gutachter mit der Prüfung beauftragen. Dieser darf noch nicht für das zu bewertende Unternehmen gearbeitet haben. „Wir gehen davon aus, dass der jetzt zur Debatte stehende Preis noch deutlich sinken wird“, erklärte das Aufsichtsratsmitglied.

Allerdings: Die Stadtwerke Drewag haben in den vergangenen Jahren satte Gewinne geschrieben und zum positiven Konzernergebnis der TWD beigetragen. So erwirtschaftete der Stadtkonzern 2018 ein Plus von 41 Millionen Euro nach Abzug der Steuern und der Subventionen für die Dresdner Verkehrsbetriebe und die Städtische Bäder GmbH. 2017 waren es sogar 72,5 Millionen Euro Gewinn.

Anteilseigner Thüga kritisiert nach DNN-Informationen insbesondere die Gewinnerwartungen im aktuellen Wirtschaftsplan. Diese seien deutlich zu niedrig angesetzt. Das Jahresergebnis 2019 wird aber bei der Festsetzung des Kaufpreises der Thüga-Anteile mit berücksichtigt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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