Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Schlemmen und einkaufen: Frischer Wind im alten Bahnhof in Strehlen
Dresden Lokales Schlemmen und einkaufen: Frischer Wind im alten Bahnhof in Strehlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:48 31.08.2019
Der gastronomische Leiter Philipp Bellmann (2.v.r.) mit seinem Team. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Staub, ein paar abgetrennte Kabelreste, in einer Ecke türmen sich sichtlich in großer Eile zusammengeknüllte Verpackungsfolien. „Das sieht schlimmer aus, als es ei­gentlich ist“, sagt Martin Behrendt, der lachend abwinkt. Zwei Tage vor der Eröffnung sind es die sinnbildlich letzten Handgriffe, die hier im neu hergerichteten Bahnhof Strehlen noch zu erledigen sind. Mehr als eineinhalb Jahre Arbeit haben er und sein Team schon in das Projekt reingesteckt. Am Sonnabend will der Konsum hier seine „Genus-Kultur“ eröffnen. Kein schnöder Supermarkt, sondern vielmehr eine be­sondere Gastronomie – mit angeschlossenem Tante-Emma-Laden.

Über Jahre war der Bahnhof ein großer Schandfleck. Die Fenster waren mit braunen Metallplatten verschraubt, an der Backsteinfassade des 1903 errichten Ge­bäudes hatten Sprayer ganze Ar­beit geleistet. Das einstige Empfangsgebäude hatte die besten Zeiten längst hinter sich, als es vor zwei Jahren der Ge­schäftsführer der benachbarten Un­ter­nehmensberatung ABG, Friedrich Geise, schließlich kaufte, es in der Folge aufwendig sanieren ließ und den Konsum Dresden dann als Hauptmieter mit ins Boot holte.

Pünktlich um 7 Uhr öffnen sich die Pforten

Auf den ganz großen Bahnhof will der Konsum an diesem Sonnabend aber erst einmal verzichten. Pünktlich um 7 Uhr soll die Genuss-Kultur die Pforten öffnen und damit einen großen Teil des Gebäudes erstmals seit Jahren wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Vom Flair einer Empfangshalle ist nichts mehr zu spüren, wenngleich die Ein- und Umbauten die typische Charakteristik des Bahnhofs keineswegs verdrängt haben. Die großen Fenster und Gewölbebögen sowie das Oberlicht sind nahtlos eingebunden ins moderne Ambiente.

Doch nicht nur in baulicher Hinsicht bietet der Bahnhof eine besondere Synthese – vielmehr führt auch das Konzept, das den Bahnhof mit neuem Leben füllen soll, die Dinge auf ihre Art zusammen. Denn bisher, so sagt Martin Behrendt, Geschäftsführer der Gastro-Gesellschaft von Konsum, gebe es Supermärkte, in denen auch ein Imbiss erhältlich ist. Nun sei es gewissermaßen genau andersherum, wenngleich der Be­griff Imbiss dann in diesem Fall eben nicht mehr zutrifft.

Frische Zutaten, saisonale und regionale Produkte

Die schlichte Theke ist zentrales Element in der neuen Bahnhofswirtschaft und zugleich der Empfang hinterm Eingang mit seinen Flügeltüren. Was hier künftig aber rübergereicht wird, das genüge hohen Ansprüchen, verkündet Martin Behrendt stolz. „Wir setzen auf frische Zutaten und saisonale und regionale Produkte. Unsere Köche ma­chen al­les selbst, wir möchten kein Convenience-Food“, sagt der Chef. Überzeugen können sich die Kunden davon jederzeit. Denn die Küche ist hinter der Theke, alles wird vor den Augen der Gäste zubereitet.

Mit dem Angebot will der Konsum dennoch eine breite Kundenschicht an­sprechen. Den Pendler, der sich hier am Morgen das Frühstück schmecken lässt, ebenso wie Mitar­beiter umliegender Büros, die in der Genuss-Kultur ihr Mittagessen einnehmen. Am Nachmittag die Kaffeeoma und abends Anwohner, die es sich bei Kerzenschein gemütlich machen. „Auch der Dynamofan, der sich vor oder nach dem Spiel stärken möchte, ist willkommen“, zählt Martin Behrendt auf.

Insgesamt 50 Sitze bietet die Bahnhofswirtschaft

Ein Ansinnen, das sich auch im Speiseplan wiederfindet. Mittags ro­tieren im Wochentakt die Angebote, jeweils zum Festpreis. Variieren wird auch das Fünf-Gänge-Menü, welches der gastronomische Leiter Philipp Bellmann und seine etwa zwei Dutzend Mitarbeiter zu bieten ha­ben. Auch eine Kinderkarte gibt es – darunter auch Brei und selbstgemachte Fischstäbchen.

Bis zuletzt waren die Mitarbeiter am Einräumen, schleppten Kisten, aber auch Stühle und Tische. Die waren ebenfalls erst am Donnerstag geliefert worden. Insgesamt 50 Sitze bietet die Bahnhofswirtschaft, verteilt auf einen Gastraum neben der Theke und der Empore, eine Art Terrasse unterm Oberlicht und über der Küche. Mo­dernen Erfordernissen wurde Rechnung getragen: So stehen den Gästen W-LAN und so­gar mit USB-Buchsen ausgestattete Steckdosen zur Verfügung.

Bäume auf dem Vorplatz sollen folgen

Auch vor dem Bahnhof stehen Tische und Stühle, insgesamt noch einmal so viele Plätze wie im Inneren. Aktuell bieten dort zwei große Schirme Schutz vor der prallen Sonne, in der nächsten Zeit sollen auf dem Vorplatz aber noch Bäume ge­pflanzt werden. Darüber hinaus hat der Bahnhof auch einen Partykeller mit noch einmal 60 Plätzen, den der Eigentümer hat einbauen lassen, der aber vom Konsum für Feierlichkeiten und Veranstaltungen angemietet werden kann. Über einen kleinen Lastenaufzug gelangen Speisen und Getränke aus der Küche in den Keller. „Wir wollen den Keller auch für eigene Veranstaltungen nutzen, Weinverkostungen, aber auch Babybrei-Kochkurse können wir uns gut vorstellen“, sagt Martin Behrendt.

Zwischen all den kulinarischen Verlockungen im alten Empfangsgebäude kommt unterdessen auch der Selbstversorger zum Zug. Die Auswahl ist überschaubar, umfasst aber alle Dinge des täglichen Be­darfs. Mehl und Nudeln, Obst und Gemüse, Tiefkühlware und Getränke, aber auch Drogerieartikel und frischgebackene Brötchen stehen beziehungsweise liegen in den Re­galen.

Der „qualitativ bessere Spätshop“

Mit seinen Öffnungszeiten versteht sich die Ge­nuss-Kultur zu­gleich als der „qualitativ bessere Spätshop, aber mit günstigeren Preisen“, wie Philipp Bellmann be­tont. Zwar sind die Preise etwas höher als in den Konsum-Märkten. „Der Unterschied ist aber nicht sehr groß. Der Senf kostet bei uns auch nur acht Cent mehr“, versichert Philipp Bellmann. Mit einer Konsum-Karte können die Kunden – zumindest bis auf weiteres – hier allerdings nicht punkten.

Der Konsum ist übrigens nicht der einzige Nutzer im Bahnhof. Die Firma ABG hat dort seine IT-Mitarbeiter untergebracht, auch die Dresdner Verkehrsbetriebe sind mit eingezogen und haben neben der neuen Zentralhaltestelle Ruheräume für Bus- und Bahnfahrer eingerichtet.

Sieben Tage in der Woche geöffnet

Geöffnet haben Bahnhofswirtschaft und Laden täglich und auch an Feiertagen jeweils in der Zeit von 7 bis 22 Uhr.

In der Gastronomiewerden die Kunden an den Tischen bedient, alle Speisen gibt es aber auch zum Mitnehmen. Eine telefonische Vorbestellung ist möglich.

Das Mittagsangebot umfasst im wöchentlichen Wechsel jeweils einen Salat oder Suppe (je 5,50 Euro) sowie Gerichte mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch (je 6,50 Euro).

Zu erreichen ist die Genuss-Kultur telefonisch unter der Rufnummer 0351/ 41 71 95 45 oder im Netz unter genusskultur-konsum.de

Von Sebastian Kositz

Der Fachkräftemangel macht auch vor der Verwaltung nicht halt: Drei Mal hat die Stadt eine Abteilungsleiterstelle für das Straßen- und Tiefbauamt ausgeschrieben – ohne Erfolg. Jetzt sollen neue Wege bei der Personalsuche beschritten werden.

31.08.2019

Ehrung für Dresdner Schule: Der Freistaat hat dem Bertolt-Brecht-Gymnasium den Titel Klimaschule verliehen. Das Siegel hat sich die Schule hart erarbeitet.

30.08.2019

Am Dresdner Berufsschulzentrum für Technik „Gustav Anton Zeuner“ werden junge Asylsuchende auf ihre Ausbildung vorbereitet. Trotz sprachlicher Hürden trägt das Projekt Früchte.

30.08.2019