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Dresden Lokales Der Disco-Dieb muss ins Gefängnis
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07:21 13.02.2019
Symbolfoto. Quelle: picture-alliance/ dpa
Dresden

Mohamed J. geht oft in Discos oder Bars – allerdings nicht um dort zu tanzen, sondern um die Tanzenden zu beklauen. So mauste er innerhalb weniger Stunden in der Nacht vom 26. zum 27. Oktober 2018 in „Rosis Amüsierlokal“ zwei Handys, zwei Geldbörsen, eine Handtasche und eine Bauchtasche (nebst Inhalt wie Bargeld, Ausweise, Schlüssel). Der 24-Jährige wurde beobachtete, versteckte sich auf der Toilette, versuchte zu flüchten und wurde dann doch gefasst. Bei ihm fand man neben den gestohlenen Sachen Marihuana, Ecstasy-Pillen und ein griffbereiten Pfefferspray. Wegen Diebstahls mit Waffen und unerlaubten Drogenbesitz stand er nun vor dem Amtsgericht.

Der Angeklagte räumte die Diebstähle ein, allerdings habe er keine Waffe dabei gehabt, das Pfefferspray zählt für ihn nicht. „Waffen sind Pistolen und ich habe aber in Deutschland noch nie etwas mit Gewalt entwendet“, betonte er. Ohne Gewalt zu Klauen scheint für ihn aber in Ordnung zu sein. Schuld an allem seien sein Drogenkonsum und vor allem falschen Freunde. Mit denen sei er auch an jenem Abend in der Disco gewesen, die hätten gestohlen und ihm die Dinge dann gegeben, hatte er bei der Polizei ausgesagt. Stimmt nicht, sagte er gestern, er sei allein gewesen.

Mit der Wahrheit scheint er es generell nicht so genau zu nehmen. Ein halbes Dutzend Aliasnamen sowie verschiedene Geburtsdaten und -orte hat der Tunesier bei den Behörden angegeben. „Freunde hatten mir gesagt, dass man das so machen muss“. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, er lebt mit einer Duldung hier.

Ende 2015 kam er nach Deutschland, im April 2016 stand er das erste Mal vor Gericht, es folgten weitere Verurteilungen. Die Nummer mit der Disco ist sein Spezialgebiet. Drei Monate vor dem Besuch im „Rosis“ war er bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er in einer Disco geklaut hatte. Auch damals nutzte er den Trubel und die Arglosigkeit der Feierden aus. Er stahl sogar einer tanzenden Frau das Handy aus der Bauchtasche, ohne dass sie dies bemerkte. Dafür braucht man Raffinesse und Routine.

Mohamed J. versprach sich zu bessern, allerdings hatte er das bei den anderen Verhandlungen auch gesagt, aber nicht einmal die Bewährungsauflagen erfüllt. Gestern wurde er zu einem Jahr ohne Bewährung verurteilt. Da könnten noch zehn Monate draufkommen, wenn die Bewährung des letzten Urteils widerrufen wird.

Von Monika Löffler

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