Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dealer im Flixbus: Angeklagter soll vor der Scheune Drogen vertickt haben
Dresden Lokales Dealer im Flixbus: Angeklagter soll vor der Scheune Drogen vertickt haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:28 18.02.2020
Landgericht Dresden Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Wegen Drogenhandels muss sich Mohammad H. derzeit vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Der 26-jährige Palästinenser soll, so die Staatsanwaltschaft, zu einer vierköpfigen Bande gehören, die Drogen von Berlin nach Dresden schmuggelte und hier verkaufte. Laut Anklage wurden im Februar und März 2018 regelmäßig Cannabis, Marihuana und Ecstasy-Pillen bei bisher unbekannten Händlern in Berlin geordert, im Flixbus nach Dresden und hier unter die Leute gebracht – der Angeklagte kennt sich in der Bundeshauptstadt wohl aus, er lebt in Berlin.

Hauptumschlagplatz soll das Areal vorm Kulturzentrum Scheune in der Neustadt gewesen sein. Für Hasch und Marihuana habe man zehn Euro, für eine Pille fünf Euro verlangt. Dabei sollen auch zwei minderjährige Mädchen bedient worden sein – in 41 Fällen seien Drogen an sie abgegeben worden.

Anzeige

Polizei kam dem Angeklagten per Zufall auf die Schliche

Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden Polizeibeamte im März 2018 Drogen, Feinwaage, Cliptütchen. Das Ganze war eher ein Zufallsfund. Die Polizei war zu einer Messerstecherei auf die Alaunstraße gerufen worden, wo sie einen Schwerverletzten vorfanden, der in die Klinik gebracht wurde. Die Beamten entdeckten aber noch eine weitere Blutspur und folgten ihr bis zu einer Dachgeschosswohnung in der Louisenstraße 46.

Dort fanden sei drei Männer vor, darunter den Angeklagten und einen weiteren Verletzten, dazu blutige Kleidung, Drogen und Drogenzubehör. Auf der Straße und in der Dachrinne lagen Tütchen mit Cannabis. Die hatte einer der Männer, als die Polizei anrückte, aus dem Dachfenster geworfen.

Der Angeklagte wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Ein zweiter Verdächtiger, der als Zeuge gehört werden sollte, schwieg ebenfalls, was ihm zusteht, da er sich nicht selbst belasten muss. Das dritte mutmaßliche Bandenmitglied ist untergetaucht und der Vierte im Bunde mittlerweile gestorben. Es dürfte eine komplizierte Verhandlung werden.

Von Monika Löffler